Ausländerinnen, die in der Schweiz Arbeit suchen, finden diese vorerst häufig in der Pflege oder der Gastronomie. Dabei zeigt eine neue Studie jetzt, dass sie in der Regel gleiche oder gar bessere Qualifikationen mitbringen als Schweizer Frauen.

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Frauen aus dem Ausland stehen Schweizerinnen in Sachen Bildung in nichts nach. Im Gegenteil: Wie eine neue Studie der eidgenössischen Migrationskommission (EMK) zeigt, haben sogar mehr Migrantinnen eine Tertiärausbildung (35 Prozent) als Einheimische (28 Prozent).

Dass ein Grossteil dieser Frauen in Pflege-, Aushilfs- oder Gastronomieberufen arbeitet, scheint vor diesem Hintergrund eher ungewöhnlich. Das Problem ist jedoch: Viele ihrer im Ausland erworbenen Qualifikationen werden in der Schweiz nicht anerkannt, wie Studienautorin Marina Richter "20min.ch" erklärt.

Die Motivation sei grösser

Um nicht ewig die zumeist mit Mindestlohn bezahlten Jobs ausüben zu müssen, würden sich Ausländerinnen deutlich mehr anstrengen - ein höheres Arbeitspensum inklusive.

"Viele Migrantinnen sind bereit, zu höheren Prozentsätzen zu arbeiten. Sie wollen ihre Familien ernähren und nicht von Sozialhilfe abhängig sein", sagt die Studienautorin.

Wer sich nicht auf eine Anstellung dieser Art einlassen wollen würde, der sehe vor allem in der Selbstständigkeit eine Lösung. Wie es in dem Bericht heisst, würden "überdurchschnittlich viele Migrantinnen" diesen Schritt wagen.

Mehr Migrantinnen in Chefpositionen

Die Studie der EMK zeigt: Führungspositionen werden deutlich häufiger von ausländischen Frauen besetzt (22 Prozent) als von Schweizerinnen (15 Prozent). Grund dafür, so berichtet die Zeitung, sei die höhere Anzahl von Migrantinnen mit eigenem Unternehmen. (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN