3,6 Millionen Rechnungen hat die Billag-Nachfolgerin Serafe Anfang Januar verschickt. Doch so ganz ohne Probleme lief die Zustellung der Briefe nicht ab: Es herrscht Adress-Chaos.

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Seit dem 1. Januar 2019 liegt das Eintreiben der TV- und Radiogebühren in den Händen der Serafe AG. Diese hat die Aufgabe von der Billag AG übernommen - aber scheint erst noch hineinwachsen zu müssen.

Zwei Wohnungen, ein Brief

Wie der Serafe-Sprecher Erich Heynen gegenüber dem "Tagesanzeiger" bestätigt, gibt es "Unschärfen bei den Adressdaten". Hunderte der Zahlungsaufforderungen seien falsch adressiert gewesen.

Heyne erklärt: Die Daten, "die von den Gemeinden an uns geliefert wurden", bestehen aus den sogenannten Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsidentifikatoren (EWID). Alle Gebäude und Wohnungen besitzen demnach eine eigene Nummer. Diese seien "die Grundlage für die Haushaltsbildung".

Bei der Erfassung oder Vermittlung der Daten müsse etwas schiefgelaufen sein. Die Folge: Zahlreiche nebeneinander liegende Wohnungen wurden als eine erfasst – mit einer gemeinsamen Rechnung.

Die Lösung des Problems

Serafe könne das Adress-Chaos im ersten Moment nicht beheben. "Sie müssen sich an ihre Einwohnergemeinde wenden, welche die Adressdaten anpassen muss", erklärt Heynen die empfohlene Vorgehensweise.

Erst wenn dieser Schritt erfolgt sei, könne eine neue, korrekte Rechnung versendet werden. Die alte verfällt. (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN

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