Spannung im "Ninja Warrior Germany"-Halbfinale: Die Favoriten gehen baden

"Ach, du meine Güte!" Moderator Frank Buschmann hatte im zweiten Halbfinale von "Ninja Warrior Germany" (RTL) mehrfach Anlass, entsetzt aufzustöhnen. Denn die Favoriten gingen reihenweise baden. Buschi liess sich trotzdem hinreissen - und gestand einem Athleten seine Liebe. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Zum "neuralgischen Punkt" im Parcours mit neun Hindernissen werden die Schwungscheiben. Etliche der 51 Halbfinalisten setzen da den Lauf ins Wasser. Auch Nico Hädicke (hier an den Schwungbrettern) hat Pech. Er kommt nicht schnell genug weit genug und verfehlt das Finale knapp.
Jörn Kröll hat dagegen Glück. Er ist gut und schnell unterwegs, bewältigt die diffizilen Hangeltrommeln (Bild) souverän. Er erreicht an den aus vier Elementen bestehenden Schwungscheiben immerhin den zweiten Griff (zwischen den beiden Scheiben). Das reicht, um in der Endabrechnung Zwölfter zu werden. Aufatmen - Finale erreicht.
Im letzten Jahr scheiterte Jun Kim (32) im Halbfinale an den Schwungscheiben. Und genau dieses Schicksal ereilt den Foto- und Videograf auch dieses Mal. Allerdings hat das Déjà-vu auch eine positive Seite: Wie 2019 ist Jun schnell genug unterwegs und rutscht erneut ins Finale - als Dreizehnter.
Joel Mattli (26), der mit seinem Kumpel Jun Kim im Februar 2020 an den World Championships der amerikanischen National Ninja League teilgenommen hatte, muss ein paar Augenblicke länger zittern. Auch für den Vorjahres-Dreizehnten sind die Schwungscheiben zu tückisch. Letztlich reicht seine Zeit aber für Rang 15 und den Einzug in die erste Finalshow.
"Der hat's drauf!" Buschi ist von den Fähigkeiten von Philipp Hans überzeugt. Und anfangs ist die Performance des Vorjahresfinalisten im Parcours auch wahrlich eine "Demonstration" (Jan Köppen). Aber an den Schwungscheiben ist Schluss: Philipp fällt ins Wasser, hat aber Glück: Als 22. rutscht er gerade noch so ins Finale.
Kim Marscher ist aufgrund seines Erfolgs am Power Tower in der Vorrunde fürs Finale gesetzt. Seinen "Trainingswettkampf ausser Konkurrenz" verfolgt Buschi wohlwollend: "Ich leg mich fest: Das ist mein Top-Favorit!" Kaum sind die Worte verklungen, da schmiert Kim auch schon ab - wie so viele an den Schwungscheiben. Jan: "Das ist eine Überraschung."
Tatjana Holz wäre gerne bis zu den Schwungscheiben gekommen. Buschi ("Achtet auf diese Frau!") traut der 31-Jährigen sogar den Titel "Last Woman Standing" zu. Aber schon am zweiten Hindernis, den Schwungbrettern, platzt der Finaltraum. Tatjana ("Mein Ziel: Buzzern!") unterläuft ein Flüchtigkeitsfehler - und den bestraft der Parcours gnadenlos. Aus!
Die zweite Powerfrau und LWS-Mitfavoritin des Abends ist Stefanie Noppinger. Buschi drückt ihr die Daumen: "Ich wünsch mir im Finale 'nen Showdown zweier Frauen!" "Krasstrid" Sibon ist bereits qualifiziert. Steffi (Bild), die schon in der Vorrunde finishte, spaziert förmlich durch den Parcours. Jan staunt: "Das sieht so entspannt aus!"
