Die RTL-Show "Mario Barth räumt auf" irrlichtert zwischen Servicesendung ohne Tiefgang und Comedy-Format frei von Pointen. Dabei setzt man mit Themen wie "YouPorn", "Überfüllte Notaufnahmen", "Hundesteuer", "Deutsche Bahn" und "Pipi auf der Haut" auf einen ziemlich schrägen Inhalte-Mix. Das konnte im Grunde fast nicht gutgehen.

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Seit vergangenem Jahr greift Comedian Mario Barth in seiner Show "Mario Barth räumt auf" alltägliche Ärgernisse auf und stellt Gesetze und Richtlinien, aber auch Unternehmen und Einrichtungen, auf den Prüfstand.

Dabei steht ihm ein prominenter "Rat der Weisen" zur Seite, der sich am Mittwochabend aus "Stiftung Warentest"-Chef Hubertus Primus, Dermatologin und Autorin Yael Adler, Comedian Chris Tall, TV-Moderatorin Angela Finger-Erben und Jürgen Vogel zusammensetzte.

"Mario Barth räumt auf": Von "YouPorn" zu Notaufnahmen

Gestartet wurde mit ein paar Minuten Stand-up im Themenpark "Internet und Soziale Medien" in typisch Barth’scher Manier – also mit kaum atmen und gänzlich ohne Punkt und Komma. "Wenn du dort heute nicht likest, bist du Assi", weiss Barth.

Selbst auf "YouPorn" könne man dies bereits, so der Comedian, der die erste Pointe des Abends ins Rennen schickte: "Klar, wenn Männer dort einen Film gekuckt haben, denken sie sich ganz sicher danach sowas wie 'Ja, der Film war aber schön' oder 'War gut, nur am Anfang bin ich nicht ganz reingekommen'."

Der erste Filmbeitrag war eine Nuance ernsthafter und führte die Zuseher in deutsche Notaufnahmen. Die gelten gemeinhin als überfüllt, was das Personal vor Ort naturgemäss an seine Grenzen bringt. Vorab wollte Barth klären, wann es sich überhaupt um einen Notfall handelt: "Arm und Bein ab? Notfall! Kopf ab wäre auch Notfall", bricht es der Comedian herunter. Bei der Oma, die wegen der auf ihr liegenden Katze nicht mehr aus dem Bett konnte und den Notarzt rief (wahre Geschichte): "Kein Notfall!"

"Wir werden fast täglich verbal bedroht und beleidigt, obwohl wir versuchen, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, das Maximale rauszuholen", schilderte Stefan Wollschläger, Pflegleiter im Umfallkrankenhaus Berlin, den Sachverhalt.

Das aggressive Verhalten habe deutlich zugenommen. Schon zu diesem Zeitpunkt der Sendung wurde eines klar: Die Verknüpfung ernster und aktueller Themen mit skurrilen Geschichten und lauwarmen Kalauern ist problematisch und bräuchte an sich ein Team, das die Eigenschaften "sensibel" und "saukomisch" vereint.

Vom O-Ton des Pflegeleiters zum Fellatio beim Eierkuchen-Backen

Unmittelbar nach einem im Grunde traurigen Statement eines Pflegeleiters wurde dann direkt der Fall eines Pärchen gebracht, das gleichzeitig Eierkuchen in der Pfanne zubereiten und Fellatio praktizieren kann - das ist dann schon ein wenig "dings", wie man auf Twitter sagen würde.

Und ist es auch noch so wahr, dass dem Mann beim ungeschickten Wenden des Eierkuchens selbiger auf den Nacken der Frau klatschte, was bei ihr wiederum einen Beissreflex auslöste, der für ihn wiederum fatale Folgen hatte. Rein Prinzipiell: Ja, das war durchaus auch ein Notfall.

Im Laufe der folgenden Tests wie etwa jenem, bei dem der "Rat der Weisen" unterschiedliche Feuerlöscher auf deren Wirksamkeit abklopfte, wurde es dann auch inhaltlich richtig dünn. Erkenntnisse? Nur dieser Art: Löschsprays sind suboptimal. Nicht jeder Feuerlöscher eignet sich bei Fettbrand. Wenn zu Hause Fett Feuer fängt und man keinen Feuerlöscher bei der Hand hat: Decke drauf! Da fehlte nur noch der Hinweis: "Wenns brennt: Vorsicht, heiss!"

