Mensch oder Tier? Dieser "Supertalent"-Kandidat faszinierte alle

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Mit einer ungewöhnlichen Zombi-Performance lässt ein Schlangenmensch die Jury staunen. "Da ist doch irgendwas kaputt!", urteilt Sarah Lombardi. Doch es ist nicht das einzige Mal, dass die Jury ihren Augen kaum traut.

Wer weiss, dass Dieter Bohlen erklärter Musicalhasser ist, dem schwante bei der ersten Nummer Böses: Daria Tayel (12) aus Wien performte "It's Oh So Quiet" in der populären Björk-Version zwar einwandfrei wie ein Musicalprofi, doch der Juror schimpfte erst mal über die Künstlichkeit des Genres. Trotzdem befand er: "Klasse gemacht!" Dreimal Ja.
Für Francesco Caterino (35) aus Aachen schien es weniger gut zu laufen. Als "megalangweilig" empfand Bruce Darnell den ersten Trick des Zauberkünstlers. Die skeptische Jury gab ihm eine zweite Chance, er verblüffte durch eine kleine Nummer, bei der er Sarah Lombardis Gedanken zu lesen schien - und gewann: Tatsächlich kam er einstimmig weiter!
Weniger zittern musste die Gruppe "Diabolo Walker": Für die Tanz-Jonglage-Performance der taiwanesischen Mittzwanziger gab es Standing Ovations des Publikums und jede Menge Lob von der Jury: "fantastische Show" (Darnell), "mega" (Lombardi), "exzellent" (Bohlen)! Natürlich kamen die vier problemlos in die nächste Runde.
Der US-Bürger und gebürtige Südkoreaner Julius Thornton Chisolm (33) hat eine berühmte Tante: die durch einen Flugzeugabsturz viel zu früh verstorbene Sängerin Melanie Thornton (1967-2001) - "meine grösste Inspiration!" Ihr widmete er senen Animation Dance, der bei der Jury super ankam: "Du und die Musik, ihr wart eins!" (Bohlen). Drei Ja-Stimmen!
"Dich kenn' ich!", rief Bohlen, als Vlada Viola Rosa (46) die Bühne betrat. 2016 hatte sie es bis in den Auslands-Recall nach Jamaika geschafft, ist dem Juror aber hauptsächlich wegen ihrer unrasierten Beine in Erinnerung geblieben. Begleitet von ihrer geigenden Schwester sang sie "Granada" von Agustín Lara. Ein Ja gab's leider nur von Darnell.
Dima Shine (34) aus Las Vegas hatte es bereits 2009 ins "Supertalent"-Finale geschafft, konnte aber nicht antreten, weil er die Top-Chance bekam, im berühmten Cirque du Soleil aufzutreten. Die Premiere der Show fiel mit dem RTL-Live-Finale zusammen. Als "Desaster" empfand der Artist sein damaliges Dilemma und hoffte auf eine zweite Chance ...
Tatsächlich überzeugte der, wie Sarah Lombardi anerkennend bemerkte, gutgebaute Akrobat mit seiner Pole-Nummer auf ganzer Linie: Erst gab es dreimal Ja, dann überlegte Dieter Bohlen laut: "Einen besseren Artisten wird es nicht geben, oder?" Begleitet von Bruce Darnell schritt er zum goldenen Buzzer und wählte Dima Shine direkt ins Finale.
"Wenn ich einen Fehler mache, könnte ich sie töten", beschrieb Andrei Gomonov (37) seine Messerwurf-Nummer mit Daria Sharamet (25). Das Paar agierte auf der Bühne mit höchst dramatischer Attitüde, doch Bohlen befand: "Das habe ich wirklich schon besser gesehen." Auch die anderen Juroren waren nicht überzeugt: Aus für die beiden Weissrussen.
Weiter ging's mit dem 15-jährigen Jacob Norton. Der Brite hat einen für sein Alter eher untypischen Musikgeschmack, liebt Jazz und Swing und sang den unter anderem schon von Nina Simone und Michael Bublé gecoverten Musicalklassiker "Feeling Good". "Great Job", lobte Darnell, und auch die anderen Juroren waren angetan: eine Runde weiter!
"Positiven Spirit" wollte dann die Niederländerin Youssra Bazouz (links) versprühen und führte die Jury erst mal in die Irre, indem sie sich als Magierin ausgab. Doch bald schon sprang sie mit ihrer Tanzgruppe M.O.V.E. über die Bühne - deren acht- bis 31-jährigen Mitglieder begeisterten Jury und Publikum mit ihrer Gute-Laune-Performance: dreimal Ja!
Der selbstständige Kellerabdichter Klaus Timreck (62) aus Hagen wollte anschliessend zeigen, dass man auch im forgeschrittenen Alter und ohne Anabolika noch jede Menge Kraft haben kann. Assitiert von Kumpel Diego Möhrke (36) stemmte er 19-mal ein 100-Kilo-Gewicht. "Cool, aber kein Supertalent", befand die Jury. Nur von Bohlen gab's ein Gnaden-Ja.
"Er springt besser als Menschen, die zwei Beine haben", sagte anschliessend der Spanier Alex Segura (25) über Kumpel Rubén Roldán (17). "Grossen Respekt" zollte Lombardi dem einbeinigen Parkour-Künstler, gab aber dennoch ein Nein, weil sie "kein Supertalent" erkannte. Dank der beiden Jas der männlichen Juroren ging es trotzdem in die nächste Runde.
"Dumm und blöd" sei das, was er gleich vorhabe, gab Patrick Bertoletti (34) unverblümt zu. Sein Talent sei vor allem was "für die betrunkenen Jungs mit den umgedrehten Baseballkappen". Der US-amerikanische Koch und professionelle Schnellesser trank auf der Bühne 120 rohe Eier. Brrr! Unverständnis bei der offenbar zu nüchternen Jury: dreimal Nein.
Der wilde Beatbox-Gitarren-Mix der englischen Band DUKE kam da sehr viel besser an. Vom Publikum gab's "Finale, Finale"-Rufe für Markos Pandazis (39), Flynn Stronach (46) und Edward Travers (33), von der Jury die Bitte um eine Zugabe. Die wurde mit einer Coverversion von Seals "Kiss From A Rose" geliefert - und dann ging's ab in die nächste Runde.
"Da ist doch irgendwas kaputt!", vermutete Sarah Lombardi während des Auftritts des russischen Wahlfranzosen Sacha Yenivatov (45). Der Kontorsionist nennt sich Sasha The Frog und kam mit seiner Frau Aurelie Brua (47) auf die Bühne, um gruselig geschminkt eine Art Zombie-Comedy-Nummer zu zeigen. Kontorso... was?
Bereits nach einer Minute hatte der Juror begeistert den Ja-Buzzer gedrückt, denn: "Er ist einer der weltbesten Verdreher! Der kann sich ja selber beim Kacken zusehen." Auch Bruce Darnell und Sarah Lombardi hat "Frosch" Sasha überzeugt: Mit drei Ja-Stimmen kam er problemlos in die nächste Runde. Ob er auch ins Finale "hüpfen" wird?