Viel hilft viel? Beim Waschen ist oft das Gegenteil der Fall. Von welchen Waschroutinen Sie sich verabschieden können und welche Fehler Zeit und Geld kosten, erfahren Sie hier.

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So schwer kann das eigentlich nicht sein. Wäsche in die Maschine, Waschpulver dazu, Knopf drücken und anschliessend die Wäsche sauber wieder herausnehmen.

Doch bei den zahlreichen Programmen, Waschmittelarten und Hitzestufen blicken selbst geübte Hausfrauen und -männer bisweilen nicht mehr durch.

Doch mit den folgenden Tipps sorgen Sie für strahlend saubere Wäsche und schonen Natur und Geldbeutel.

Wie viel Wäsche kann in die Maschine?

Damit die Waschmaschine nicht zu oft beansprucht werden muss, laden viele die Trommel bis zum Anschlag voll und quetschen auch die letzte Socke noch hinein.

Bei älteren Modellen (etwa zehn Jahre und älter) kann das zu Problemen führen. Ist die Maschine zu voll, sind die einzelnen Kleidungsstücke nicht richtig in Bewegung, wodurch nicht alle gleichmässig vom warmen Wasser und dem Fleckenlöser umspült werden. Die Wäsche wird dann nicht vollständig sauber.

Für die richtige Füllmenge gilt daher die Faustregel: Zwischen Wäsche und Trommeldecke muss die Hand noch senkrecht Platz haben.

Das gilt für neuere Maschinen nicht mehr. Hier kann es sogar besser sein, sie mit leichtem Druck zu beladen. Nur bei bestimmten Programmen wie "Pflegeleicht" sollte die Trommel halb voll beladen werden. Genauere Informationen entnehmen Sie der Bedienungsanleitung.

Wie heiss darf's denn sein?

Noch immer hält sich das Gerücht, Wäsche müsse bei 40 Grad gewaschen werden. Das mag früher noch richtig gewesen sein, heute reichen meistens 20 bis 30 Grad. Waschmittel sind mittlerweile so konzipiert, dass die Kleidung auch bei niedrigen Temperaturen sauber wird.

Das Gros der Wäsche besteht aus Oberbekleidung oder Hosen, die nur einen oder zwei Tage getragen wurden und keine Flecken haben. Heisse Waschgänge braucht es da nicht.

Nur bei weisser Wäsche sollte der Regler auf 40 Grad geschoben werden, damit die Bleichmittel richtig aktiv werden können.

Das spart eine Menge Geld: Eine Maschine mit 30-Grad-Wäsche verbraucht nur ein Fünftel des Stroms einer 60-Grad-Ladung. Bei einer Reduzierung von 40 auf 30 Grad sinkt laut Umweltbundesamt der Stromverbrauch um 35 Prozent.

Bei Unterwäsche, stark verschmutzter Kleidung, Handtüchern oder kursierenden Krankheiten sollten allerdings 60 Grad eingestellt werden.

Viele Maschinen haben mittlerweile auch eine Eco-Taste. Sie wäscht genauso gründlich wie der 60-Grad-Modus, nur mit geringeren Temperaturen. Dafür braucht sie aber ein wenig länger.

Wer ausschliesslich kalt wäscht, riskiert allerdings unangenehme Gerüche in der Maschine. Das liegt an den Bakterien, die sich dann in der Maschine ablagern können. Regelmässige 60-Grad-Wäschen helfen, die Keime loszuwerden.

Die Tür und die Dosierkammer sollten nach den Waschgängen zudem offengelassen werden. Die 95-Grad-Taste ist für den normalen Gebrauch unnötig, ausser man kämpft über einen längeren Zeitraum mit dem Mief.

Braucht man die Vorwäsche?

Auch bei der Vorwäsche können Sie Zeit und Geld sparen. Diese verbraucht viel Wasser und Energie und ist im Normalfall überflüssig. In jeder modernen Waschmaschine werden die Textilien auch ohne diesen Waschgang sauber. Bei sehr schmutziger Wäsche kann er allerdings sinnvoll sein.

Als Alternative kann man, falls vorhanden, die Flecken- oder Intensiv-Taste drücken. Das verlängert den Waschgang nur ein wenig und sorgt ebenfalls für ein perfektes Ergebnis.

Welche Waschmittel brauche ich wirklich?

Es gibt Waschmittel für bunte, schwarze und weisse Wäsche, für Wolle, Seide oder Daunen. Dazu kommen Fleckenentferner, Entkalker, Weichspüler und Flüssigwaschmittel. Das meiste davon kann man in den Regalen stehen lassen.

Für dunkle oder farbige Wäsche reicht Colorwaschmittel, für den Rest einfaches Waschpulver. Am besten für die Umwelt sind im Übrigen pulverförmige Bio-Mittel. Flüssigwaschmittel haben eine geringe Waschleistung und belasten die Kläranlagen mehr.

Aus Umweltsicht ist auch Weichspüler nicht zu empfehlen. Die in den normalen Waschmitteln enthaltenen Wasserenthärter reichen für tragbare, weiche Wäsche aus. Die Textilien werden mit Weichspüler somit lediglich parfümiert.

Und wenn wir schon bei Enthärtung sind: Vor Kalkschäden an der Maschine müssen Sie sich auch nicht fürchten. Zusätzliche Entkalker sind dank moderner Waschpulver nicht mehr nötig.

Und wie viel Waschmittel?

Waschmittel geben die meisten eher nach Gefühl in die Schublade. Auf die richtige Dosierung wird selten geachtet. Für so manchen gilt eher die Regel: Viel hilft viel. Dem ist nicht so.

Überdosierung bringt kein besseres Ergebnis, sondern höhere Kosten und grössere Umweltbelastungen. Als Nebeneffekt kann man dabei noch die eigene Gesundheit gefährden.

Bei zu viel Waschpulver bleiben Rückstände im Fach übrig, die schimmeln können. Beim nächsten Waschgang verteilt man die Schimmelsporen dann über der Kleidung. Alle zwei Monate sollte man daher die Schublade reinigen.

Moderne Waschmaschinen erkennen sogar, ob zu viel Waschmittel verwendet wird und gleichen das durch mehr Wasser aus.

Dadurch ergeben sich wiederum mehr Spülgänge und höhere Energiekosten. Wer auf die Dosierungsempfehlungen der Hersteller achtet, profitiert also in vielerlei Hinsicht. So mancher wird erstaunt sein, wie klein das Pulverhäufchen nach diesen Empfehlungen im Fach aussieht.

Für die meisten Waschgänge reichen die Angaben für leicht verschmutzte Wäsche völlig aus. Bei weisser Wäsche dürfen es auch die Angaben für mittlere Verschmutzungen sein.

Auf was muss ich sonst noch achten?

Gerade Buntwäsche und empfindliche Textilien sollten auf links gedreht werden, um Faser und Farben zu schonen.

Reissverschlüsse werden oftmals offen in die Trommel gegeben. Dies kann durch die scharfen Kanten Löcher in andere Kleidungsstücke reissen oder den Gummi an der Luke beschädigen. Daher sollten die Verschlüsse vor dem Waschen geschlossen werden.

Verwendete Quellen:

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