Die "Deutsche Bahn": "Zu spät, zu voll, zu kacke"

Ähnlich oberflächlich gestaltete sich der Beitrag über die "Deutsche Bahn". Dass dort bei Gott nicht alles auf Schiene läuft, ist kein Geheimnis. Das Urteil der Sendung über das Unternehmen – "Zu spät, zu voll, zu kacke" – war dann aber doch aussergewöhnlich dumpfer Natur. Tipp der Redaktion am Ende: "Nehmen Sie den Irrsinn mit der Deutschen Bahn mit Humor."

Erstaunlich, dass sich ausgerechnet die Autoren der Sendung partout nicht daran halten wollten, ging deren Joke-Bombardement doch ständig ins Leere.

Auch die schauspielerische Leistung der beiden (vermeintlichen) Rechtsanwälte, die danach schräge und reale Fälle aus deutschen Gerichten präsentierten, war so übel, dass man beinah wieder lachen musste.

Wirklich schmunzeln musste man jedoch über Rentner Günter M., der die Stadt Essen mangels öffentlicher Toiletten auf 180 Euro "Pinkelgeld" verklagte. "Wenn ich in die Stadt gehe, muss ich in eine Gastwirtschaft und dort etwas trinken, um aufs Klo gehen zu können", so der alte Herr. Sein Ansinnen wurde aber vom Oberverwaltungsgericht in Münster abgeschmettert.

Klage auf Beischlaf-Schadenersatz?

Jenem Pärchen, das in einem Hotelzimmer auf Menorca ob separater Einzelbetten dem Matratzensport nur schlecht nachgehen konnte, durfte sich dann nicht mal über finanzielle Zuwendungen freuen. Deren Klage auf Beischlaf-Schadenersatz wegen "nutzlos aufgewandter Reisezeit" wurde abgewiesen.

"Dem Gericht sind mehrere allgemein bekannte und übliche Variationen der Ausführung des Beischlafs bekannt, die auf einem einzelnen Bett ausgeübt werden können, und zwar durchaus zur Zufriedenheit aller Beteiligten", beschied damals der launige Richter.

Auch den Elfmeter, die mit Sicherheit problematische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) den Zusehern näher zu bringen, konnte das Format nicht verwandeln. "Eine der bescheuertsten Erfindungen der letzten Jahre", befand Jürgen Vogel.

Klar, die DSGVO treibt tatsächlich schräge Blüten. Dass in einer bayrischen Gemeinde für Bedürftige keine Weihnachtsgeschenke mehr organisiert werden konnten, da das Sozialamt die Adressen nicht mehr herausgeben darf, ist in der Tat unerträglich. Aber fast ausschliesslich die negativen Auswüchse der Informationspflichten anzusprechen, ohne DSGVO-bedingte Verbesserungen aufzugreifen oder mögliche Nachbesserungen zu konkretisieren, ist der Sache wenig zuträglich.

Ausserdem: "Hund versus Katze" und "Pipi auf der Haut"

"Warum gibt es eigentlich eine Steuer für Hunde, aber keine für Katzen?", wollten die Zuseher dann noch von Mario Barth wissen. "Katzen machen ihre Kacka ja selber weg, vielleicht liegt’s daran", war der erste und letzte verbale Beitrag des Abends von RTL-Moderatorin Angela Finger-Erben, die selbst drei Katzen hatte und offenbar deren "Kacka" bis heute nicht finden konnte.

In jedem Fall, so Mario Barth, stamme das Gesetz aus dem 19. Jahrhundert. "Damals waren Hunde ein Luxusgut, während Katzen als sinnvoll galten, weil sie Mäuse, Ratten und Ungeziefer jagen."

Zum Abschluss gab’s noch die spannenden Themen "Pipi machen im Pool" (dazu nur so viel: Eher nicht!) und "Urin als Heilmittel".

Dermatologin und Bestseller-Autorin Yeal Adler: Der im Urin enthaltene Substanz Harnstoff ("Urea") sei ein natürlicher Feuchthaltefaktor. "Wenn wir ihn auf die Haut schmieren, wird sie befeuchtet", so Adler, die aber eher zur synthetischen hergestellten Urea-Variante in Fettcremen rät. Auf eine Wunde würde sie aber nicht pullern, ergänzte sie noch. Hätten wir das auch geklärt.

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