Dünne Luft in 3.000 Meter Höhe: DSDS-Recall bringt Jury und Kandidaten an ihre Grenzen

Die Luft wird dünner! Nicht nur im übertragenen Sinne, wenn 126 Recall-Kandidaten bei DSDS eines der 22 Tickets für Südafrika wollen, sondern auch wörtlich: Auf dem Gipfel des Gaislachkogels in 3.000 Metern Höhe hatten die Kandidaten, aber auch die Jury mit ungeahnten Widrigkeiten zu kämpfen. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Rettungshubschraubereinsatz, Kreislaufkollaps, Brechdurchfall. Es war einiges geboten beim Recall von "Deutschland sucht den Superstar" auf dem Gaislachkogel in den Ötztaler Alpen. Und ausnahmsweise waren nicht mal die Gesangsdarbietungen der Kandidaten schuld, dass der Jury das Lachen verging. Pietro Lombardi fand es sogar - wörtlich - zum Kotzen!
Gnadenlose Jury in gnadenlos schöner Location. Wo einst James Bond in "Spectre" seine Gegner jagte, machte sich die Jury auf die Jagd nach falschen Tönen. Dieter Bohlen ("Wir sieben gnadenlos aus. Es wird ein Gemetzel geben!") hielt Wort. Gleich am ersten Tag war für 87 Bewerber Schluss. Der Rest sang am zweiten Tag in Gruppen vor der Jury.
Chiara (rechts) war angespannt - im Vorjahr war sie beim Gruppenrecall gescheitert! Mit ihrer Gruppe hatte sie keine Probleme, ihr dünnes Nervenkostüm platzte bei einem Streit mit Vanissa. Die beiden eskalierten. "Wieso sagst du, ich hab' kein Niveau?" - "Ey, hat man disch erzogen?" Ob das die richtige Vorbereitung war?
Helene Fischers "Flieger" brachte die Jury nicht zum Abheben: "Ich bin schon ein bisschen enttäuscht, von allen", sagte Dieter. "Wenn mich der liebe Gott zwingen würde, eine zu nehmen, dann wäre es Paulina." Am Ende durfte sie (zweite von rechts) sich freuen. Und Chiara (rechts) auch! Nadine ("Dieses Jahr hat's nicht gereicht") und Marta (links) sind raus.
In der Gruppe gab es gleich zwei Rebeccas. Die muss man sich aber nicht merken: Die Ladies (rechts und links) schieden aus. "Choreomässig waren das eher so Tourette-Anfälle", beschied Bohlen. Isabell (zweite von rechts) kam weiter (Dieter: "Du bist 'ne Gute, das waren Lichtjahre Abstand!"), und auch Christina (zweite von links) bekam ein Ticket.
In 3.000 Metern wollten diese vier Jungs "Hoch hinaus" (Tim Bendzko). Joshua (rechts) fühlte sich nach einer schlaflosen Nacht auf dem Klo ("Ich hatte Magenkrämpfe") eher ganz unten. Aber er ("Ich hab' jetzt schon ein paar Stunden nicht gebrochen") biss die Zähne zusammen und performte mit Flavio, Marcel und Gil.
Pietro Lombardi konnt die Leiden von Joshua gut nachempfinden. Der Juror fand schon am ersten Tag alles "zum Kotzen". "Meine Luft ist tot", japste er und eilte raus, wo er "den Kurt" rief. Immerhin: Der Rettungshubschrauber kam nicht wegen Lombardi, sondern wegen eines Crew-Mitglieds, das sich verletzte.
"Ja, in dem Business muss man mal die Arschbacken zusammenkneifen", fand Bohlen die blumigsten Worte für Joshuas Kampf gegen den Magengrimm. Die gute Nachricht: Sein Kampf gegen den Krampf hat sich gelohnt - er ist weiter. Die schlechte News: Ausser ihm schaffte es keiner aus seiner Gruppe nach Südafrika.
