Verheerende Sturzfluten haben im Himalaya-Gebirge für Tote, Vermisste und unvorstellbare Zerstörungen gesorgt. UNICEF, das Kinderhilfswerk der UN, betont die Gefahren, die für Kinder in dieser Katastrophe lauern.

Vor den Schlamm- und Wassermassen war nichts und niemand sicher. Häuser, Busse, Strassen, ja ganze Dörfer wurden von den Sturzfluten, die sich in Nepal und China ereignet haben, ausgelöscht. Das ganze Ausmass der Schäden ist noch nicht klar. Doch nepalesische Behörden sprechen von mindestens 392 Toten und tausenden Vermissten. Hinzu kommen massive Schäden an Schulen, Krankenhäusern und Wohngebäuden.

Zahlreiche Familien stehen vor dem Nichts. UNICEF berichtet, dass 17.000 Kinder von den Sturzfluten betroffen sind. Mindestens 14 Kinder sind den Fluten zum Opfer gefallen. Es ist davon auszugehen, dass die Todeszahlen in den nächsten Tagen weiter steigen werden.

"Kinder in Rasuwa und Dhading mussten zusehen, wie ihre Lebenswelt innerhalb kürzester Zeit buchstäblich weggespült wurde. Häuser, Klassenräume und medizinische Einrichtungen wurden beschädigt. Zu viele Menschen haben ihr Leben und ihre Angehörigen verloren", sagte Alice Akunga, UNICEF-Leiterin in Nepal, in einer Pressemitteilung.

Abgeschiedene Gemeinden sind noch hilfloser

Strassen, Brücken und Telekommunikationsnetzwerke wurden von den Sturzfluten dem Erdboden gleichgemacht. Insbesondere für Gemeinden, die vor der Katastrophe schon abgeschieden lebten, wird dies nun zu einer weiteren Schwierigkeit und Gefahr. Denn Hilfe und lebenswichtige Güter kommen bei ihnen nur schwer an.

Normalerweise hat UNICEF Mittel und Wege, um diese Menschen zu erreichen. So bringen in manchen Gebirgsorten, wo Fahrzeuge nicht hinkommen, Maultiere therapeutische Zusatznahrung oder Medikamente zu Kindern. Doch grosse Mengen an Hilfsgütern, die nach solch einer Katastrophe benötigt werden, sind so nur schwer zu transportieren.

Maultiere bringen Meidkamente in die Berge
Maultiere transportieren therapeutische Zusatznahrung in abgelegene Bergdörfer in Nepal. © © UNICEF/UN0884341/Upadhayay

Schulen beschädigt – Zukunft der Kinder in Gefahr

Durch die Sturzfluten wurden mindestens 18 Schulen zerstört, berichtet UNICEF in einer Pressemitteilung am Donnerstag. Weitere 20 seien beschädigt. Für Kinder sind Schulen nicht nur Orte des Lernens, sondern bieten auch Schutz und Halt – vor allem in schwierigen Zeiten. Nach Schätzungen von UNICEF sind rund 10.000 Schulkinder betroffen und können aktuell nicht zur Schule gehen.

UNICEF weitet derzeit die humanitäre Hilfe aus und ist bereits dabei, Hilfsgüter in betroffene Gebiete zu bringen. Dazu gehören Zelte für die Gesundheitsversorgung, Moskitonetze und therapeutische Nahrung, um Kinder mit Mangelernährung zu behandeln.

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Zusätzlich unterstützt UNICEF die psychische Aufarbeitung der traumatischen und erschreckenden Erfahrungen derjenigen, die die Katastrophe mit ansehen mussten. Zahlreiche Kinder wurden von ihren Familien getrennt. Nun müssen sie wieder mit ihren Angehörigen zusammengeführt werden.

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Verwendete Quellen