Die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates unterstützte die Zulassungsbehörde Swissmedic mit zwei Millionen Franken. Einige Politiker halten das für problematisch.

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Mit zwei Millionen Franken hat die Stiftung von Bill Gates seit 2016 die Zulassungsbehörde Swissmedic unterstützt. Das geht aus einem Bericht des Konsumentenmagazins "Saldo" hervor, wie "20 Minuten" berichtet. Das Institut entscheidet darüber, welche Impfstoffe und Arzneimittel in der Schweiz zugelassen werden. Swissmedic finanziert sich ansonsten vor allem durch Steuergelder und Gebühren für Zulassungsverfahren.

Einige Politiker kritisieren die Kooperation und befürchten, dass das Institut, das zum Department des Inneren gehört, dadurch seine Unabhängigkeit verliert. SVP-Nationalrätin Yvette Estermann etwa sieht in den Zahlungen ein Problem. "Die Akteure sind alle miteinander verstrickt. Der Bundesrat gibt Millionen für eine Impfallianz von Bill Gates aus, und Gates spendet an Swissmedic. Dafür gibt es keinen Mehrwert", erklärt sie gegenüber "20 Minuten".

"Es ist problematisch, wenn ein staatliches Gesundheitsinstitut private Gelder annimmt", erklärte auch ein Sprecher der Nichtregierungsorganisation "Public Eye" gegenüber "20 Minuten". Dadurch könnten die Projekte von Swissmedic an Glaubwürdigkeit einbüssen.

Um Bill Gates ranken sich viele Verschwörungstheorien in Bezug auf die Corona-Pandemie. "Natürlich entbehren sich solche Theorien jeglicher Grundlage", erklärte der Sprecher. Unabhängig davon müsse man hinterfragen, "was private Gelder in staatlichen Gesundheitsversorgungen zu suchen haben".

Swissmedic weist die Vorwürfe zurück

Swissmedic weist die Vorwürfe, dass durch die Gelder die Unabhängigkeit beeinträchtig wird, vehement zurück. Eine Sprecherin erklärte, dass die Stiftung "Bill & Melinda Gates Foundation" lediglich Projekte vorschlage.

Zudem würden die erhaltenen Gelder ausschliesslich für ein Hilfsprojekt verwendet werden. Bei dem Projekt geben Experten Kurse für Mitarbeiter in afrikanischen Zulassungsbehörden. Die Gelder würden nur in die Löhne und Reisespesen der Mitarbeiter und Kursleiter fliessen.

Ausserdem habe sich bereits die Gesundheitskommission vergewissert, dass bei der Zusammenarbeit die Unabhängigkeit gewährleistet bleibt. "Wegen der Verschwörungstheorien um Bill Gates wollte ich auch wissen, was dahintersteckt. Aber man muss sich keine Sorgen machen, dass Swissmedic durch die Stiftung beeinflusst wird", sagte Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber © 1&1 Mail & Media/spot on news

Bill Gates rechnet mit baldigem Impfstoff

Microsoft-Gründer Bill Gates erwartet, dass bereits Anfang des kommenden Jahres mehrere Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus zur Verfügung stehen. Er rechne damit, dass "mit etwas Glück" im ersten Quartal "drei oder sogar vier" Impfstoffe zugelassen werden, sagte Gates der Internetsendung "Bild live" in einem am Dienstag veröffentlichten Interview.