"Get the F*ck out of my House": "Das ist die krasseste Show der Welt!"

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Zu viele Menschen auf zu engem Raum: Das kann nicht gut gehen. In der zweiten Folge des Sozialexperiments von ProSieben drohten sogar erste ernsthafte körperliche Auseinandersetzungen. Es gab auch wieder eine Verletzte. © teleschau - der mediendienst GmbH

Wie verpflegen sich 100 Personen in einem Haus, das eigentlich nur für eine vierköpfige Familie eingerichtet ist - noch dazu mit sehr spärlichen Rationen? Das ist eine der entscheidenden Fragen bei "Get the F*ck out of my House". Obwohl, nach der ersten Sendung des ProSieben-Sozialexperiments waren es ja "nur" noch 75 Insassen. Die übrigen 25 verliessen freiwillig das Haus oder wurden rausgewählt.
Die Lösung gegen Futterneid: deutsche Organisation. Patrick B., ein Baum von einem Kerl mit schwer tätowiertem rechten Arm, organisierte eine Essensausgabe nach Nummernvorgabe. Seine kluge Begründung: "Es gibt jetzt nur noch eine Portion für eine Person." Unter dem zuvor amtierenden "Hausboss" Norbert konnten sich einzelne Bewohner gleich drei Teller nur für sich alleine sichern. Chaos war die Folge.
TV-Knast als erfolgreiche Diät? Das scheint zu funktionieren. Mikail aus Lünen rechnete vor, dass er in nur einer Woche fünf Kilo verloren habe. Auch bei Melanie S. sind einige Pfunde gepurzelt. Das allerdings finde sie total doof, so die 22-Jährige aus Ratingen. In ihrer eigenen Logik begründete sie: "Jetzt habe ich mir umsonst Fett absaugen lassen."
Auch die zweite Folge eines Lebens auf engstem Raum forderte wieder ihre "Opfer". So beispielsweise Steffen. Der Lagerist aus Schmallenberg musste so sehr an seine Frau und sein Kind denken, dass er es unter lauter Fremden nicht mehr aushielt. Nach seinem Abgang waren es nur noch 74 Insassen.
Das Spiel "Kirschkernweitspucken" wurde für die verbliebenen 74 Bewohner zum Desaster. Es hätte immerhin 2.000 Euro in eine bereits karge Haushaltskasse (64,47 Euro) spülen können. Am Ende blieb nur ein trauriger Euro. Weil die "Spucker" die entscheidenden Felder nicht trafen oder Kandidat Tim (Bild) seinen Kirschkern gleich verschluckte.
Nur ein neuer Euro für die Haushaltskasse bedeutete: Eine weitere Woche des Hungerns stand bevor. Joe aus Bergheim litt besonders darunter. Keine Privatsphäre, der seelische Stress und die Entbehrungen machten ihn endgültig fertig. Fast wäre er sogar handgreiflich geworden.
Zu etwas Ansehnlicherem zwischen all dem Leid, seelischen Grausamkeiten und Entbehrungen des Hungerns. Das ist Melanie, bekannt durch ihren Spruch: "Jetzt habe ich mir umsonst Fett absaugen lassen." Vor allem ihr vermeintlich "künstliches" Hinterteil erregte die Gemüter. Zumindest das von Elisa, einer tätowierten jungen Dame, selbst ausgestattet mit sehr üppiger Oberweite.
Zwischen Elisa (links) und Melanie kam es folgerichtig fast zum Streit. Melanie: "Du hast über meinen Arsch abgelästert." - Elisa: "Das macht jeder hier im ganzen Haus." - Melanie: "Deine Brüste sehen auch richtig künstlich aus."
Damit war das Haus in zwei Lager gespalten. Man könnte sagen: zu dicker Hintern vs. aufgepumpte Brüste. Melanie suchte unter ihren "Freundinnen" nach einer Erklärung für durchaus hausgemachte Probleme. Die 22-Jährige: "Sie findet das so hässlich mit meinem angeblich fetten Arsch und hat selbst die grössten Brüste. Es gibt jedoch keine Argumentation, warum sie mich hassen könnte. Ich glaube im Ernst: Das ist Neid."
