"Bares für Rares": Um diesen Goldschatz rissen sich die Händler

Wussten Sie schon, was eine "Lorgnette" ist? Um das goldene Exemplar, das eine Verkäuferin am Montag mit zu "Bares für Rares" brachte, rissen sich die Händler geradezu ....

Es war eine Lorgnette. "Ui, das ist witzig! Das ist ja cool!", spielte Horst Lichter gleich mit der auf- und zuklappbaren Sehhilfe. "Für die feine Dame, ne?"
Fabian Benöhr wusste Bescheid: "Das ist eine Art von Brille. Eine Stielbrille. Das kam im 19. Jahrhundert auf." Ausserdem fand der Experte die goldenen Ornamente "ausserordentlich schön".
Lichter war überrascht: "Das ist Gold?" "Das ist Gold!", nickte Benöhr und zeigte den 14-Karat-Stempel. Annika Hancke hatte nur auf 50 Euro für das Erbstück ihres Vaters gehofft. Da ging aber doch wohl mehr!?
Das fand auch der Experte: "Der Goldwert allein schon von dem Stück ist 600!" Bis zu 850 Euro hielt er insgesamt für realistisch. Die Heilpraktikerin aus Euskirchen war sprachlos. Eigentlich wollte sie vom Gewinn ihre Mitarbeiter nur auf ein Eis einladen.
Spannung im Händlerraum! "Hoffentlich sind da keine Stifte drin", wartete Walter "Waldi" Lehnertz (l.) auf die Enthüllung der kleinen Schachtel, die Wolfgang Pauritsch (M.) öffnen durfte. Fabian Kahl (2.v.r.) war sofort begeistert: "Das ist wunderschön!"
Dem konnte Pauritsch nur zustimmen. Die goldene Brille faszinierte ihn: "Mit 200 Euro starte ich!" Doch er bekam Konkurrenz. "Ich mach 220, obwohl ich es noch gar nicht gesehen habe", rief Walter Lehnertz vom Thekenende.
Aus der Nähe kam dann die Ernüchterung: "Ist aber nicht meine Stärke." Egal. Schön war die Sehhilfe trotzdem. "Waldi" duellierte sich weiter mit seinem Kollegen.
Bei 500 Euro wägte sich Wolfgang Pauritsch schon als Sieger: "Wussten Sie, was Sie für einen Schatz dabeihaben?" Doch unter dem Goldwert gab die Verkäuferin die Lorgnette nicht her. Pauritsch liess sich überreden: "Ich geb' Ihnen die 600 Euro!"
"610!", kam es im letzten Moment noch von links aussen. Damit machte "Waldi" das Rennen, ohne Rücksicht auf Verluste. "Jetzt hab' ich Krieg hier an der Theke." Doch Pauritsch war ein guter Verlierer: "Hauptsache, du hast deinen Spass, Walter."
Es gab ja noch andere Raritäten zu kaufen, beispielsweise einen Bronze-Fasan von Anton Büschelberger aus den 20er-Jahren. Den krallten sich die Händler für 320 Euro.
Ebenso wie ein versilbertes WMF-Service von etwa 1900, das ihnen 250 Euro wert war.
Für einen handgemachten Schlagkarrensattel aus Rindsleder aus den 40er-Jahren gab es die gewünschten 200 Euro.
Und sensationelle 2.600 Euro wurden für eine goldene Halskette mit Citrinen inklusive Armband aus den 60er-Jahren bezahlt.