Kosta, Anil und Marcio (von links) mussten sich an "Do You Really Want To Hurt Me" versuchen. Bohlen gab ihnen eine Klobeichte auf den Weg: "Ich war ja mal mit Boy George auf dem Klo. Und da hat der zu singen angefangen - und ich sag euch: Der hat ein Gefühl! Wahnsinn!" Würden die Jungs das auch ohne Toilette hinbekommen?
Kosta (rechts) war voll dabei. "Okay, Boy George lebt noch mehr oder weniger", so Bohlen, "aber du bist wie 'ne Wiedergeburt von ihm!" Auch Marcio (links) hatte es gut gemacht. Anil nicht so. "Das war nicht dein Song", sagte Lombardi. "Du hast das so brutal gesungen, wie wenn du aus nem Sado-Maso-Laden kommst", so Bohlen. Aus für Anil!
Aus vier macht zwei hiess es für diese Gruppe. Vocal-Coach Juliette Schoppmann hatte den Mädels noch mitgegeben "Dieter will Gefühle, Gefühle, Gefühle", aber Olivia und Alice kamen damit nicht klar. Sie wackelten, zitterten - nicht mal Xavier Naidoos inspirierende Zusprache half. Am Ende kamen nur Tamara und Kathrin (rechts) weiter.
Roman (rechts) und Elvin darf man jetzt schon zu den Favoriten zählen. Ramon (25), der auch mit Sixpack im Spa eine gute Figur machte, fühlte sich mit "Only You" gut aufgehoben. Elvin (17) hatte aber den Song noch nie gehört. Pietro Lombardi konnte mitfühlen: "Mir haben sie damals 'Que sera' gegeben. Ich dachte, die wollten mich verarschen."
Dieter machte es zwar spannend und schockte die Jungs ein wenig, aber natürlich sind sie in Südafrika dabei. "Elvin, ich hatte Gänsehaut", bekannte Oana Nechiti. Ramon wurde von Bohlen geadelt: "Ich habe so was noch nie gehört. Das kann man nicht besser singen, das war hammermässig. Du singst jedes Lied geil, aber das war die Krönung!"
Ricardo, Manolito und Kevo (von links) mussten an "You Are The Reason" ran. Für Kevo doppelt doof: "Eigentlich sing' ich nur deutsch und den Song habe ich noch nie gehört." Naidoo machte Mut: "Wir wollen hier auch sehen, ob ihr aus der Komfortzone rauskommt." Bohlen baute noch ein bisschen Druck auf: "Wir erwarten von euch die Hammerleistung!"
Als die Jungs fertig waren , gab es nur Lob. "Toller Titel toll gesungen" (Bohlen), "Danke für diesen magischen Moment!" (Lombardi), "Ihr seid so gut!" (Naidoo). Zur Entscheidung gab's eine Jury-Choreo. Jeder sagte nur ein Wort (von rechts nach links): "Ihr" (Bohlen), "seid" (Lombardi), "alle" (Nechiti), "weiter!" (Naidoo). Südafrika, wir kommen!
Barbie war weg. Dass der "mutige Auftritt" (Nechiti) im Gedächtnis bleiben wird, liegt weniger an den drei guten Stimmen, als vielmehr an Lydia (links). Die machte zum Schluss richtig auf böse und verschlabberte ein rohes Ei. "Das Ei war zu viel", war Lombardi geschockt, Nechiti ("Das war abartig!") war ebenfalls entsetzt. Weiter sind sie doch alle.
"Wir fliegen jetzt alle schön nach Südafrika", verkündete Bohlen den 22 Auserwählten und den vier Gold-CD-Kandidaten. Dort warten sensationelle Locations, aber ein beschaulicher Urlaubstrip wird es nicht. Bohlen: "Eins kann ich euch sagen: 'Normal' will ich nicht! Bei DSDS geht die Post ab."