Erst am doppelten Rohrschlitten, dem letzten Hindernis, geht die Reise für Stefanie Noppinger zu Ende. Sie wassert mit einem spektakulären Rückenplatscher, ist aber als Siebte locker fürs Finale qualifiziert. "Das war ne Ansage an Krasstrid", meint Jan. Und für Steffis Herzblatt Oli Edelmann gibt's auch eine: "Entweder Megawand oder Arschtritt!"
Oliver Edelmann, der erste "Last Man Standing" (2016) überhaupt und Freund von Steffi Noppinger, hat sein Finalticket schon sicher, weil er in seiner Vorrunde am Power Tower triumphierte. Trotzdem, so Jan Köppen, will er "zeigen, wo der Oli die Locken hat". Er beginnt souverän, dann aber geht's an die Schwungscheiben.
Auch einer, der schon dreimal im NWG-Finale stand, kann scheitern. Oli Edelmann passiert's an den Schwungscheiben. Egal, weil er eh schon qualifiziert war? Nicht ganz: "Das Schlimme ist, dass Steffi einfach besser war." Seine Freundin jubelt dann auch: "Ich hab ihn endlich geschlagen." Oli zerknirscht: "Das darf ich mir jetzt ewig anhören."
2018 stand David Eilenstein (28) schon einmal im Finale, und da will er wieder hin. Beflügelt vom erstmaligen Vorrunden-Buzzern seiner Karriere, geht er megacool durch den Parcours. Erst am Rohrschlitten taucht er weg und ins Wasser. Buschi ("Heideröslein, was ne Leistung!") gibt Entwarnung: "Finale! Juhu!"
Christian Harmat ist einer, so Jan Köppen, der "immer für Überraschungen gut ist". Allerdings auch für negative. Auch wegen seiner berüchtigten "Sperenzien" (Buschi) erreichte der Parkour-Profi erst einmal das Finale. Er steckt sich trotzdem ein grosses Ziel: "Durchkommen und buzzern - das muss heute sein!"
Flache Ziele? Kennt Christian Harmat nicht. "Ich habe ein Date mit der Mega-Wand!", sagt er vor seinem Auftritt. Und er hält Wort: Er nimmt nicht nur das 5,50 Meter hohe Ungetüm geradezu lässig (Buschi: "Das war ne Lachtaube für ihn") und streicht somit 2.000 Euro "Wand-Prämie" ein, sondern er finisht auch als Erster.
Buschi hatte sich schon zu Showbeginn festgelegt: "Ich meine: Wer finisht, steht im Finale." Und wenn man Krister Kröll so im Parcours beobachtet, scheint das wirklich so leicht getan wie gesagt: Krister (20) ist fokussiert, bedächtig - und erfolgreich. Er finisht nach "bockstarker Leistung" (Jan) und feiert den Finaleinzug. "Ja, Mann!"
In diesem Jahr tanzte Moritz Hans bei "Let's Dance" auf Rang zwei. Aber auch im Parcours hat er nichts verlernt: Moritz nimmt locker die Mega-Wand und finisht in Tages-Bestzeit. "Es ist der Wahnsinn", ist Buschi begeistert, "Moritz ist und bleibt eine Bank." Geht da noch mehr? "Last Man Standing wär mal wieder ne coole Sache", grinst Moritz.
Simon Brunner (22) stand schon dreimal im Finale und war zweimal Teil der Siegercrew "Magic Monkeys" von "Team Ninja Warrior". Diesmal will er auch im Einzel-Finale den grossen Wurf landen. Er nimmt die Mega-Wand, als wär's ein kleiner Hüpfer. Buschmann greift vor Begeisterung tief in die Emotionskiste.
Simon Brunner im Parcours zu erleben, ist wirklich eine Wucht. Buschi wird von der Begeisterung weggespült: "Der Simon gefällt mir von allen am besten." Über diese "Liebeserklärung" muss Moderatorin Laura Wontorra schmunzeln. Und Simon, der Empfänger der Love Message, ist erstaunt: "Und das vom Buschi, der ja sonst eher fürs Roasten bekannt ist!"