"Schatz, kommst du mal?": Günther Jauch und Studiogast von Heiratsantrag überrumpelt

Wer A sagt, muss auch "Ja" sagen: Bei "Wer wird Millionär?" fiel ein Kandidat am Montag überraschend auf die Knie. "Ich hoffe, Sie fühlen sich jetzt medial nicht unter Druck gesetzt", warnte Günther Jauch die Auserwählte. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Sieht nicht nach Einhaltung der Abstandsregeln in Zeiten von Corona aus, was da auf der "Wer wird Millionär?"-Bühne passierte. Günther Jauch war genau so überrascht wie die mitgereiste Partnerin des Kandidaten. "Eine echte Novität", kommentierte Günther Jauch, der quasi ungefragt als Trauzeuge vor Ort war. Doch der Reihe nach ...
Alle Joker waren bereits aufgebraucht, als Thomas Berg aus Dortmund die 32.000-Euro-Frage beantworten sollte: "Welcher gilt gleich für zwei europäische Staaten als der grösste natürliche See des Landes?" Zur Wahl standen Genfersee, Gardasee, Ijsselmeer und Balaton. "Wenn ich falsch liege, gibt es Stress da hinten", befürchtete der IT-Consultant.
Mit "da hinten" meinte Berg seine Partnerin, die mitgereist war. "Reisende soll man nicht aufhalten", fand Günther Jauch und wollte den Kandidaten mit 16.000 Euro von der Bühne schicken. Der wollte aber noch nicht Platz machen für den nächsten potenziellen Millionär. "Ich hätte noch ein kleines Anliegen", kündigte er an.
"Wie Sie sicher wissen", fügte Thomas Berg an Jauch adressiert hinzu. "Ich weiss nichts", beteuerte der Moderator. "Schatz, kommst du mal?", fragte er, rückwärtsgewandt. Die Angesprochene wirkte mindestens ebenso überrumpelt wie Günther Jauch.
Er könnte nicht sagen, ob er wegen der Quizfragen nervöser war oder wegen dieses Moments, erklärte der knieende Kandidat. Dann wurde er deutlicher: "Ich würde dich gerne heiraten wollen." Die Dame hatte nichts dagegen: "Jaaaa!", freute sie sich. "Da gratuliere ich von Weitem", stellte der Moderator fest.
"Sie haben schon vorgebaut", erkannte auch Jauch. Ein Fernsehkoch hätte nun gesagt: "Ich habe da schon etwas vorbereitet." Thomas Berg zauberte einen Ring hervor. Nervös überlegte er, wo dieser nun am besten platziert werden sollte. Dann fand er die richtige Hand der Dame, um deren ebensolche er gerade angehalten hatte.
"Ich hoffe, Sie fühlen sich jetzt medial nicht unter Druck gesetzt", intervenierte Jauch. "Sie können jederzeit ...", hob er an. Doch die Braut traute sich und bekräftigte ihr Einverständnis. Mit 16.000 Euro dürfte eine angemessene Feier drin sein.
Dieser Moment sei "eine echte Novität" in der Geschichte von "Wer wird Millionär?", sagte Jauch. Unverbindliche Hochzeitsanträge am Telefon habe es zwar schon gegeben, "aber mit Brilli und auf die Knie fallen" sei noch mal eine andere Nummer. Dass "Genfersee" die richtige Antwort auf die Frage gewesen wäre, interessierte niemanden mehr.
Bloggerin und Autorin Marie Luise Ritter war die Überhangskandidatin vom letzten Montag. Sie stand zu Beginn der Sendung bei der 8.000-Euro-Frage: "Was bezeichnete Milliardär Klaus-Michael Kühne einmal als 'die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens'?" Nach dem 50:50-Joker blieben Hamburger SV und Bitcoin-Währung übrig ...
