Zum 55. Geburtstag von Mads Mikkelsen: Das macht die "James Bond"-Bösewichte so fies

Als Serien-Kannibale in "Hannibal" zeigte er seine diabolische Seite. Jetzt wünschen sich viele, dass Mads Mikkelsen die Nachfolge von Johnny Depp als Gellert Grindelwald in "Phantastische Tierwesen 3" antritt. Seine Paraderolle ist und bleibt aber die des Bond-Bösewichts Le Chiffre. Wer war noch Gegenspieler von 007? © 1&1 Mail & Media/spot on news

In seinem ersten Leinwandabenteuer "007 jagt Dr. No" (1962) bekommt es James Bond (Sean Connery) mit einem machthungrigen Wissenschaftler zu tun. Auf der Insel von Dr. Julius No (Joseph Wiseman) geht es nicht mit rechten Dingen zu. Der Chinese ist Mitglied der Verbrecherorganisation SPECTRE, die in späteren Bond-Streifen ihren Einfluss erweitert.
In "Liebesgrüsse aus Moskau" (1963) will sich SPECTRE für die Ermordung von Dr. No rächen und schickt den Auftragskiller Donald "Red" Grant (Robert Shaw), um 007 zu töten. Höhepunkt: der Kampf im Orient Express.
Einer der wohl besten Bond-Bösewichte aller Zeiten: Gerd Fröbe will als Auric Goldfinger die US-Goldreserven radioaktiv verseuchen, um den Wert seiner Goldbestände zu erhöhen. Fun Fact: In der englischen Fassung von "Goldfinger" (1964) musste der Sachse Fröbe wegen des deutschen Akzents synchronisiert werden.
Eher Pirat als Verbrechergenie: Als Nummer zwei hinter SPECTRE-Boss Ernst Stavro Blofeld tritt Emilio Largo (Adolfo Celi) in "Feuerball" (1965) auf. Sein Spezialgebiet: Erpressung.
Und schon wieder Ernst Stavro Blofeld: Seine Figur wird in der gesamten Bond-Historie von vier Schauspielern verkörpert. Donald Pleasence gibt den ersten Auftritt als Evil Mastermind in "Man lebt nur zweimal" (1967). Sein Markenzeichen: Glatze, Siegelring und eine weisse Perserkatze.
Telly Savalas war Blofelds Nummer zwei und ist vielleicht der einzige Schurke im Bond-Universum, dem es gelang, 007 (George Lazenby, l.) farblos aussehen zu lassen. Savalas verlieh dem nach Weltherrschaft strebenden kriminellen Genie in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" (1969) perfide Würde und Charisma - mit leicht geschliffener Sprache und unterschwelliger Wut.
Charles Gray ging als dritter Blofeld ins Rennen um die Weltherrschaft. Bond (Sean Connery) spürt in "Diamantenfieber" (1971) ein Laboratorium von Blofeld auf, in dem dieser Doppelgänger von sich selbst erschafft. 007 gelingt es, einen zukünftigen Doppelgänger zu töten sowie einen weiteren, den er irrtümlich für den echten Blofeld hält – mitgekommen?
Weniger chaotisch, aber nicht weniger böse, treibt es Dr. Kananga (Yaphet Kotto, M.) in "Leben und sterben lassen" (1973). Zusammen mit seinem Alter Ego Mr. Big will er sich das Monopol auf dem Drogenmarkt sichern. Nachdem drei MI6-Agenten gescheitert sind, triumphiert Bond (Roger Moore) am Ende doch noch.
Treffsicher und grausam ist "Der Mann mit dem goldenen Colt" (1974). Christopher Lee schlüpft in die Rolle des Auftragsmörders Francisco Scaramanga, der es dank seiner vergoldeten Waffe durchaus mit 007 aufnehmen kann. Besonderes Kennzeichen: Der erwähnte goldene Colt und eine dritte Brustwarze...
Diese Stimme kann nur einem Fiesling gehören: In "Der Spion, der mich liebte" (1977) träumt Curd Jürgens als Karl Stromberg (M.) von einem Leben der Menschen unter Wasser. Der ein oder andere dürfte sich – zurecht – an Captain Nemo erinnert fühlen.
Von den tiefen des Meeres geht es in "Moonraker" (1979) für 007 in unendliche Weiten. Der exzentrische Millionär Hugo Drax (Michael Lionsdale) will die Menschheit mit Giftgas vernichten. Wenige Auserwählte, die auf seiner Raumstation in Sicherheit sind, sollen überleben und den Fortbestand der Menschheit sichern.
Eigentlich ist er kein Bond-Bösewicht im klassischen Sinne: Doch Beisser (im Original "Jaws" genannt, Richard Kiel) und sein spezielles Gebiss verdienen durchaus eine Erwähnung. Auftritte hat der Auftragskiller in "Moonraker" (1979) und "Der Spion, der mich liebte" (1977) als Gegenspieler von Roger Moore, dem er zeitweise tatsächlich die Show stiehlt.
Arbeitet für den, der besser zahlt: Aristoteles Kristatos (Julian Glover, r.) stellt sich je nachdem auf die Seite von MI6 oder KGB. Egal - als er in "In tödlicher Mission" (1981) einen Steuercomputer aus einem Schiffswrack bergen soll, kommt ihm Bond in die Quere.
Einen adeligen Schurken hatten wir noch nicht: Kamal Khan (Louis Jourdan) ist ein afghanischer Prinz, der es in "Octopussy" (1983) mit illegalem Kunsthandel und Hehlerei zu Reichtum gebracht hat. Zwischen all dem Geschmeide wirkt der Schurke trotzdem etwas harmlos.
Ganz anders Theater-Mime Klaus Maria Brandauer. Als Maximilian Largo (l.) in "Sag niemals nie" (1983) fordert er einen gealterten Bond (Sean Connery) zum Spielen heraus. Die Spielfreude ist dem 007-Antagonisten wahrlich anzusehen.
Ursprünglich sollte statt Christopher Walken David Bowie die Rolle des Max Zorin in "Im Angesicht des Todes" (1985) übernehmen. Gut, dass dem nicht so war. Walken (hier mit Grace Jones) spielt einen übermässig intelligenten Psychopathen, der durch ein Erdbeben das Silicon Valley zerstören will. Das gelingt ihm am Ende nicht, überzeugt hat er uns als Fiesling aber trotzdem.
Mit "Der Hauch des Todes" (1987) erhält James Bond ein neues Gesicht. Timothy Dalton wird zum Geheimagenten Ihrer Majestät und bekommt es mit dem Schurkengespann Brad Whitaker (Joe Don Baker, M.) und dem Soviet-General Koskov (Jeroen Krabbé, r.) zu tun.
Er hält sich statt einer Katze einen Leguan und gehört zu den durchtriebensten Fieslingen im 007-Universum: Der südamerikanische Drogenbaron Franz Sanchez (Robert Davi) tötet in "Lizenz zum Töten" (1989) erst die Ehefrau von Bonds Freund und US-Kollegen Felix Leiter und verstümmelt diesen anschliessend.
Vom Freund zum Feind wird Alec Trevelyan (Sean Bean, l.). In einem äusserst persönlichen Rachefeldzug zieht er als Janus (Gott mit zwei Gesichtern) in "Goldeneye" (1995) gegen James Bond (Pierce Brosnan) und ganz England. Der Grund: Seine Eltern wurden von den Briten an Stalin ausgeliefert.
Vergessen sind KGB, Atomraketen und Kalter Krieg in "Der Morgen stirbt nie" (1997): Die Medien sind die neue Macht, die sich Mogul Elliot Carver (Jonathan Pryce) zunutze machen will. Als ihm James Bond auch noch die Geliebte ausspannt, knallt es.