(mf/cze/dpa) - Mit der Bekanntgabe der Nominierungen wird das diesjährige Rennen um die Oscars endgültig eröffnet. Als heissester Favorit gilt "The Artist" von Michel Hazanavicius, der in beinahe allen Hauptkategorien nominiert ist. Auch Wim Wenders hat die Chance auf eine der Auszeichnungen.

Der deutsche Regisseur ist mit seiner 3-D-Hommage "Pina" nominiert. Der Film über die 2009 gestorbene legendäre Tänzerin Pina Bausch, Gründerin des Wuppertaler Tanztheaters, tritt bei der Oscar-Vergabe in der Sparte "Bester Dokumentarfilm" an. "Pina" hatte anfangs sogar doppelte Oscar-Chancen, denn der Film war für Deutschland auch ins Rennen um den Auslands-Oscar gezogen. Bei einer Vorauswahl schaffte es "Pina" in der Sparte "nicht-englischsprachiger Film" zwar in die Gruppe von neun Spitzenkandidaten, konnte sich am Dienstag aber nicht unter den Top-5-Nominierten platzieren.

Seine erste Oscar-Nominierung hatte Wenders im Jahr 2000 für die Musik-Doku "Buena Vista Social Club" in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" erhalten, war bei der Preisvergabe dann aber leer ausgegangen.

Der Hamburger Nachwuchsregisseur Max Zähle darf sich ebenfalls freuen. "Ich bin einfach nur unglaublich stolz, glücklich und dankbar", sagte Zähle der Nachrichtenagentur dpa kurz nachdem er mit seinem Kurzspielfilm "Raju" nominiert wurde.

Zähle verfolgte die Entscheidung live im Internet beim "Sundance-Film-Festival" in den USA. "Man macht immer Scherze darüber, aber dass es wirklich passiert, ist Wahnsinn", sagte der 1977 geborene Nachwuchsfilmer zu seiner Nominierung. Zur Oscar-Verleihung Ende Februar will er gemeinsam mit seinen beiden Hauptdarstellern Wotan Wilke Möhring und Julia Richter sowie dem Produzenten und dem Kameramann nach Los Angeles fliegen.

Die Oscars werden am 26. Februar in Hollywood zum 84. Mal vergeben, die Gala wird nun von Billy Crystal moderiert, nachdem Eddy Murphy im Herbst die Show abgesagt hatte. Die Gewinner der Ehren-Oscars stehen bereits fest: Der Schauspieler James Earl Jones ("Conan der Barbar" oder "Jagd auf Roter Oktober") und der Maskenbildner Dick Smith ("Der Tod steht ihr gut" oder "Amadeus") wurden bereits im Herbst 2011 mit dem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Hier die Nominierungen in den wichtigsten Kategorien auf einen Blick:

Bester Film

  • "The Artist" von Michel Hazanavicius
  • "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten" von Alexander Payne
  • "Moneyball" von James Lewis
  • "The Tree of Life" von Terrence Malick
  • "Midnight in Paris" von Woody Allen
  • "Extrem laut und unglaublich nah" von Stephen Daldry
  • "Gefährten" von Steven Spielberg
  • "Hugo Cabret" von Martin Scorsese
  • "The Help" von Tate Taylor

Beste Regie

  • Martin Scorsese für "Hugo Cabret"
  • Woody Allen für "Midnight in Paris"
  • Michel Hazanavicius für "The Artist"
  • Alexander Payne für "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"
  • Terrence Malick für "The Tree of Life"

Beste Hauptdarstellerin

  • Meryl Streep für "Die eiserne Lady"
  • Viola Davis für "The Help"
  • Michelle Williams für "My Week with Marilyn"
  • Glenn Close für "Albert Nobbs"
  • Rooney Mara für "Verblendung"

Bester Hauptdarsteller

  • George Clooney für "The Descendants"
  • Brad Pitt für "Moneyball"
  • Jean Dujardin für "The Artist"
  • Gary Oldman für "Dame, König, As, Spion"
  • Demian Bichir für "A Better Life"

Beste Nebendarstellerin

  • Octavia Spencer für "The Help"
  • Jessica Chastain für "The Tree of Life" oder "The Help" oder "Take Shelter"
  • Janet McTeer für "Albert Nobbs"
  • Melissa McCarthy für "Brautalarm"
  • Bérénice Bejo für "The Artist"

Bester Nebendarsteller

  • Christopher Plummer für "Beginners"
  • Kenneth Branagh für "My Week with Marilyn"
  • Jonah Hill für "Moneyball"
  • Max von Sydow für "Extrem laut und unglaublich nah"
  • Nick Nolte für "Warrior"

Bester nicht-englischsprachiger Film

  • "Nader und Simin - Eine Trennung" von Asghar Farhadi (Iran)
  • "Bullhead" von Michael R. Roskam (Belgien)
  • "Monsieur Lazhar" von Philippe Falardeau (Kanada)
  • "Hearat Shulayim" von Joseph Cedar (Israel)
  • "In Darkness" von Agnieszka Holland (Polen)