Ausgestorbene Arten: Tiere der Neuzeit, die (den Menschen) nicht überlebt haben

Nicht nur die Dinosaurier hat es erwischt, auch in der Neuzeit sind zahlreiche Arten ausgestorben.

Der flugunfähige Dodo ist wohl eines der bekanntesten Tiere, die in der Neuzeit ausgestorben sind. Er war etwa einen Meter gross und lebte ausschliesslich auf der Insel Mauritius. Das letzte lebende Exemplar wurde im Jahr 1690 gesichtet. Ursprünglich hatte der Dodo keine natürlichen Feinde. Das zutrauliche Tier wurde zur leichten Beute für Menschen und von ihnen auf die Insel eingeschleppten Arten.
Der Beutelwolf, auch Tasmanischer Tiger genannt, lebte unter anderem in Australien und war dort der grösste Räuber unter den Beuteltieren. Dort starb die Art bereits vor Jahrtausenden aus, in Tasmanien aber überlebte der Beutelwolf - bis das letzte bekannte Exemplar 1936 in einem Zoo verstarb. Zeitweise galt der Beutelwolf in Tasmanien als Schafsräuber - sogar ein Kopfgeld wurde auf ihn ausgesetzt, was an seinem Aussterben einigen Anteil hatte.
Ein anderes Beuteltier aus Australien zählt ebenfalls zu den ausgestorbenen Arten: Der Kleine Kaninchennasenbeutler. Den nachtaktiven Tiere wurden invasive Arten wie Rotfüchse und Hauskatzen zum Verhängnis, aber auch die Umwandlung ihres natürlichen Lebensraums zu Viehweiden. 1931 wurden sie zuletzt gesichert gesichtet. Sein nächster Verwandter, der Grosse Kaninchennasenbeutler hat zwar überlebt, aber auch diese Art ist bedroht.
Vor allem in Südafrika war das Quagga beheimatet. Die Zebra-Unterart wurde so intensiv bejagt, dass das letzte wildlebende Quagga wohl in den späten 1870ern geschossen wurde. Das letzte Tier in Gefangenschaft starb 1883 in einem Zoo in Amsterdam.
Sumpfgebiete in Thailand waren der Lebensraum des Schomburgk-Hirschs. Als die Sumpfgebiete ab dem 19. Jahrhundert in Reisanbauflächen umgewandelt wurden, verlor der Hirsch sein natürliches Habitat. Durch Bejagung verschlimmerte sich seine Lage. 1932 wurde das letzte wilde Exemplar erlegt, 1938 starb dann das letzte Tier in einem Zoo.
Die Heimat des Berberlöwen war Nordafrika. Das letzte bekannte wildlebende Exemplar wurde 1920 geschossen. Man ging davon aus, dass kein Tier in Gefangenschaft überlebt hätte, doch König Hassan II. von Marokko überliess dem Zoo von Rabat im Jahr 1970 Löwen, die, wenn auch wahrscheinlich nicht reinrassig, auf den Berberlöwen zurückgingen. Auch im Zoo von Addis Abeba in Äthiopien gibt es Exemplare, die Berberlöwen sein könnten.
Erst im Jahr 1960 entdeckt, gilt die Goldkröte heute schon wieder als ausgestorben. Der kleine in Mittelamerika beheimatete Froschlurch wurde 1989 zuletzt gesichtet. Ungeklärt sind die Ursachen für sein Verschwinden. Die Kandidaten sind Waldrohdung, veränderte Witterungsbedingungen im extrem kleinen Verbreitungsgebiet, Pestizideinsatz oder Krankheiten und Parasiten.
2002 wurde letztmals ein lebendes Exemplar des Chinesischen Flussdelfins fotografiert. Er kam ausschliesslich im Fluss Jagtsekiang vor. 2006 und 2007 blieben mehrere Versuche, lebende Tiere aufzufinden, erfolglos. Jüngste vermeintliche Sichtungen aus dem Jahr 2016 halten Zoologen für Verwechslungen mit Glattschweinswalen. Einiges spricht dafür, dass der auch "Baiji" genannte Delfin ausgestorben ist.
Vermutlich bereits im 14. oder 15. Jahrhundert verschwanden die Haastadler. Dieser neuseeländische Greifvogel soll Maori-Legenden zufolge sogar Menschen gerissen haben. Sein Aussterben hängt wohl mit der Ankunft des Menschen in Neuseeland zusammen. Die polynesischen Vorfahren der Maori rotteten scheinbar in kurzer Zeit die Haupt-Futterquelle des Adlers aus, die ebenfalls auf der Illustration zu sehenden Moas.
Ebenfalls in Neuseeland heimisch war der Huia oder Lappenhopf, der 1890 sogar als Zigarettenwerbung herhalten musste. Seit 1907 gilt die Art als ausgestorben. Seine besonderen Schmuckfedern liessen die Vögel unter Jagddruck kommen, gleichzeitig wurden mehr und mehr Wälder abgeholzt, um die Flächen landwirtschaftlich zu nutzen.
Das letzte bekannte Exemplar der einst in Nordamerika ansässigen Labradorente wurde im Jahr 1878 geschossen. Stärker bejagt als andere Entenarten wurden sie zwar nicht, manche Zeitgenossen bezeichneten sie allerdings als scheu, aber dümmlich, da sie keine ausreichende Fluchtdistanz zu Menschen hielten.
Zum Abschluss betrachten wir den unfassbar tiefen Fall des einst häufigsten Vogels Nordamerikas und einer der häufigsten Vogelarten weltweit. 1866 zählte ein einzelner Schwarm Wandertauben noch geschätzte 3 Milliarden Exemplare - der letzte wildlebende Vogel wurde im Jahr 1900 geschossen. 1914 starb auch das letzte in Gefangenschaft lebende Tier. Die Wandertaube wurde exzessiv bejagt und diente vor allem als Nahrung.