Die erste Regentschaft eines "Hausbosses" endete für Norbert mitunter unrühmlich. In der vergangenen Woche wurde er von einem Unzufriedenen als "verlogen" beschimpft. Nach der nun zweiten Wahl zum neuen "Hausboss" soll Henri (links), ein leidenschaftlicher Lastwagenfahrer aus Riesa, die Sache besser machen.
Henri war noch nicht richtig im Amt, da hatte er auch schon zwei weniger in seiner Gefolgschaft. Joe (der mit dem Stinkefinger) und Jamie verliessen klammheimlich das Haus. Ob's an Henris Wahl zum neuen Chef lag? Das liessen sie offen. Mitleid zeigte der neue Boss jedenfalls nicht: "Ob sie jetzt gehen oder später, ist letztendlich egal", frotzelte er.
Hatten die ausgeschiedenen Joe und Jamie eine Vorahnung? Henri schien mit seiner ersten Entscheidung egoistischer als Vorgänger Norbert zu sein. Kurzerhand warf der neue Boss die Frauen aus seinem nun abgetrennten 33-Quadratmeter-Bereich. Norbert liess sie noch bei sich nächtigen und baden. Henri hingegen wollte allein sein.
Boss Henri hatte sein eigenes Bett, Ülmen und Marie hingegen pflegten gemeinsame Kuscheleinheiten. Diese allerdings können gefährlich werden, wenn die Eifersucht zuschlägt. Denn: Olivia aus Offenbach war zunächst an Maries warmer Stelle. Und sie hatte doch noch so wunderbar von Ülmen geschwärmt: "Er hat einfach diesen Blick drauf, der Frauenherzen schmelzen lässt."
Ülmen und Marie kamen sich in der Nacht tatsächlich näher. "Ich hatte eine wunderschöne junge Frau im Arm und habe mich wohlgefühlt. Sie hat sich wohlgefühlt, und so kann's auch gerne weitergehen", schwärmte Ülmen. Ob der Crailsheimer da mal nicht auf der falschen Spur ist? Denn: Marie ist verheiratet!
Mit Jasmin aus Sehnde ("Ich habe Hunger auf Schokolade") verliess der nunmehr 29. Kandidat das Haus. Da sollte für die verbliebenen 71 Insassen doch langsam mehr Platz sein, oder? Die Moderatoren Thore Schölermann und Jana Julie Kilka versperrten kurzerhand das "Mädchenzimmer". Dementsprechend stehen im Haus nur noch 106 Quadratmeter zur Verfügung.
Weitere Kandidaten hielten den Stress, den Hunger und die Enge nicht mehr aus. Den bislang besten Abschied zelebrierte Sido. Der 22-Jährige stürmte durch die Masse seiner bald ehemaligen Mitbewohner, er sprang über die Terrasse in die Freiheit und genoss dort nach sehr langen zwei Wochen sein erstes Bad im Teich. Damit waren es im Haus "nur" noch 63 Bewohner.
Schon beachtlich: Während viele Jüngere wegen Nichtigkeiten wie fehlender Schokolade frühzeitig aufgaben, hielt sich Kurt weiter wacker. Der Schweizer ist der älteste Bewohner des Hauses - mit 81 Jahren, nein, 82. Seinen Geburtstag feierte er als "Insasse" eines TV-Knastes. Das wird Kurt wohl auch noch nicht so oft gemacht haben.
Für den Mann des Tages gab es nicht nur ein Küsschen. Auch einen selbstgebackenen Kuchen erhielt er. Dazu auch noch eine Flasche Bier ganz für sich allein. Man lerne: Viele einander kaum bekannte Menschen können manchmal eben doch nett zueinander sein.
Am Ende "flogen" sie beinahe wie die Fliegen. Der emotionale Höhepunkt, Kurts Geburtstag, nahm Kandidaten wie beispielsweise Spassvogel Mikail dermassen mit, dass er nur noch heim zu Mama wollte. Der insgesamt 40. Auszug resümierte unter Tränen: "Das ist die krasseste Show der Welt. Man muss über dem Hunger stehen, man muss Gefühle hinter sich lassen. Ansonsten schafft man das einfach nicht."
Die totale Eskalation zum Finale: Im Übermut wollte Jackson die von "Hausboss" Henri abgewählte Neli doch nur aus der Haustür schwingen. Aus diesem Spass wurde schmerzhafter Ernst: Neli knallte mit dem Kopf gegen den oberen Türrahmen.
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