Royale Kunst bei "Bares für Rares": Experte nennt gigantische Summe

Von
Bettina Friemel

Platz ist in der kleinsten Hütte. In den heiligen Trödelhallen des ZDF, gelegen in Pulheim vor den Toren Kölns, ist sogar jede Menge Platz. Und platzte das ehemalige Walzwerk gefühlt aus allen Nähten, als ein Kandidat aus Niedenstein in Hessen ein Ölgemälde zur ZDF-Show "Bares für Rares" anschleppte, das mit opulent noch verniedlichend beschrieben ist.

Mario Grunewald aus Niedenstein berichtete, wie er unverhofft zum Kunstbesitzer wurde: "Wir haben das Bild vor zirka 45 Jahren in Familienbesitz bekommen." Allerdings wusste niemand, wie sein Schwiegervater damals an den alten Schinken kam.
Der Grund für den Verkauf war jedoch offensichtlich: "Wir haben nicht die passende Wohnung dafür." Blieb die Frage: War das Gemälde überhaupt etwas wert?
Colmar Schulte-Goltz stürzte sich auf die Expertise und brachte Licht ins Dunkel: "Diese Frau ist sehr bekannt! Die dargestellte Person hat einen Hermelin, der das Gewand säumt. Dementsprechend ist sie schon einmal königlichen Geblüts." Öha, ein royales Kunstwerk also ...
Schulte-Goltz löste die Spannung auf: "Sie ist, wie ich vermute, die Tochter des Königs von Irland: Isolde." Überraschung bei Horst Lichter: "Ach, das is Isolde?" Von der berühmten Liebesgeschichte "Tristan und Isolde" hatte der Moderator schon mal gehört.
Noch mehr Experten-Fakten: Das Bild war einem in der Renaissance sehr beliebten Tondo nachempfunden, "und dann ist das Ganze noch biedermeierlich inszeniert, also ganz viel auf einmal".
Maler und Datum belegte die Signatur "HFT Scherenberg d. 16ten Decbr 1845", ein Highlight für Schulte-Goltz: "Also ein wirklich nicht unbekannter Künstler des 19. Jahrhunderts aus Deutschland."
Deshalb setzte er den Schätzwert auf 4.000 bis 5.000 Euro an. "Was!?" Horst Lichter fiel aus allen Wolken. "Das ist was für den internationalen Markt", rechtfertigte der Experte die überraschend hohe Summe.
Drei der Händler witterten sofort ein gutes Geschäft. "Des is' schön. Rahmen original", erkannte Ludwig Hofmaier (links). "Da ist nichts dran gemacht worden", stimmte Fabian Kahl (Mitte) zu. Nur Walter Lehnertz (dritter von links) hatte Bedenken: "Da musste schon ne Hütte für haben."
Vielleicht hielt gerade das die Trödelspezialisten vom Kauf ab. Denn mehr als 2.200 Euro bot niemand für die Königstochter in Öl.
Die Schmerzgrenze von Herrn Grunewald lag allerdings mit 3.500 Euro noch weit davon entfernt. Da nahm er seine Isolde lieber wieder mit nach Hause: "Ich konnte mich emotional von dem Bild einfach nicht trennen."