Begleitet von Knecht Ruprecht beschenkt der heilige Nikolaus der Tradition nach die braven Kinder. Doch woher kommt der Brauch des gefüllten Stiefels - und gab es die Person des Nikolaus tatsächlich?

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Der mit Süssigkeiten gefüllte Stiefel am Morgen des 6. Dezember ist Teil eines Brauchs, der auf den Bischof von Myra zurückgeht - besser bekannt als: Nikolaus. Er gilt als Freund der Kinder, Patron der Gefangenen, Schutzheiliger von Seefahrern, Kaufleuten, Märtyrern und Nothelfern.

Zwischen 280 und 286 soll er in Patara, in der heutigen Türkei, zur Welt gekommen und im Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht worden sein. Wenig später wurde er zum Bischof von Myra. Offenbar hat die Figur des Nikolaus aber zwei Wurzeln: den Bischof von Myra und den Abt und späteren Bischof von Pinora, Nikolaus von Sion.

Der Überlieferung nach soll Nikolaus das Vermögen seiner Eltern, nachdem diese verstorben waren, an Arme verteilt haben. Demnach kam er eines Nachts am Haus einer mittellosen Familie vorbei. Heimlich soll er Geld durch das Fenster oder durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken geworfen haben. Dadurch soll er die Töchter der Familie davor bewahrt haben, sich prostituieren zu müssen, um Geld zu verdienen.

Woher kommt der Stiefelbrauch am Nikolaustag?

Ikone von Hl. Nikolaus von Myra aus dem Jahr 1327

Heute werden am Abend vor dem Nikolaustag Stiefel vor die Haustür gestellt, damit sie nachts mit Süssigkeiten befüllt werden können. Doch nicht immer wurden Schuhe dafür verwendet: Früher bastelten Kinder kleine Schiffe aus Papier oder anderen Materialien.

Denn der Legende nach rettete der Bischof in Not geratene Seeleute vor dem Tod, indem er einen schweren Sturm verhinderte. So wurde er auch zum Schutzpatron der Seefahrer. Später wurde die Tradition des sogenannten "Schiffchensetzens" dann durch Schuhe, Strümpfe oder Gabenteller ersetzt.

Wer ist Knecht Ruprecht?

Als Antagonist zu Nikolaus gilt Knecht Ruprecht. Er ist der düstere Begleiter des Heiligen, der die unartigen Kinder mit der Rute bestraft. Mit der Zeit wurde diese Figur jedoch immer mehr entschärft und aus ihm wurde eher eine Art Gehilfe. So auch in dem Gedicht von Theodor Storm aus dem Jahr 1862.

Je nach Region und Land hat der Begleiter von Nikolaus verschiedene Namen - er ist auch als "Krampus", "Bullerklas" oder "Belzebub" bekannt, in den Niederlanden heisst er "Zwarte Piet" ("Schwarzer Piet"). Bei den jährlichen Umzügen haben die Nikolaushelfer schwarz angemalte Gesichter. Die Figur ist umstritten und wird von Kritikern als rassistisches Symbol bezeichnet.  © DER SPIEGEL

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