"Die Welt von gestern in Farbe": Geschichte, so greifbar wie nie

Kommentare0

Die Eröffnung des Sueskanals, der Bau der Freiheitsstatue, die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit: Für das Buch "Die Welt von gestern in Farbe" (riva Verlag) wurden 200 weltberühmte Aufnahmen aufwendig nachkoloriert. Tauchen Sie mit uns ein in eine Welt faszinierend modern anmutender Geschichte.

Auf diesem Bild sieht man den Kristallpalast, der nach der ersten Weltausstellung 1851 in London demontiert und südlich der Themse in Snydenham wiederaufgebaut wurde. Das Foto zeigt eine ägyptische Ausstellung im Jahr 1854. Die zwei Statuen stammen aus der Tempelanlage von Abu Simbel.
Die Eröffnungsfeier des Sueskanals im ägyptischen Port Said im Jahre 1869: Zehn Jahre lang bauten schätzungsweise 1,5 Millionen Arbeiter, hauptsächlich Ägypter, an dem 164 Kilometer langen Wasserweg durch die Wüste.
Charles Darwin in seinem Haus in Kent 1880. Er begründete 1859 mit seinem Buch "Die Entstehung der Arten" die Evolutionstheorie. Das Werk entstand auf Grundlage seiner fünfjährigen Forschungsreise auf der HMS Beagle während der 1830er-Jahre. Darwin starb 1882 im Alter von 73 Jahren.
Der zum damaligen Zeitpunkt 21-jährige Lewis Powell im Jahr 1865: Der Mitverschwörer des Lincoln-Attentats wurde drei Tage nach seiner Messerattacke auf den damaligen US-Aussenminister William H. Seward gefasst. Am 7. Juli 1865 wurde er mit den übrigen noch lebenden Verschwörern hingerichtet.
Kunsthandwerker der Pariser Giesserei Gaget, Gauthier & Co. bei der Arbeit an der linken Hand der Freiheitsstatue im Jahr 1881: "Lady Liberty" war ein US-französisches Gemeinschaftsprojekt. Die Figur wurde in Frankreich in Einzelteilen gefertigt und später auf dem Sockel von Liberty Island zusammengebaut.
Die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt in der Rolle der byzantinischen Kaiserin Theodora im Jahre 1890. Die "göttliche Sarah" war die berühmteste Schauspielerin ihrer Zeit - auch Männerrollen wie Hamlet gehörten zu ihrem Repertoire.
Eines der berühmtesten Zugunglücke: der Unfall am Bahnhof Montparnasse in Paris am 22. Oktober 1895. Der Zug stoppte nicht rechtzeitig und überfuhr sowohl Prellbock als auch Bahnsteig. Schliesslich durchbrach er die Aussenwand des Kopfbahnhofs. Erstaunlicherweise starb dabei nur ein Mensch: eine von Trümmern erschlagene Zeitungsverkäuferin.
Eine Aufnahme der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen: Der römische Kaiser Theodosius I. hatte 393 die Olympischen Spiele der Antike verboten, für die Neuauflage gründete Pierre de Coubertin 1894 das Internationale Olympische Komitee.
Orville Wright mit einem Segelflieger über einer Düne der Kill Devil Hills bei Kitty Hawk in North Carolina: Bevor die Gebrüder Wright am 17. Dezember 1903 zum ersten Mal mit einem motorbetriebenen Fluggerät abhoben, absolvierten sie 700 Flüge mit solchen Fliegern.
Kaiserinwitwe Cixi im Jahre 1903: Die Nebenfrau des Kaisers Xianfeng avancierte nach dessen Tod 1861 zur mächtigsten Person Chinas. Sie regierte von 1861 bis 1872 für ihren minderjährigen Sohn Tongzhi und von 1875 bis 1889 für ihren ebenfalls minderjährigen Neffen Guangxu. 1898 liess sie diesen inhaftieren und blieb bis zu ihrem Tod 1908 an der Macht. 1912 ging das Kaiserreich unter.
Dieses Bild vom 5. Januar 1911 zeigt das Schiff "Terra Nova". Robert Scott landete mit diesem Schiff in der Antarktis, um als Erster den Südpol zu erreichen. Doch der Norweger Roald Amundsen kam ihm zuvor. Auf dem Rückweg starben Scott und seine Begleiter den Kältetod.
Ein Porträtfoto des Erzherzogs Franz Ferdinand, circa 1914 - eines der letzten Bilder vor seinem Tod. Der österreichische Thronfolger wurde am 28. Juni 1914 mit seiner Frau in Sarajevo erschossen. Die Tat eines bosnisch-serbischen Nationalisten löste letztlich den Ersten Weltkrieges aus.
Albert Einstein entwickelte mit E=mc² die wohl bekannteste physikalische Formel der Weltgeschichte. Seine spezielle Relativitätsheorie erklärt lange bestehende, bis dato aber widersprüchliche Vorstellungen über die Beziehung von Raum und Zeit.
Mahatma Gandhis Salzmarsch von 1930 ist eine seiner bekanntesten Aktionen. Der 320 Kilometer lange Marsch ans Meer unterlief symbolisch das britische Salzmonopol. Erst 17 Jahre später wurde Indien unabhängig.
Dieses Bild von Florence Owens aus dem Jahr 1936 avancierte zum Sinnbild des Elends der Grossen Depression. Die Weltwirtschaftskrise traf die USA 1929 mit voller Wucht. Massenarbeitslosigkeit, Armut und Hunger waren die Folge.
Berlin nach der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938: Nachdem der deutsche Diplomat Ernst vom Rath von einem polnischen Juden in Paris getötet wurde, versuchte Propagandaminister Joseph Goebbels die Pogromwelle gegen jüdische Geschäfte und Wohnungen als "spontanen Ausdruck des Volkszorns" darzustellen.
Adolf Hitler kurz nach der Machtergreifung bei einer Kundgebung in Dortmund: Am 30. Januar 1933 liess sich Reichspräsident Paul von Hindenburg überreden, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. Kaum zwei Monate später riss dieser mittels des Ermächtigungsgesetzes die Macht an sich.
Ein kleines Mädchen 1940 in London: Die Luftschlacht um England tobt bis in den Herbst hinein. Das Ziel aber, die Vernichtung der Royal Air Force, erreicht die deutsche Luftwaffe nicht.
Dieses Bild wurde 1943 während des Aufstands im Warschauer Ghetto aufgenommen. Der Widerstand begann am 19. April, nach fast vier Wochen erbitterter Kämpfe waren insgesamt 12.000 Menschen tot. Weitere 30.000 wurden nach den Kämpfen erschossen, 7.000 in Vernichtungslager deportiert.
"Die Welt von gestern in Farbe" ist im riva Verlag erschienen.