"Historischer Moment": Jauch bittet WWM-Kandidatin um Autogramm, Publikumsjoker verweigert Stimmabgabe

Rollentausch: Von einer Kandidatin beim grossen Zocker-Special nimmt Günther Jauch dankend ein Autogramm an. Für ungläubiges Staunen sorgen indes andere: ein Radiomoderator, der Jauchs Warnungen missachtet. Und eine Kampfpilotin, die sich mit einer nie da gewesenen Situation konfrontiert sieht. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Während Marion Heinen selbst mit auffälligem Leopardenmuster auf sich aufmerksam macht, bemängelt die rheinische Frohnatur Günther Jauchs Hang zum modischen Understatement. Er würde Anzüge von Frank-Walter Steinmeier tragen, wirft sie dem Moderator vor. Jauch, sonst völlig uneitel, reagiert überraschend: "Bei allem Respekt vor Frank-Walter Steinmeier, das ist jetzt eine Frechheit!"
"Sie sehen so extremst seriös aus", versucht die Kandidatin zu relativieren. Doch Jauch glaubt felsenfest: Ein Bundespräsident würde nie eine Krawatte wie er tragen. Marion Heinen verweist auf den legeren Stil Jauchs zu Beginn seiner TV-Karriere. "Wenn Sie in den Sechzigern noch wie ein Berufsjugendlicher rumlaufen, machen Sie möglicherweise auch was falsch", schoss Jauch zurück. "Wobei Ihnen der Leopard wunderbar steht." Die Dame nahm es gelassen: "Ja, wild, ne?"
Mit der lebenslustigen Kandidatin, die Jauch später noch einen "Knallfrosch" nennt, hat der Moderator noch viel Spass. Von der Redaktion weiss er, dass sie gern singt. Als sie "Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann" live intoniert, lächelt Jauch selig und beeindruckt.
Als Jauch seine obligatorische Frage nach den Plänen mit dem erspielten Geld stellt, redet Heinen wie ein Wasserfall. Der Übersicht halber blendet die Redaktion die Liste ein. Renovierung, Auto, Friseursalon, Kreuzfahrt, Reise ... "Das sind schätzungsweise 4,5 Millionen Euro" staunt Jauch. Die Kandidatin: "Was meinen Sie, warum ich hier sitze?"
Bei der 125.000 Euro-Frage versagt der Brühler Bürgermeister als Telefonjoker: "Wofür gilt der von Juristen sogenannte Sichtbarkeitsgrundsatz?" Die Kandidatin macht dem Zockerspecial alle Ehre und rät: Verkehrsschilder. Richtig! "Oh, Herr Jauch, jetzt kriege ich einen Prosecco!", fordert Marion Heinen.
Jauch ist einverstanden: "125.000, das ist unsere Prosecco-Grenze." Marion Heinen kündigt indes einen "historischen Moment" an. Sie habe noch nie jemanden eine Autogrammkarte gegeben - ausgerechnet der Moderator sollte der erste sein.
Liz Vegas nannte sich die Dame seinerzeit. Doch der schmissige Künstlername verhalf ihr nicht zu Weltruhm. Falls Jauch sie heimlich anrufen wolle, müsse sie ihn enttäuschen: Die Autogrammkarte sei 20 Jahre alt und die Nummer, die Jauch zwar vorliest, dabei aber von RTL "mundtot" gemacht wird, sei nicht mehr aktuell.
Obwohl sie die richtige Antwort auf die Frage nach der Bedeutung der "Standhitze" erahnt, gibt Marion Heinen bei der 250.000-Euro-Frage auf. Bester Laune macht sie den Weg frei für ihre Nachfolger. "Das hat grosse Freude gemacht mit Ihnen", bedankt sich Jauch zum Abschied für rund eine Stunde charmantes TV-Entertainment.
Weniger glorreich verläuft der Auftritt des Radio-Hamburg-Moderators und Stadionsprechers Christian Stübinger. Die 2.000-Euro-Frage lautet: "Sobald der Nachwuchs sitzen kann, nutzten viele Eltern den Buggy als die leichte, zusammenklappbare Variante ...?" der A) Limousine, B) des Fünftürers, C) des Sportwagens oder D) des SUV?
