Pelzige Grossstadt-Bewohner

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Warum Waschbär, Biber und Co. die Nähe des Menschen suchen.

Die Waschbären-Hauptstadt Europas ist Kassel. Hier haben sich die Tierchen flächendeckend breit gemacht. Dabei wohnen nicht alle Waschbären in der Grossstadt, viele kommen täglich aus der näheren Umgebung, um hier die Mülltonnen nach Essensresten zu durchwühlen.
Seit vielen Jahrzehnten bevölkern Wildkaninchen nun schon die Städte. Sie buddeln ihre Höhlen auf Verkehrsinseln oder in Parks. Dabei leben sie weniger in Grossfamilien, wie es auf dem Land der Fall ist, sondern vermehrt als Singles oder in Partnerschaften.
Stockenten sind allmählich zu Stadtvögeln geworden. Auf kleinen Teichen können sich schon einmal bis zu 80 Tiere tummeln. Die reichlichen Futtergaben lassen sie ihre natürliche Scheu vor Menschen verlieren. Fehlende Nistplätze treiben sie in Einkaufszentren und auf Schulhöfe.
Füchse sind Allesfresser und flüchten vor der Landwirtschaft, dem Einsatz von Giftmitteln und Flurbereinigungen in die Städte. Dort ernähren sie sich von menschlichen Abfällen. Bei Gefahr springen sie einfach über eine Mauer und sind in Sicherheit.
Wildschweine durchpflügen Gärten und wühlen in Komposthaufen. Das passiert nicht nur auf dem Land, sondern immer häufiger auch in der Grossstadt. Wenn es kälter wird und die Böden im Wald gefroren sind, zieht es sie in die Vororte. Sie sollten die Tiere nicht verscheuchen, da vor allem Mütter sehr aggressiv sind. Auch Hunde müssen sich vor ihnen in Acht nehmen.
Biber erobern seit Jahren die Städte. Die Nager schwimmen beispielsweise in Berlin durch die Spree. Sie haben sich allmählich an die anderen Parkbewohner gewöhnt und ihre Scheu zum Grossteil überwunden. Trotzdem sind sie schwer zu entdecken.
Wanderfalken leben ursprünglich in Regionen mit vielen Felsen, weshalb sich Grossstädte mit hohen Wolkenkratzern besonders gut für sie eignen. In die Ritzen bauen sie ihre Nester und brüten dort ihre Jungen aus. Ob in New York oder dem Roten Rathaus in Berlin, Wanderfalken haben die Städte für sich entdeckt.
Eichhörnchen springen nicht mehr nur im Wald von Baum zu Baum, auch in den Städten flitzen sie durch die Parks. Die bepflanzten Grünflächen bieten ihnen ausreichend Futtermöglichkeiten.
Der Anblick von Halsbandsittichen mag für viele noch verwunderlich sein. In Köln und Heidelberg sind sie aber schon seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Grossstadtkulisse. Sie wurden in Deutschland zunächst nur in Käfigen gehalten. Einige Exemplare büchsten wahrscheinlich aus und bevölkerten die Städte dann mit ihren Nachkommen.
Gänse fühlen sich in den Städten besonders wohl und sind in den letzten Jahren sogar zu einer regelrechten Plage geworden. Im Sommer nisten die Brutvögel an Teichen, im Winter fliegen sie gen Süden und kommen im Frühjahr schnell zurück, um sich einen guten Platz am Gewässer zu sichern.
Viele Grossstädte bilden einen geeigneten Lebensraum für viele Fledermausarten. Die Mischung aus alten und neuen Gebäuden sowie Grünflächen treiben die Flugtiere in die Nähe der Menschen. Nachts kommen sie aus ihren Verstecken und erbeuten unter anderem Mücken.
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