Die Schweizerischen Bundesbahnen sorgen bei den Passagieren derzeit für mächtig Groll. Immer wieder kommt es zu Verspätungen und Ausfällen. Nun greift der Bundesrat ein: Bei Ausfällen und Verspätungen sollen Passagiere entschädigt werden.

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Von Zugausfällen über Verspätungen bis hin zum Auslassen planmässiger Haltestellen: Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) sorgen bei ihren Passagieren derzeit für reichlich Frust.

Dem soll nun ein Ende gesetzt werden. Wie unter anderem SRF berichtet, sollen die SBB künftig für einen Viertel des Ticketpreises aufkommen, sofern sich Züge verspäten oder ausfallen. So will es der Bundesrat.

"Der Aufwand wird sich erhöhen"

Die Idee basiert auf einer Berechnung der ÖV-Organisation ch-direct. Das Unternehmen werde den Kunden jährlich einen einstelligen Millionenbetrag zurückerstatten, schätzt die Organisation grob.

Der Bundesrat hatte zuvor nur mit einer halben Million gerechnet, da zunächst die Entschädigung für Besitzer eines Generalabonnement (GA) nicht miteinbezogen wurden.

Für das Transportunternehmen dürfte durch die neue Entschädigungsregel Mehrarbeit entstehen. "Der Aufwand wird sich sowohl für die Kunden wie für die SBB gegenüber der aktuellen Kulanz-Lösung der SBB mit 'Sorry'-Bons erhöhen", antworten die SBB auf Anfrage. Bei Verspätungen verteile das Unternehmen schon ab heute Gutscheine direkt im Zug.

Das müssen die Passagiere tun

Auch die Passagiere sind künftig nicht gänzlich von bürokratischem Aufwand befreit. Für eine Entschädigung müssen sie zuerst einen Antrag bei einer zentralen Beschwerdestelle einreichen, die von der SBB eingerichtet werden soll. Wie genau das Prozedere aussehen soll, wird derzeit noch diskutiert.

Letztendlich sollen die Bahnkunden jedoch nicht die Leidtragenden sein, versichert das Bundesamt für Verkehr als Aufsichtsbehörde. "Es liegt nun an den Transportunternehmen, diese Regelung so einfach und unbürokratisch wie möglich zu formulieren", so Amtssprecher Michael Müller. Er sei davon überzeugt, dass die neue Regelung ein Fortschritt für die SBB sei. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN