Die finanziellen Rücklagen aller Krankenkassen sollen sich auf über acht Milliarden Franken belaufen. Würde ein Teil dieses Geldes an die Bürger und Bürgerinnen verteilt werden, könnte die durch die Coronakrise geschwächte Wirtschaft wieder angekurbelt werden.

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Pierre-Yves Maillard, der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, vertritt eine klare Meinung: Die 8,3 Milliarden Franken, die zurzeit im Reservetopf aller Krankenkassen schlummern sollen, seien anderenorts besser aufgehoben.

Er fordert von den Kassen daher, etwa fünf Milliarden Franken abzukappen und unter das Volk zu bringen. "Das ist ein gutes Element zur Unterstützung der Bevölkerung und des Konsums", sagt er gegenüber SRF. Und gerade dies sei in Corona-Zeiten dringend erforderlich.

"Es ist nötig, dass sich die Wirtschaft weiterentwickelt, und dazu braucht es auch den Konsum", meint Maillard. Gemäss seinem Vorschlag, der zeitnah dem Bundesrat überbracht werden soll, würden jedem Bürger etwa 500 Franken zustehen.

Was sagen die Versicherer dazu?

Die Begeisterung auf Seiten der Krankenkassen hält sich in Grenzen. Matthias Müller von Santésuisse erklärt: In Krisenzeiten, wie sie aktuell herrschen, könne auf die finanziellen Rücklagen nicht verzichtet werden.

"Sie haben in dieser Krise dafür garantiert, dass keine Prämienerhöhung wegen des Coronavirus notwendig wird. Das trifft sogar bei einer zweiten oder dritten Welle zu. Auch dann garantieren die Reserven, dass es wegen Corona keine Prämienerhöhung gibt", wird Müller von SRF zitiert.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Milliardenpaket soll Konjunktur in der Corona-Krise ankurbeln

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