Heizöl, Benzin, Flugtickets: Die Preise steigen in die Höhe. Wie der Ständerat nun beschlossen hat, müssen Reisende künftig tiefer in die Tasche greifen – zum Wohle des Klimas. Aber bringt die Flugticketabgabe auch wirklich den erhofften Erfolg?

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Das Fliegen wird teurer. Um den Zielen des Klimaabkommens von Paris gerecht zu werden, hat der Ständerat am Mittwoch unter anderem eine Flugticketabgabe beschlossen.

Bedeutet: Airlines, die von Schweizer Flughäfen abheben, müssen auf ihre Flugtickets künftig eine Abgabe zwischen 30 und 120 Franken erheben. Dies soll Reisende zum Umdenken anregen. Man hoffe, dass dadurch vermehrt auf andere, deutlich klimaschonendere Verkehrsmittel umgestiegen wird.

Schweizer heben gern ab

Laut Kommissionssprecher Damian Müller macht der Flugverkehr rund elf Prozent des CO2-Ausstosses in der Schweiz aus. Das Flugzeug sei ein beliebtes Fortbewegungsmittel – vor allem auch bei Geschäftsleuten.

Dass sich diese von den erhöhten Ticketpreisen abschrecken lassen werden, bezweifelt Martin Peter, Ökonom beim Forschungsbüro Infras. Gegenüber "20min.ch" meinte er, dass der Effekt bei Freizeitreisenden wesentlich höher einzustufen sei.

Sind Nachbarstaaten eine Alternative?

Kritiker der Massnahmen, darunter SVP-Nationalrat Thomas Hurter, befürchten, dass sich Reisende aufgrund der Flugticketabgabe einfach anderweitig orientieren werden.

Flughäfen in Nachbarstaaten würden vor diesem Hintergrund eine kostengünstigere Alternative bieten. "Man fliegt dann ab Mailand, Wien oder München, wo die Abgabe viel tiefer ist", so Hurter. "Die Flugticketabgabe wird keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten – im Gegenteil."

Swiss-Sprecherin Karin Müller pflichtet ihm bei: "Wir sind nicht überzeugt, dass nationale Flugticketabgaben im internationalen Luftverkehr zum gewünschten Ziel führen." Sie sehe es als äusserst kompliziert an, die richtige Abgabesumme zu beziffern, um den gewünschten Effekt erzielen zu können.

Auch Treibstoff und Heizöl werden teurer

Neben der Flugticketabgabe müssen Schweizerinnen und Schweizer künftig mit weiteren Kostenerhöhungen rechnen. So soll etwa der derzeitige maximale Satz der CO2-Abgabe auf Brennstoff von 120 Franken auf bis zu 210 Franken erhöht werden.

Treibstoffimporteure sowie Autofahrer müssen sich unterdessen ebenfalls auf steigende Kosten gefasst machen. Bis 2024, so berichtet "bluewin.ch", könne "die Kompensation den Liter Treibstoff um höchstens zehn Rappen verteuern". (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN