Alkohol, Kokain, Ecstasy und Co.: So wirken die Drogen

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Laut dem BKA hat die Drogenkriminalität in Deutschland zugenommen. Im Jahr 2017 wurden rund 330.580 Drogendelikte registriert. Aufklärung über die Stoffe ist deshalb wichtig. Hier finden Sie die verbreitetsten Drogen, ihre Wirkungsweisen und Risiken im Überblick. (Anmerkung: Hilfe bei Suchterkrankungen finden Sie unter folgender Hotline: 01805/313031.)

Mit Abstand ist Alkohol die beliebteste Droge in Deutschland - und eine der gefährlichsten. Wegen seiner enthemmenden Wirkung wird er gerne als Bier, Wein oder Mischgetränk auf Partys konsumiert. Schnell kann es dabei zum Kontrollverlust kommen. Auch wenn Alkohol legal zu haben ist, schädigt das Zellgift Gehirn, Organe und das Nervensystem. In Deutschland sind 1,3 Millionen Menschen alkoholabhängig.
Die meisten Todesfälle verbucht jedoch eine andere legale Droge: Tabak. Bis zu 110.000 Menschen jährlich sterben aufgrund ihres Tabakkonsums in Deutschland. Die getrockneten Blätter der Tabakpflanze werden geraucht, geschnupft oder gekaut. Die Droge macht wach und hebt die Stimmung. Regelmässiger Konsum kann zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen. Entzugserscheinungen sind die Folge. Ausserdem verstärkt das Nervengift Bronchitis und Asthma und ist die Ursache zahlreicher Krebsarten.
Zu Klumpen gepresst als Haschisch oder als getrocknete Blätter (Marihuana) wird Cannabis als Joint oder in der Wasserpfeife geraucht oder in Kekse eingebacken. Seit 2017 wird Cannabis in der Medizin zur Schmerzlinderung eingesetzt, zum Beispiel bei MS-Patienten. Die Wirkung von Cannabis hängt stark von der Stimmungslage des Konsumenten ab: So kann die Droge einerseits anregend oder beruhigend wirken, aber auch Auslöser von Panikattacken und Psychosen sein.
In der Medizin wird Ketamin zur Narkose eingesetzt. Abseits davon wird es jedoch oft als Droge geschnupft oder gespritzt. Wenig Stoff wirkt stimulierend, eine höhere Dosis betäubend. Konsumenten zielen dabei oft auf den Zustand der sogenannten "K-Hole" ab, bei der sich die Körperwahrnehmung komplett verändern kann und Halluzinationen auftreten. Nebenwirkungen sind Verwirrtheit, Angst, Übelkeit, Schlafprobleme und Gedächtnislücken. Auch Nieren- und Blasenbeschwerden werden mit Ketamin in Verbindung gebracht.
Nicht nur als Partydroge wird LSD konsumiert, auch zur Entspannung wird es genutzt. Die synthetische Droge wird dabei zum Konsum als Lösung auf Löschpapier oder direkt in die Augen geträufelt. Auch hier spielt die Persönlichkeit des Konsumenten eine entscheidende Rolle: Da die Droge das Bewusstsein verändert, sind - vor allem bei hoher Dosierung - Wahnvorstellungen, Panik, Verwirrtheit und sogar dauerhafte Psychosen möglich. Körperlich abhängig macht LSD allerdings nicht.
Aufputschend wirkt die Partydroge Kokain. Sie wird als Line gezogen, geraucht oder gespritzt. Hergestellt wird das teure Pulver aus den Blättern der Kokapflanze. Die gefährlichere Version der Droge - Crack - entsteht aus dem Verbacken des Pulvers mit Wasser und Backpulver. Beide Drogen haben einen hohen Suchtfaktor und vor allem Crack kann immense mentale Schäden verursachen. Die Gefahren von Kokain reichen von Appetitlosigkeit, über Kontrollverlust, Wahnvorstellungen bis hin zu Suizidgedanken und Schlaganfällen.
Auf Partys, aber auch zu Dopingzwecken, werden Amphetamine gerne eingesetzt. Speed wird geschnupft, geraucht, gespritzt oder als Pille geschluckt. Konsumenten fühlen sich oft wacher und leistungsfähiger. Auch Halluzinationen sind möglich. Doch besonders für Epileptiker und Menschen mit Bluthochdruck ist vom Konsum dringend abzuraten. Nebenwirkungen der Droge sind Herzrasen, Wahnvorstellungen und langfristige psychische Schäden.
Geschluckt oder gegessen werden die getrockneten Pilze um Halluzinationen und Wachträume auszulösen. Vor allem die veränderte Wahrnehmung einhergehend mit Euphorie, reizt viele zu Magic Mushrooms zu greifen. Aber auch hier sind gefährliche Nebenwirkungen möglich: Herzrasen, Übelkeit, Panik und Wahnvorstellungen sind nur einige davon. Körperliche Abhängigkeit ist hier nicht möglich, trotzdem muss bei häufigem Konsum oft die Dosis gesteigert werden. Vor allem in Kombination mit anderen Drogen ist dabei die Gefahr der Überdosierung gross.
Spätestens seit der Serie "Breaking Bad" sind die chemisch hergestellten Kristalle bekannt. Wie Speed gehört Crystal Meth zu den Amphetaminen, wirkt aber stärker und macht schneller abhängig. Die Droge wird meist geschnupft oder geraucht. Konsumenten fühlen sich wacher, leistungsfähiger und verspüren kein Hunger- oder Durstgefühl mehr. Die Nebenwirkungen sind zahlreich: Herzrasen, Kopfschmerzen, Angstzustände und Verfolgungswahn bis hin zu Psychosen sind die Folgen des Konsums von Crystal Meth.
Heroin wird aus dem Saft des Schlafmohns hergestellt und hat einen äusserst hohen körperlichen und psychischen Suchtfaktor. Durch die immer höher benötigte Dosis sind tödliche Überdosierungen häufiger als bei anderen Suchtmitteln. Die tödlichste der illegalen Drogen wird gespritzt oder geschnupft. Heroin ist dabei nicht nur einer der gefährlichsten Stoffe, der Konsum durch Spritzen – wie auch bei anderen Drogen – ist mit der Gefahr einer HIV- oder Hepatitis-Infektion verbunden. Der Stoff lindert Schmerzen und euphorisiert. Heroin wirkt sich jedoch organschädigend aus, es kann zu Krämpfen, Schlaflosigkeit und schweren Entzugserscheinungen kommen.