Skurrile Szene bei "Bares für Rares": Experte reisst Puppenarm aus

"Ist das Hausmeister Krause?", erkundigte sich Walter Lehnertz bei "Bares für Rares" am Donnerstag. Fabian Kahl glaubte: "Das sind die neuen Händler." Drei lebensecht wirkende Schaufensterpuppen auf Hüfthöhe waren die Hingucker schlechthin bei "Bares für Rares" am Donnerstag.

"Ist das Hausmeister Krause?", erkundigte sich Händler Walter Lehnertz beim Anblick der drei skurrilen Besucher. Fabian Kahl glaubte: "Das sind die neuen Händler." Die Rede war von drei kleinen Schaufensterpuppen. Doch warum zog Experte Sven Deutschmanek die Puppen fast aus und riss einen Arm ab? Noch skurriler war eine Idee von Susanne Steiger.
Tim Buch aus Hattersheim war mit drei Begleitern zum Pulheimer Walzwerk angereist, auf deren Gesellschaft er in Zukunft verzichten wollte. Die lebensecht wirkenden, hüfthohen Schaufensterpuppen aus Gips stammten aus den 50er- oder 60er-Jahren.
"Na, dat sieht ja mal toll aus!", begeisterte sich Horst Lichter. "Wo hast du denn so Wahnsinnspuppen her? Das ist ja der Hammer!" Der 44-Jährige erklärte, er sei im Auftrag seines Vaters hier. Der Papa war früher Schaufensterdekorateur - neudeutsch Schauwerbegestalter.
"Ich habe bei dem einen gerade den rechten Arm geklaut, um zu schauen, was das für ein Material ist", erklärte Deutschmanek. Die Gipsmasse wurde hautfarben lackiert. Ein Blick auf den Bauch einer der Herren verwies auf den Hersteller: "M Schön Berlin" war da zu lesen.
Deutschmanek hob zu einem Exkurs über die Geschichte der Schaufensterpuppen an. "Was denkst du, wann gab es die ersten?", fragte er oberlehrerhaft den Moderator. "Oh... äh ...", machte Lichter. Setzen, Sechs! "1849", wusste der Experte. Ein Schneider in Paris hatte die Idee, Schneiderpuppen zu bekleiden und vor seinen Laden zu stellen.
"So klein ist ja in Wirklichkeit keiner", sagte der Experte. "Das hätte ich jetzt nicht gedacht", erwiderte Lichter ironisch. Massstabsgetreu auch die Fundstücke in den Mänteln der Mini-Arbeiter: Zollstock und Hammer. Apropos: Unter den Hammer sollte das Trio für 900 Euro, so Tim Buch. Sven Deutschmanek stimmte zu: 750 bis 900 Euro
"Ist das Hausmeister Krause?", erkundigte sich Walter Lehnertz (links) angesichts der Puppen in Handwerker-Outfit. "Des gefällt mir jetz wieda!", bekundete Ludwig Hofmaier (rechts). Fabian Kahl (zweiter von rechts) glaubte: "Das sind die neuen Händler!" Lehnertz machte das erste Gebot: "Eine Grosse kostet 150 Euro, fangen wir mit 80 an pro Figur."
"300" schlug Wolfgang Pauritsch vor. "Pro Figur?", fragte der Verkäufer. Netter Versuch, doch Pauritsch verneinte. Der Händler dachte laut: "Es hat sich nicht viel verändert - wenn man heute Schlosser ist, kann man diese Anzüge in Blau auch in lebensgross genau so kaufen." Er frage sich, was man nach dem Kauf der Figuren damit machen solle.
Susanne Steiger hatte dazu eine Idee. Die war allerdings reichlich seltsam. "Ich sehe die Puppen nicht nur im Schaufenster", so die Händlerin. "Ich denke da an einen Singlehaushalt einer Dame." Kollege Lehnertz warf ihr einen verwunderten Seitenblick zu. "Weil die Herren geben ja keine Widerworte", erklärte Steiger. "Das ist wunderbar, oder?"
Widerworte von ihren Händler-Kollegen ist Susanne Steiger dagegen gewohnt. "500 für alle drei", bot Wolfgang Pauritsch. Das sei "bisschen weniger als im Schätzbereich", gab Tim Buch zu bedenken. "Es wäre schön, wenn man da entgegenkommen könnte." Pauritsch kam entgegen: "600 Euro. Das wäre wirklich mein letztes Angebot."
Der Verkäufer war einverstanden. "Wolfgang kauft Schaufensterpuppen", sagte Pauritsch (links) über sich selbst. "Wolfgang kauft männliche Schaufensterpuppen", ergänzte Susanne Steiger. "Skurril", murmelte Walter Lehnertz. Er hatte recht - bezogen auf mehr als einen Moment der Donnerstagsfolge von "Bares für Rares".