Ritter zockte und hatte mit dem HSV Recht. Ab jetzt sei sie "alleine auf Ihren eigenen Kopf angewiesen", so Jauch. "Nach wem wurden u.a. eine Meeresbucht, eine Lilienart, eine Pinguinart, zwei Asteroiden und mehrere Gebirge benannt?" Die Antwort war 16.000 Euro wert. "Herr Jauch, es war schön mit Ihnen", fand die Kandidatin.
Charles Darwin hätte Marie Luise Ritter genommen, doch richtig war: Alexander von Humboldt. Sie ging mit 8.000 Euro.
Mit Pippi Langstrumpf-Zopf und Kleidung in knalligem Orange fiel Marita Fletzoreck aus Neuss auf. Sie kam nicht aus dem Staunen darüber heraus, dass sie die Auserwählte war. "Er war viel schneller", glaubte sie mit Blick auf einen Konkurrenten in der Auswahlrunde. "Und viel falscher", erklärte Jauch.
"Kann ich aus dem Partnerlook schliessen, dass es sich um Ihren Mann handelt?" Der Herr im Saal trug ebenfalls ein orangefarbenes T-Shirt. Die kaufmännische Angestellte und Kellnerin stimmte zu.
Für 8.000 Euro wollte Jauch wissen: "Kylo Ren ist gewissmermassen der Nachfolger ...?" des japanischen Yen, von Paracetamol, von Darth Vader, von Dirk Nowitzki. Die Dame war sicher: Dirk Nowitzki. Jauch warnte subtil zur Vorsicht. "Darth Vader kann ja keinen Nachfolger haben, der ist ja schon der Vater", glaubte Marita Fletzoreck.
"Aber ein Vater kann doch einen Nachfolger haben", gab Jauch zu bedenken. Doch die Dame blieb bei ihrer Entscheidung. Richtig wäre - wie "Star Wars"-Fans wissen: Darth Vader. Sie musste sich mit 500 Euro zufrieden geben. Diesmal konnte man Jauch nicht vorwerfen, er habe tatenlos zugesehen.
Der junge Mann, der in der letzten Auswahlrunde schneller und falscher tippte, lag diesmal richtig. Manuel Salmann aus Berlin betreibt mit anderen einen Podcast für Menschen, die Deutsch lernen wollen. Seine Begleiterin Annika nannte er "den Grund, warum ich hier sitze". Jauch befürchtete: "Zweiter Heiratsantrag?"
Die Vehemenz, mit der Manuel Salmann verneinte, war an der Grenze zu uncharmant. Er klärte auf: Annika habe die Bewerbung für ihn unternommen. Jauch fand, dafür sollte sie auch einen Teil der Gewinnsumme bekommen. Das sei Verhandlungssache, so Kandidat und Mitgereiste.
"Langweilen wir Sie?", fragte Jauch ein wenig frustriert, da der Kandidat bis zur 1.000-Euro-Frage nicht ins Grübeln kam. Bei der 4.000-Euro-Frage wurde abrupt die WWM-Melodie eingespielt. Der Kandidat und Jauch staunten um die Wette: "Das nächste Brautpaar?", fragte der Moderator. Eine Stimme aus dem Off klärte auf: es wurde der falscher Knopf gedrückt.
125.000 Euro wert war die Antwort auf diese Frage: "Bei welchem dieser Tiere ist der Bestand in der deutschen Landwirtschaft heute grösser als vor 100 Jahren?" Rinder, Schweine, Pferde oder Schafe? "Ich bin Vegetarier", gab der Kandidat zu bedenken. Er holte Rat bei einem der Millionäre.
Ronald Tenholte, Millionengewinner von 2020, würde "tendenziell Schweine" nehmen, wollte aber nicht die Verantwortung für die Entscheidung übernehmen. "Ich ... ähm ... argh ...", machte Manuel Salmann. "So würde ich das auch sehen", stimmte Jauch zu. Die Übersetzung: "Ich bin schon bisschen ein Zocker und ich bin auch glücklich ohne Geld."