Es ist ein düsteres Zukunftsbild, das Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer malt. Der Wirtschaftsexperte sieht als Folge der Coronakrise eine massive Konkurs- und Arbeitslosenwelle auf die Schweiz zurollen.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Heinz Karrer, Chef des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, zieht im Interview mit "Tagesanzeiger.ch" ein erschreckendes Fazit der Coronakrise. In seinen Augen wird sich die Schweiz auf massive Langzeitfolgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber einstellen müssen.

"Der Bund wird sich stark verschulden", sagt Karrer. "Und auf die Schweiz kommt eine gewaltige Konkurswelle und eine Arbeitslosigkeit zu, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen haben."

Kann die Wirtschaftskrise noch verhindert werden?

Zwar habe der Bund in der Bekämpfung des Virus "kurzfristig sehr vieles richtig gemacht." Aber: "Bei den Lockerungen hätte er unserer Meinung nach früher die Läden öffnen und damit auf die Schutzkonzepte der Branchen setzen können." So wären die wirtschaftlichen Einbussen zumindest etwas abgefedert worden.

Lesen Sie auch: Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus in unserem Live-Blog.

Als einen Weg raus aus der Krise sieht Karrer die Abschaffung von Industriezöllen für unabdingbar. "Die Diskussion ist nicht neu, ich weiss. Aber ist es nicht jetzt in der Krise ganz besonders wichtig, diese Zölle abzuschaffen, um die Belastung der verarbeitenden Industrie zu senken?" Zudem müsse das Land nun durch Steuerentlastungen Unternehmen durch die schwere Zeit helfen.

Noch Jahrzehnte werden die Folgen zu spüren sein

Die Schulden, die die Schweiz durch die Coronakrise aufbaut, werden Karrers Auffassung nach "über dreissig Jahre" lang abgebaut werden müssen. Trotz dieser ernüchternden Zahlen glauben Karrer und andere Experten, "dass die Schweiz mit am besten durch diese Krise kommen wird". (stk)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Vorsichtiger Optimismus: Drosten hofft auf Ausbleiben zweiter Corona-Welle

Eine zweite Corona-Welle könnte nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten abgewendet werden - allerdings nur, wenn die aktuellen Massnahmen nochmals angepasst werden.