Eine Umfrage hat ergeben, dass zahlreiche Schweizer Betriebe nicht zufrieden mit ihren Lehrlingen sind. Diese seien interesselos, hätten wenig Ausdauer und würden von den Schulen nicht gut aufs Berufsleben vorbereitet.

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Die Lehrstellenbörse "Yousty" hat in einer Umfrage rund 800 Personalverantwortliche und Berufsbildner in Ausbildungsbetrieben zu ihren Lehrlingen befragt. Diese sind nicht begeistert von ihrem Nachwuchs, wie "blick.ch" berichtet.

Lehrlinge sind "interesselose Menschen"

Die Ausbilder hätten Probleme bei der Rekrutierung neuer Lehrlinge, weil die Jugendlichen den Ansprüchen der Erwachsenen nicht gerecht würden. "Das Handy-Zeitalter hat die Jugendlichen zu teilweise interesselosen Menschen gemacht", lautet ein Fazit von "Yousty".

Die Lehrlinge hätten immer weniger Ausdauer und würden von den Schulen nicht gut genug aufs Berufsleben vorbereitet. Auch die Demografie sei ein Problem: Die geburtenschwachen Jahrgänge seien nun im Lehrlingsalter.

Nicht genug Wertschätzung für die Lehrlinge?

Zu junge Bewerber, schlechte Noten und die Bequemlichkeit der Jugendlichen seien weitere Herausforderungen. Viele seien nicht mehr bereit, einen länger als 15 bis 20 Minuten dauernden Arbeitsweg auf sich zu nehmen.

Serge Frech vom Verband ICT Berufsbildung Schweiz nimmt die Lehrlinge in Schutz: "Gerade in den handwerklichen Berufen erfahren Lehrlinge nicht genug Wertschätzung." Dies bestätigt auch Christoph Weber, Geschäftsführer von "berufsbildner.ch": "Lernende brauchen heute mehr Betreuung als früher."

Man müsse den Jugendlichen interessante Tätigkeiten geben und sie inspirieren, sagt Serge Frech. "Auf keinen Fall darf man sie als billige Arbeitskraft betrachten." Dann seien sie auch zu mehr Leistung bereit. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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