Der Verband Angestellte Schweiz fordert eine Flexibilisierung des Rentenalters: "Wir müssen die Altersguillotine 65 überdenken". Ein höheres Eintrittsalter in die Rente sei unausweichlich.

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Das Rentenalter in der Schweiz muss laut des Verbands Angestellte Schweiz überdacht werden. Man sei es den jüngeren Generationen schuldig, die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) in einem gesunden Zustand zu erhalten. Ein höheres Rentenalter sei aufgrund der finanziellen Schieflage der AHV unumgänglich.

Flexibilisierung des Rentenalters

"Wir müssen die Altersguillotine 65 überdenken", zitiert "bluewin.ch" den Verbands-Geschäftsführer Stefan Studer aus einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". "Konkret brauchen wir eine Flexibilisierung des Rentenalters."

Am 19. Mai wird über den umstrittenen AHV-Steuer-Deal abgestimmt. Auch bei Annahme dieses Deals prognostiziert der Bund jedoch bis zum Jahr 2045 ein kumuliertes Defizit von 170 Milliarden Franken – wenn keine weiteren Reformen stattfinden.

Vorbild Schweden

Man müsse alte Denkmuster verlassen, damit eine nachhaltige Sanierung gelinge, so Gewerkschafter Studer. Für ihn sei das Modell aus Schweden ein Vorbild: Dort richtet sich das Rentenalter nach der Entwicklung der Lebenserwartung.

Viele seien bereit, länger zu arbeiten, wenn die Wertschätzung stimme, sagte Studer. Denn die meisten Berufstätigen hätten einen Job, der ihrem Leben einen Sinn gebe und ihnen Freude bereite.

Höheres Rentenalter nicht für alle Berufe

Daneben gebe es natürlich noch Berufe, die körperlich anspruchsvoll seien, zum Beispiel auf dem Bau. Diese Jobs würden auch künftig keine Arbeitsleistung bis 65 zulassen.

Der Verband Angestellte Schweiz ist eine Arbeitnehmerorganisation in Unternehmen der Maschinen-, Elektro-, Metall-, Chemie- und Pharmaindustrie. Der Dachverband von rund 60 Angestellten-Vereinigungen hat rund 16.000 Mitglieder. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN