Der britische Touristikkonzern Thomas Cook ist pleite. Ein entsprechender Insolvenzantrag sei bereits gestellt worden. Die Folgen werden künftig auch Hotels in der Schweiz zu spüren bekommen.

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Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook ist pleite. Das vermeldete der zweitgrösste Reisekonzern Europas am vergangenen Montagmorgen auf seiner Website. Das Unternehmen habe bereits Insolvenz angemeldet. Nun bangen etwa 600.000 Touristen um ihre Rückreise. Auch Schweizer seien vor den Folgen des Bankrotts nicht sicher, genaue Zahlen wurden bis jetzt noch nicht genannt.

Der Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands (SRV), Walter Kunz, rechne jedoch damit, "dass nur wenige Schweizer von dem Bankrott betroffen sind". Die Pleiten von Air Berlin oder Swissair hätten viel grössere Folgen davongetragen. Doch was kommt auf die Schweizer Reisenden jetzt zu?

"Wir lassen unsere Kunden nicht im Stich"

Kunz empfehle, sich in so einem Fall direkt an die Buchungsstelle zu wenden, das sei in den meisten Fällen das Reisebüro. DER-Touristik-Sprecher Markus Flick gelobt zudem gegenüber "blick.ch": "Wir lassen unsere Kunden nicht im Stich." Die gestrandeten Reisenden sowie die Personen, die in den kommenden Tagen ihre Reise antreten sollten, würden kontaktiert werden und Alternativen erhalten.

Sofern Reisende jedoch Flüge oder Reisen auf eigene Faust gebucht haben, sind sie nicht versichert. In diesem Fall sollten Betroffene sich an ihre Kreditkartenfirma wenden, die (je nach Firma) eine Rückerstattung infolge von Insolvenz leisten könnte.

Pauschalreisende hätten es dagegen einfacher. Wenn sie eine Reise mit Kombination aus Flug und Hotel gebucht haben, seien diese versichert. Die Kundengelder von Reisebüros in der Schweiz seien meist durch einen Garantiefonds des Reise-Verbands sichergestellt.

Rückerstattung nicht immer durch Reisebüro möglich

SRV-Geschäftsführer Kunz warnt jedoch: Der Fonds dürfe, sofern ein Thomas-Cook-Paket über ein Schweizer Reisebüro gebucht wurde, kaum verwendet werden. "Dieses ist nur Vermittler, für Ansprüche ist deshalb Thomas Cook zuständig", erklärt er.

Das Reisebüro sei nur zuständig, wenn es selbst ein Pauschalangebot zusammengestellt habe. Sonst müsse der Versicherungskonzern für die Rückreise der Touristen aufkommen.

Folgen für Schweiz Tourismus

Da über Thomas Cook auch Schweiz-Reisen zu buchen waren, bringe die Pleite auch Folgen für das Unternehmen Schweiz Tourismus mit sich, denn dieses habe mit dem Konzern kooperiert. "Dieser hoch interessante Marketing-Kanal wird künftig fehlen", erklärt ein Sprecher gegenüber "blick.ch".

In rund 40 Hotels seien Gäste von Thomas Cook untergebracht. "Da im Moment aber nicht Hochsaison ist, dürften nur ganz wenig Gäste in der Schweiz gestrandet sein, und nur ganz wenige Hotels allenfalls einen Ausfall verkraftet haben", führt der Sprecher weiter aus.

Schweiz Tourismus erwartet zudem: "Das Ende von Thomas Cook wird zu einem Vertrauensverlust der Kunden in die grossen Reiseanbieter führen und die globale Reisebranche ziemlich durchschütteln." (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN

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