Was ist Phishing?

In diesem Blog-Artikel ...
✓ Wie funktioniert eine Phishing-Attacke?
✓ Diese weiteren Phishing-Techniken sollten Sie kennen
✓ Wie kann ich mich vor Phishing schützen?
✓ Häufige Fragen zu Phishing (FAQ)
Was heißt Phishing auf Englisch?
Der Begriff Phishing ist ein Kunstwort und leitet sich von den englischen Begriffen "phreaking" (hacken) und "fishing" (angeln) ab. Und genau darum geht es auch: Kriminelle werfen einen digitalen Köder aus, um Nutzer zum "Anbeißen" zu bewegen.
Ziel ist es, sie dazu zu bringen, auf einen gefälschten Link zu klicken, Passwörter oder andere sensible Daten preiszugeben oder anderweitig unbedacht zu handeln.
Wie funktioniert eine Phishing-Attacke?
Phishing umfasst verschiedene Formen von Cyberangriffen, die sich im Ablauf ähneln. Betroffene erhalten zunächst eine Nachricht per E-Mail, SMS oder über soziale Netzwerke. Diese wirkt häufig offiziell, verspricht etwa einen Bonus oder warnt vor einem angeblichen Sicherheitsproblem. Mit Formulierungen wie "Jetzt schnell handeln" oder "Nur noch heute" erzeugen Kriminelle eine künstliche Dringlichkeit, um unüberlegtes Handeln auszulösen.
In der Regel enthält die Nachricht außerdem einen gefälschten Link. Sowohl das Design der Nachricht als auch die verlinkte Webseite ähneln oft bekannten Unternehmen wie Online-Shops, Banken oder Paketdiensten. Auch die echte Absenderadresse wird imitiert. Spoofing nennt sich diese Technik.
Wer dem falschen Link folgt, landet auf einer täuschend echten Nachbildung der Originalseite. Dort werden Nutzer aufgefordert, ihre Zugangsdaten oder andere sensible Informationen einzugeben.
In manchen Fällen kann sogar bereits der Klick auf einen manipulierten Link ausreichen, um Malware herunterzuladen. Häufiger jedoch geben Betroffene ihre Daten selbst auf einer gefälschten Anmeldeseite ein und ermöglichen so den Zugriff auf Bankkonten oder interne Unternehmenszugänge.
Diese weiteren Phishing-Techniken sollten Sie kennen
- E-Mail-Phishing ist die häufigste Form des Phishings. Wie der Name schon sagt, werden die Nachrichten hierbei als gefälschte E-Mail versendet.
- Beim Smishing erfolgt die Kontaktaufnahme über SMS. Diese Nachrichten sind meist kürzer und imitieren Versandverfolgungen oder Nachrichten von Ihrer Bank.
- Die Betrüger schrecken auch nicht davor zurück, ihre Opfer direkt anzurufen. Dabei geben sie sich beispielsweise als Mitarbeiter Ihrer Bank aus. Diese Methode nennt sich Vishing.
- Beim Quishing werden Köder über QR-Codes ausgelegt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel.
- Besonders gefährlich ist das sogenannte Spear-Phishing. Dabei passen Kriminelle ihre Nachrichten mittels KI individuell an einzelne Personen oder Unternehmen an. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel zum KI-Phishing.
- Nehmen Sie sich außerdem in Acht vor Media-Phishing! Dabei nutzen Kriminelle bereits erbeutete Konten, um Phishing-Mails an die Kontakte des Accounts zu versenden. Da die Nachrichten vermeintlich von einem Bekannten stammen, schenken wir ihnen eher Vertrauen.
Wie kann ich mich vor Phishing schützen?
Ein wirksamer Schutz vor Phishing beginnt mit einem aufmerksamen Umgang bzw. umsichtigen Verhalten im Internet. Wer sensibel mit seinen Zugangsdaten umgeht und verdächtige Nachrichten kritisch hinterfragt, reduziert das Risiko, Opfer von Phishing zu werden, deutlich.
Zusätzlich setzt GMX zum Schutz vor Phishing technische Sicherheitsmechanismen ein, um betrügerische Nachrichten frühzeitig zu erkennen und zu blockieren. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Überblick zu den GMX Sicherheitsmaßnahmen.
Darüber hinaus sollten Sie folgende Grundregeln beachten:
- Klicken Sie nicht unüberlegt auf Links in Nachrichten unbekannter Absender. Prüfen Sie im Zweifel sorgfältig die Echtheit der Mitteilung. Woran Sie Phishing-Links erkennen, erklären wir in diesem Artikel.
- Geben Sie sensible Daten nur auf offiziellen und sicheren Websites ein. Achten Sie auf die korrekte Internetadresse und eine verschlüsselte Verbindung ("https"). Aber Vorsicht: Das "s" in "https" garantiert nicht automatisch, dass es sich um eine echte, sichere Seite handelt!
- Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Selbst wenn Zugangsdaten kompromittiert werden, bietet sie eine zusätzliche Sicherheitsebene. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zur Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Häufige Fragen zu Phishing (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Spam und Phishing?
Als Spam werden unerwünschte Werbe- oder Massen-E-Mails bezeichnet, die keinen direkten Betrugsversuch darstellen. Beim Phishing hingegen wird das konkrete Ziel verfolgt, sensible Daten zu stehlen oder Schadsoftware zu verbreiten.
Was ist eine Phishing-Simulation?
Viele Unternehmen versenden intern bewusst gefälschte Phishing-Nachrichten, um ihre Mitarbeitenden für den Ernstfall zu sensibilisieren. Diese Test-Nachrichten werden als Phishing-Simulationen bezeichnet.
Wie kann ich eine Phishing-Mail erkennen?
Phishing-Nachrichten zu erkennen, kann ziemlich kompliziert sein. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen einige typische Merkmale, damit Sie nicht darauf hereinfallen.
Was ist, wenn ich eine Phishing-Mail geöffnet habe?
Grundsätzlich besteht erst mal kein Grund zur Panik. Haben Sie allerdings den E-Mail-Anhang geöffnet oder auf den enthaltenen Link geklickt, sollten Sie schnell handeln. In unserem Artikel erfahren Sie, welche Schritte jetzt wichtig sind und wie Sie möglichen Schaden begrenzen können.
Wo kann ich Phishing- oder Spam-E-Mails melden?
Phishing-E-Mails können Sie direkt bei Ihrem E-Mail-Anbieter über die Funktion "Spam/Phishing melden" anzeigen. Bei GMX finden Sie die Option "Spam" in der Menüleiste Ihres Webpostfachs oder können über einen Klick auf die drei Punkte in der App "Spam melden". Im beruflichen Kontext empfiehlt es sich außerdem, diese Nachrichten umgehend Ihrer IT-Abteilung zu melden.
Wie kann ich Phishing-Mails blocken?
Das ist leider nicht dauerhaft möglich. Da betrügerische Nachrichten immer wieder von neuen Absenderadressen verschickt werden, sollten Sie bei jeder E-Mail vorsichtig sein. Es empfiehlt sich, die Nachrichten nicht einfach zu löschen, sondern sie immer als Spam zu markieren. So trainieren Sie Ihre Phishing-Filter, sodass diese Nachrichten künftig seltener in Ihr Postfach zugestellt werden!
Wie viele Cyberangriffe starten mit Phishing?
Eine Studie der Universität Würzburg zeigt, dass 92 Prozent aller Cyberangriffe mit Phishing beginnen. Fast 75 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer öffneten zudem mindestens eine der drei Test-Mails. Der Faktor Mensch ist also zumeist die entscheidende Schwachstelle.
Warum bekomme ich plötzlich Phishing-E-Mails?
Sollten Sie in kurzer Zeit mehrere Phishing-Mails im Posteingang finden, wurde Ihre E-Mail-Adresse vermutlich durch ein Datenleck oder eine gehackte Datenbank im Internet veröffentlicht. Durch einen sogenannten Harvester – ein Programm, das automatisch E-Mail-Adressen sammelt – geriet sie in eine Spam-Liste, die gezielt für Phishing-Kampagnen missbraucht wird. Mit dem offiziellen und kostenfreien Tool "Have I been pwned?" können Sie jederzeit prüfen, ob Ihre E-Mail-Adresse oder Ihr Passwort kompromittiert wurden.
Dieser Artikel erschien erstmalig am 24.10.2016 und wurde am 06.04.2026 überarbeitet.
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