"Bares für Rares": Für diesen Zollstock hatten die Händler nur Mitleid übrig

In der Dienstagsausgabe von "Bares für Rares" zeigte sich, dass auch nicht alle mitgebrachten Fundstücke immer gleich kuriose und wertvolle Raritäten sind.

Trotzdem wollte der Moderator mehr wissen: "Wo hast du das Teil gefunden?" Hans-Joachim Stiller aus Lindlar glaubte immer noch an eine Rarität: "Das hab ich in einer alten Scheune gefunden."
Er erzählte weiter: "Ich hab selber Recherchen gemacht. Da sind ja ein paar Namen drauf, ein paar Stempel. Das stammt sehr wahrscheinlich von einem Porzellanhersteller." Zollstock und Porzellan? Herr Stiller vermutete ein Werbegeschenk.
Sven Deutschmanek vermutete: "Hast du Miessen mit Meissen verwechselt?" Miessen aus Bonn stellte früher Kutschen und andere Wägen her. Da brauchte man einen Zollstock eher als bei der Porzellanproduktion.
Die Messingscharniere und das Etui stammten immerhin aus den 1940er-Jahren. So etwas gibt es heutzutage nicht mehr zu kaufen.
Der holländische Aufdruck hiess übersetzt: "Nicht für Handelszwecke geeignet". Er schien wirklich ein Werbegeschenk gewesen zu sein.
Der Verkäufer gab die Hoffnung noch nicht auf: "So 70 Euro hatte ich gedacht." Doch Sven Deutschmanek war gnadenlos: "Ich setze bisschen weiter unten an. Ich würde sagen 30 bis 40 Euro."
"Für jeden Zentimeter 'nen Euro", ging er positiv gestimmt in den Händlerraum. Doch Walter Lehnertz (Bild) holte ihn schnell zurück auf den Boden: "Ein Fünfer. Im Fachhandel sind die auch nicht teurer."
Viel mehr kam auch von den anderen nicht. Als Herr Stiller den Meterstab wieder mitnehmen wollte, fasste sich Jan Cizek (Mitte) ein Herz und bot ihm 20 Euro an. Damit konnte der Verkäufer leben: "Da schlag ich ein."
Bei zwei Wandtellern von Villeroy & Boch aus dem Jahr 1902 griffen die Händler etwas tiefer in die Tasche und zahlten 200 Euro.
Für eine handgefertigte silberne Zuckerdose von etwa 1800 bezahlten sie 520 Euro.
Und ein Teppicharmband aus Gold aus den 1950er- oder 60er-Jahren übertraf den Schätzwert und erzielte 1.420 Euro.