Team Mangold ist Geschichte und kaum ist der Bachelor weg, zeigen sich in der jüngsten Folge vom "Sommerhaus der Stars" die ersten Risse in der Anti-Eva-Koalition. Die sollten sogar noch grösser werden, als Michaela Scherer und Martin Bolze (die Pharos) bei der Nominierung für eine Überraschung sorgen.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock

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"Das 'Sommerhaus' hat uns noch einmal gezeigt, dass wir wirklich gute Menschen sind, die ihr Herz am rechten Fleck haben, die authentisch sind und die keine Maske aufsetzen oder irgendeine Rolle spielen und ich denke, das konnten wir den anderen auch zeigen und es uns selbst beweisen", zieht Jennifer Lange ein abschliessendes Fazit ihrer Zeit im "Sommerhaus der Stars", nachdem sie dieses auf Geheiss ihrer Dauerrivalin Eva Benetatou zusammen mit Bachelor a. D. Andrej Mangold in der vergangenen Folge verlassen musste.

Seitdem sind ein paar Tage vergangenen und so langsam ruckeln sich Selbst- und Fremdwahrnehmung ein bisschen zurecht. Schenkt man manchen Berichten Glauben, soll einem Kooperationspartner der Auftritt der beiden nämlich sogar ein bisschen zu authentisch gewesen sein, weshalb er seine Zusammenarbeit mit den Bachelors noch einmal überdacht haben soll.

Oder wie die zuletzt lachende Konkurrentin Eva Benetatou den von ihr initiierten Rauswurf beschreibt: "Das Leben ist halt kein Ponyhof."

Caro Robens ist verzweifelt

Das war es in der Tat noch nie – es sei denn, man lebt auf einem Ponyhof – aber die plötzliche Fixierung auf die Bachelors als Vertreter der dunklen Seite verwundert insofern, als dass sich bisher auch keines der anderen Paare als Sympathieträger in den Vordergrund gedrängt hat.

Vielleicht einmal abgesehen von Denise Kappés, die vergleichsweise früh merkte, dass "Das Sommerhaus" ein Rückschritt in der Evolution, mindestens aber für die geistige Gesundheit ist und mit ihrem Freund Henning schnellstmöglich das Weite suchte.

Wie dem auch sei, die Sommerhäuser müssen nun ohne Herr und Frau Bachelor auskommen – nur ruhiger sollte es dadurch nicht werden. Vor allem bei Caro und Andreas Robens hängt der Haussegen schief.

"Ich bin verzweifelt, ich bin da machtlos", bringt Caro Robens den Zuschauer auf den aktuellsten Stand und der ist besonders nebelverhangen, denn Caro weiss immer noch nicht so recht, warum gerade Sauregurkenzeit ist.

"Das sind grundlegende Sachen, die eigentlich auch nicht hierhergehören", versucht Andres so präzise wie möglich nichts zu sagen, weshalb Caro zu dem Schluss kommt: "Ich kann nichts anders machen, weil ich nicht weiss, was ich anders machen soll."

Der Zuschauer wüsste schon, was er anders machen könnte, aber irgendwie ist der Beziehungsstress so unangenehm realistisch, weil jeder, der schon einmal Zeuge eines Streits eines anderen Paares wurde, weiss, wie unangenehm so eine Situation für alle ist.

Man ist gefangen zwischen den Impulsen Erste Hilfe zu leisten, das Paar anzuschreien oder selbst wegzurennen. An dieser Stelle einfach den Fernseher auszuschalten, wäre, als würde man Caro Robens sich selbst überlassen. Da könnte man auch gleich Katzenbabys aussetzen – so weit treibt einen RTL.

"Sommerhaus der Stars": Ein Spiel, sie alle zu trennen

Apropos: Damit auch bei den anderen Paaren keinerlei Harmonie aufkommt, greift RTL zu einem Klassiker unter den Eskalationsbeschleunigern: Das Einpark-Spiel. Ein Partner sitzt mit verbundenen Augen im Auto, der andere muss ihn durch einen Parkour in eine Parklücke dirigieren.

Weil eine solche Situation schon mit unverbundenen Augen bei Paaren einen Scheidungsreflex auslöst, hier einfach ein kurzes Best-of der Partnergespräche:

  • "Ich dachte wirklich, ich werde heute das Problem sein" (Lisha)
  • "Du bist grad' wie eine Frau, die ihre Tage hat und keine Schokolade bekommen hat" (Lisha)
  • "Arschloch!" (Diana Herold)

Erstaunlicherweise hat das Parkour-Spiel die trennungsbedrohten Robens wieder einander näher gebracht: "Wir ziehen das als Team zusammen durch", ist Caro überzeugt und auch Andreas, der kurz zuvor noch von Scheidung sprach, meint nun: "Man muss sich ja nicht gleich trennen, nur weil es mal kracht."

Lou: "Du drehst durch in diesem Haus"

Der Rest der Folge unterliegt dann eher den Gesetzen der Langeweile. Die Truppe perlt in der münsterländischen Sonne, schmiedet Pläne für die nahende Wahlnacht und Lisha sieht den Zusammenhalt der einstigen Anti-Eva-Front in ernster Gefahr – und kennt auch den Grund dafür.

"Wäre Andrej noch hier gewesen, wäre die Gruppe nie so auseinandergefallen. Nie. Das hätte er nie zugelassen." Ja, Mangold, der grosse Integrator. Die Gruppe ist jedenfalls Geschichte und nachdem sich Diana und Michael und Lisha und Lou haben schützen können, stehen für die grosse Hinauswahl nur noch Annemarie Eilfeld und Caro und Andreas Robens zur Disposition.

Aufgrund der bisherigen Sympathieverteilung droht ein Patt, doch die Pharos (Michaela Scherer und Martin Bolze) schiessen die einst so stolze Anti-Eva-Front mit ihrer Entscheidung sturmreif: "Wir haben uns schweren Herzens für Tim und Annemarie entschieden, weil ihr einfach für uns das stärkste Paar hier seid."

Das sorgt bei den Geschassten für grosse Augen und bei Lou für dicke Backen: "Ich würde sagen: Die Nominierung heute war einfach 'ne straighte Hinrichtung. So wie wenn du eine Ziege zur Schlachtbank bringst und direkt, zack, ohne zu warten köpfst."

Ja, nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, doch während die "geköpften Ziegen" noch packen, baut sich bereits eine neue Anti-Eva-Front auf. Oder wie es Lou formuliert: "Du drehst durch in diesem Haus."

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