Genie und Wahnsinn: "Wer wird Millionär?"-Kandidat verzockt Dreiviertelmillion

Janos Pigerl ist beim "Wer wird Millionär?"-Zocker-Special nur noch zwei Fragen vom Zwei-Millionen-Jackpot entfernt. Dann stürzt er auf 1.000 Euro. In den Augen von Günther Jauch ist der Student trotzdem ein Gewinner. Er schwärmt wie selten. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Geld oder Liebe? Das ist am Montagabend die Frage bei "Wer wird Millionär?". Janos Pigerl (links) legt beim Zocker-Special eine der übelsten Bruchlandungen in der Geschichte der Sendung hin, verdient sich aber die Zuneigung des Moderators. "Sie waren einer der besten Kandidaten, die wir je hatten", schwärmt am Ende Günther Jauch.
Wie alle Kandidaten hat auch er eine kuriose Anekdote im Handgepäck: Er begleitete seine Oma auf ein Konzert der Toten Hosen - zu ihrem 90. Geburtstag. Die eigentliche Überraschung: Sie war die Grundschullehrerin von Sänger Campino!
Auf Jauchs Moderatorenkarte steht: Beim Gewinn der Million würde Pigerl ein Ständchen auf der Gitarre spielen. Der widerspricht: frühestens ab zwei Millionen! Erst geht es um 750.000 Euro: Gesucht ist die Olympische Disziplin, in der Deutsche am meisten Gold gewannen.
Nach dem 50:50-Joker bleiben Leichtathletik und Rudern übrig. Pigerl, der auch zuvor mit Jokern geizte, setzt spontan auf Rudern. Fataler Leichtsinn. Leichtathletik wäre richtig gewesen.
Von 750.000 Euro auf 1.000 Euro - und das nur zwei Fragen vor dem Zwei-Millionen-Sieg - Janos Pigerl scheitert im ganz grossen Stil. Doch sein Wagemut begeistert nicht nur die Zuschauer, sondern auch den Moderator.
"Sie waren einer der wirklich besten und souveränsten Kandidaten, die wir je hatten", begeistert sich Jauch. "Sie waren ein super-, supertoller Kandidat. Danke, grosses Kompliment!" So nett erlebt man den Moderator selten in der Quizshow.
"Eynck, das ist doch kein Name" - so uncharmant stellt der Moderator Niklas Bayer vor. Doch der Beiname steht auf dem Personalausweis des 31-Jährigen. Wie sein Vorgänger ist auch Bayer Psychologe. Und wie dieser erreicht er die 32.000 Euro ohne Joker.
Dann aber verbraucht er gleich drei Joker auf einmal für die 64.000-Euro-Frage. Für die Nutzung der Joker im Allgemeinen hat der Psychologe eine Analyse erstellt. Die demonstriert er Jauch per Diagramm. Der erstgenutzte Joker sei meist der Publikumsjoker ...
Es folgen meist 50:50- und Zusatzjoker. Der Telefonjoker würde besonders lang aufgespart, doziert der Kandidat. Doch spannender ist eigentlich die Frage: Wie effektiv ist ein Joker im Allgemeinen?
Wie Bayers Analyse ergab, ist der Publikumsjoker der mit der höchsten Trefferquote. Kein Wunder, hier kommt schliesslich die geballte Schwarmintelligenz zum Einsatz.
Diese Analyse bringt Jauch zur Schlussfolgerung: "Es ist eigentlich dumm, den Telefonjoker so spät zu nehmen, weil er am Ende nichts bringt." So weit die Theorie. Doch in der Praxis läuft dann alles völlig anders als geplant - bei der 125.000-Euro-Frage.
Der Bräutigam im Volkslied "Die Vogelhochzeit" ist gefragt. Der Zusatzjoker: die ehemalige Kandidatin Andrea Bringenberg. Sie rät zur "Amsel." Als sie erkennt, dass sie den Kandidaten damit von 125.000 Euro auf 1.000 Euro fallen lässt, weint sie fast.
Richtig gewesen wäre Drossel. Jauch rät dem Kandidaten, sich mit dem Kollegen, den das ähnliche Schicksal ereilt hatte, nach der Sendung zu betrinken.
Ist das wirklich das Zocker-Special und nicht das Psychologen-Special? Auch die nächste Kandidatin hat denselben Beruf wie die beiden Vorgänger: Stefanie Hetzer aus der Nähe von Augsburg arbeitet als Kinderpsychologin in einem Krankenhaus.
Bei der 4.000-Euro-Frage stellt sich heraus, dass eines der für ihre eigenwilligen Vornamenskombinationen bekannten Kinder von Heidi Klum mit "Günther" als zweiten Vornamen gestraft ist.
"Ich würde keinem Kind heute mehr zumuten, Günther genannt zu werden", findet Jauch. "Das leidet dann womöglich darunter und landet bei Ihnen - das ist es nun wirklich nicht wert." Was wohl ein Psychologe dazu sagen würde? Gar nichts - Stefanie Hetzer schweigt.
Nach der 4.000-Euro-Frage ist Schluss für Heute. Aber eben nur für Heute, denn am Freitag kann Hetzer zeigen, wie mutig sie zockt.