• Die Farbe der Chamäleons ändert sich, wenn sie nicht von Fressfeinden umgeben sind.
  • Wissenschaftler fanden nun heraus, dass männliche Exemplare dann ein auffälligeres Farbenspiel aufweisen.

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Mit weniger Fressfeinden in ihrem Lebensraum entwickeln bestimmte männliche Chamäleons offenbar ein auffälligeres Farbenspiel. Das schreiben Forscherinnen und Forscher im Fachmagazin "Science Advances". Sie hatten Dreihornchamäleons (Trioceros jacksonii) auf der hawaiianischen Insel Oahu beobachtet. Diese waren 1972 für den Heimtierhandel aus Kenia eingeführt worden und hatten sich dann in der freien Wildbahn ausgebreite - ohne besonders von Raubtieren bedroht zu sein.

Vergleich der Chamäleons zeigt verschiedenes Farbspiel

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den australischen Städten Sydney, Canberra und Melbourne sowie von der Hawaii-Insel Honolulu verglichen jetzt die Chamäleons von Oahu mit deren Artgenossen aus Kenia. Dazu konfrontierten sie Männchen mit anderen Männchen, Raubtieren wie Vögeln und Schlangen und beobachteten sie bei der Balz. Die Oahu-Chamäleons zeigten sich bei der Balz und im Wettstreit mit anderen Männchen in auffälligeren Farben, in Anwesenheit von Fressfeinden waren sie hingegen schlechter getarnt.

Fazit der Studie: "Die farbliche Zurschaustellung von männlichen Chamäleons hatte einen höheren Leuchtdichtekontrast vor dem örtlichen Hintergrund als die der kenianischen Chamäleons". Ein Effekt: mehr Aufmerksamkeit von möglichen Sexualpartnerinnen.

Weil Oahu arm an natürlichen Feinden für das Dreihornchamäleon ist, seien diese "weniger getarnt als kenianische Chamäleons, wenn sie sowohl von Vogel- als auch von Schlangenräubern bedroht wurden", heisst es in der Studie. Diese Veränderungen innerhalb von nur 50 Jahren seit Einführung könnten den Forscherinnen und Forschern zufolge auf ein rasches evolutionäres Fortschreiten und eine schnelle Anpassung hindeuten.

Dreihornchamäleon auf Hawaii
Die männliches Dreihornchamäleon (oben), das auf der hawaiianischen Insel Oahu mit seiner auffälligen Färbung um ein Weibchen wirbt. Dieses wiederum zeigt durch seine Stress-Färbung an, dass es nicht interessiert ist.

Anpassung auf neue Umgebung als Schlussfolgerung

Dabei betonen die Autorinnen und Autoren jedoch auch, dass die Unterschiede theoretisch auch an einem sogenannten Gründereffekt liegen könnten. Das wäre der Fall, wenn sich bereits die nach Hawaii eingeführten Tiere von der Ursprungspopulation in Kenia genetisch unterschieden hätten, etwa weil für den Handel besondere Tiere ausgewählt wurden. Allerdings scheint dies eher unwahrscheinlich, weil die Unterschiede zwischen den hawaiianischen und kenianischen Chamäleons auf eine tatsächliche Anpassung an die neue Umgebung hindeuten. (sbi/dpa)

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