Der Vater eines dreimonatigen Kindes hat keinen blassen Schimmer, denkt aber laut nach. Günther Jauch winkt derweil mit dem Zaunpfahl: "Ich äussere mich zu dem gesamten Unsinn, den Sie bei dieser Frage von sich gegeben haben nicht mehr. Ich gebe Ihnen nur einen kleinen Rat: Nehmen Sie einen Joker - egal, welchen."
"D schliesse ich dann jetzt auch aus, wenn Sie sagen, das ist es nicht", schlussfolgert der Kandidat aus seinem verbalen Geplänkel mit Jauch. "Ich habe gar nichts gesagt!", stellt der indes klar. Er wird immer deutlicher: "Sie wissen gar nichts. Sie raten einfach, aber Sie raten völlig ins Blaue hinein. Sie spielen ein bisschen so wie der HSV bisweilen", stichelt der Moderator.
Christian Stübinger bleibt jedoch dabei: kein Joker! Er wählt Antwort A - und stürzt auf 1.000 Euro. Jauch hatte wahrlich getan, was er konnte, um das zu verhindern. "Sehr schade, aber er wird nie vergessen, was ein Sportwagen auch sein kann", leitet Jauch zur nächsten Runde über.
Dirk Krause, 52 Jahre alt, stammt aus dem Nuthe-Urstrom-Tal. Jauch glaubt, das Publikum benötige hierzu mehr Details. Der Kandidat ist sich sicher, dass Jauch mit der Region bestens vertraut ist: "Südlich von Potsdam, Berliner Umland", erklärt der Web-Developer.
"Sie sind mit Kai Pflaume zusammen in der Uni gewesen", weiss Jauch aus der Redaktion. "Und wie war der so an der Uni?" Auf die Quizfragen muss Dirk Krause antworten, die Neugier des Moderators aber blockt er ab: "Das ist doch zu privat." Was in der Uni passiert, sollte in der Uni bleiben.
250.000 Euro wert ist die Antwort auf die Frage: "Wie viele ihrer vier Kinder brachte Elizabeth II. zur Welt, nachdem sie zur Queen gekrönt worden war?" Eins, zwei, drei oder alle vier? "Das ist eine Telefonjoker-Frage", findet der Kandidat. Seine Mutter Monika Krause soll helfen. Die weiss allerdings lediglich, dass Charles über 70 ist.
"Obwohl es ein Zockerspecial ist, halte ich das für zu riskant", entscheidet Dirk Krause, nachdem auch der 50:50-Joker keine Klarheit bringt. Dafür bringt eine Assistentin nach einem hochprozentigem Geplänkel zwei Klare mit Hinweis aus der Redaktion: "Muss weg!"
"Was machen wir denn mit 125.000 Euro?", erkundigt sich Jauch bei der mitgereisten Partnerin. "Ein Whirlpool auf dem Dach", ist sich das Paar einig.
Nicola Baumann aus München haucht: "Ach, Herr Jauch, ich bin so froh, Sie zu sehen." Der Moderator vermutet: des Geldes wegen. "Ein bisschen", gibt die Ingenieurin für Luft- und Raumfahrttechnik zu. "Wenigstens sind Sie ehrlich", findet der Moderator.
Wie sich herausstellt, ist der Abend beim grossen Zockerspecial nicht der erste TV-Auftritt der jungen Dame. Ein RTL-Team hatte sie bereits begleitet in ihrer Funktion als Kampfjet-Pilotin.
Souverän quizzt sich Nicola Baumann bis 125.000 Euro - und dieser Frage: "Gryllteisten ...?" begeistern A) den Philatelisten, B) verbinden Motor und Auspuff, C) brüten an felsigen Küsten oder D) sorgen für unscharfe Fotos? Die Antwort ist 250.000 Euro wert. Nicola Baumann verpulvert gleich drei Joker angesichts dieser Frage.