An diesen Puppen scheiden sich bei "Bares für Rares" die Geister

Zwei etwas unheimliche Figuren sollen in der ZDF-Trödel-Show von Horst Lichter einen möglichst spendablen Käufer finden. Das ist jedoch gar nicht so einfach. © 1&1 Mail & Media/teleschau

"Die kenn ich!", freut sich der Moderator. "Hänneschen-Theater in Köln!" Die rotgesichtigen Stockpuppen gehören dort zur Tradition.
Anna-Elena Berz und ihre Mutter Angelika wollen die Figuren verkaufen. "Wir haben die Puppen von meinem Papa bekommen. Der hat nämlich ganz lange in Köln gewohnt", erklärt Anna-Elena. Die beiden Verkäuferinnen sind sich sicher, "dass an den Puppen alles handgeschnitzt ist und auch handgenäht".
"Ich finde die ein bisschen gruselig", gesteht Anna-Elena Berz ihr Unbehagen beim Anblick der Püppchen. Horst Lichter stimmt zu: "Ich find' Puppen sowieso bisschen gruselig."
Nur Hänneschen und Bärbelchen nicht, da der Moderator zu beiden einen persönlichen Bezug hat. "Im Hänneschen-Theater gibt es mich auch. Mich gibt's zweimal", verrät er. "Und ich weiss nie, was ich gerade mache. Wahrscheinlich hänge ich seit Monaten in der Ecke."
"Das sind originale Reproduktionen", zerstört Detlev Kümmel jedoch die Hoffnung, dass die Puppen echte Originale sind. Statt aus Holz wurden sie in den 1990er-Jahren aus Kunststoff nachgebaut.
Horst Lichter vermutet völlig richtig: "Wahrscheinlich im Auftrag des Hänneschen-Theaters als Merchandise?"
Originale Puppen sind natürlich mehr wert als die Reproduktionen. Deshalb liegt Detlev Kümmels Schätzwert bei 120 bis 200 Euro. Ausserdem stellt er die begründete Frage: "Wer kauft das?"
"Wenn man die bespielen kann, ist das sicherlich lustig", urteilt Daniel Meyer (links), als er das Paar begutachtet. "Aber das sind die ja nicht!" Walter Lehnertz (zw. v. li.) kann nichts damit anfangen.
Für Fan-Artikel gibt "Waldi" kein Geld aus: "Wenn die jetzt was mit dem Theater zu tun hätten, würd' ich die sofort kaufen." Susanne Steiger ist ebenfalls raus: "Das ist halt eher was Touristisches."
"Wollen Sie mir diese zwei Schönheiten als Exotika für 90 Euro verkaufen?", gibt Friedrich Häusser als einziger Händler überhaupt ein Gebot ab. Für 100 Euro bekommt er den Zuschlag und hofft nun seinerseits auf einen willigen Käufer.
Für dieses weisse Pferd aus Meissener Porzellan aus dem Jahr 1978 stand die berühmte Stute Halla von Olympiasieger Hans Günter Winkler Modell. Schätzwert: 250 bis 300 Euro.
Da Walter Lehnertz ein echter Pferdenarr ist, zahlt er dafür sogar 360 Euro.
Diese Rolleiflex 2,8 F Aurum aus dem Jahr 1983 ist ein limitiertes Sammlerobjekt mit einem Wert von 4.500 bis 5.000 Euro.
Die Kamera ist aber viel zu teuer für die Händler. Der Verkäufer nimmt sein Liebhaberstück wieder mit.
Diese Brosche aus Gold mit Amethysten und Diamanten aus den 1830er Jahren soll 300 bis 350 Euro wert sein, wurde jedoch schon mehrfach umgestaltet.
Kein Problem für Susanne Steiger, die selber Hand anlegen will und dafür 400 Euro ausgibt.
Das Ölgemälde von Friedrich Schwinge aus dem Jahr 1904 könnte laut Schätzung 600 bis 800 Euro bringen.
Sogar 700 Euro gibt es von Daniel Meyer, der das Bild neu rahmen lassen will.
2.700 bis 2.800 Euro ist das Münzarmband mit fünf Golddukaten aus den 1960er-Jahren laut Schätzung wert.
Susanne Steiger blättert mit 3.620 Euro weit mehr Scheine auf den Tisch, als sich der Verkäufer erhofft hatte.