Die Kinder gehen ihre eigenen Wege, der Platz im Haus wird grösser. Doch das ist kein Grund für ältere Schweizer, ihr Haus oder ihre Wohnung zu verkaufen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie zeigt.

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Die ältere Generation kann sich in der Schweiz nur schwer von den eigenen vier Wänden trennen. Diese Tendenz geht aus aktuellen Zahlen einer Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Viel Platz, wenig Miete

Mehr als die Hälfte der Senioren lebt demnach in einem Einfamilienhaus oder in einer Eigentumswohnung. Dabei verfügen neun von zehn nicht selten über vier bis fünf Zimmer – obwohl sie alleine oder zu zweit leben und den Platz nicht bräuchten.

Nur vier Prozent wohnen laut der Studie, die 2016 durchgeführt wurde, in einem Heim oder einer ähnlichen Einrichtung.

Die Bereitschaft zum Abschied vom Eigenheim wächst erst im Pensionsalter leicht an. Dann wird das Wohnen in grosszügiger Umgebung oft zu mühsam und das Eigentum wird an die Nachkommen abgegeben. Doch noch mit 85 Jahren harrt gut ein Viertel der Befragten in der gewohnten Umgebung aus.

Nicht nur Häuser wollen die Schweizer Senioren so lange wie möglich behalten. Auch die angestammten Mietwohnungen werden nur selten verlassen.

Grund dafür ist der niedrige Zins: 43 Prozent der Senioren leben in Wohnungen mit drei Zimmern, die unter 1.000 Franken im Monat kosten. Die Durchschnittsmiete von über 65-Jährigen beläuft sich auf 1.187 Franken, ganze 253 Franken weniger als bei jüngeren Mietern.

Der Wandel kommt

Doch das BSF vermeldet auch, dass es zu einem grossen Wandel kommen wird, der einer Lösung bedarf: Der Anteil an Senioren in der Schweiz wird bis 2045 von 18 auf 27 Prozent steigen.

Konnte die Erhebung 2016 noch 1,5 Millionen der über 65-Jährigen zählen, werden es rund 30 Jahre später 2,7 Millionen sein.

Eine Lösung des Wohnproblems wäre laut dem Bundesamt das noch selten praktizierte modulare Bauen. So könnten Geschosswohnungen in kleinere oder grössere Einheiten umgewandelt werden. (jom)  © 1&1 Mail & Media

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