"Manchmal bin ich schon am Morgen müd' ", heisst es bei Peter Maffay. Mindestens jeder Dritte kennt die alltäglichen Durchhänger und Motivationsprobleme.

Nicht nur der fehlende Nachtschlaf macht uns tagsüber müde, es gibt auch eine emotionale Müdigkeit, die jeden Antrieb lähmt und die kleinste Aufgabe riesig und unerfüllbar erscheinen lässt.

Die Ursachen hierfür können in einer eingefahrenen Alltagsroutine als auch in einem Gefühl der Unter- oder Überforderung bei der Arbeit liegen. Eine permanente Unzufriedenheit schluckt Kraft und Energie und macht uns matt, schlaff und antriebslos. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Energielevel hoch halten und sich gegen Müdigkeitsattacken am Tag wappnen können.

Öfter mal was Neues probieren

Erstaunlicherweise findet sich Zeit für Dinge, die einem Spass machen und am Herzen liegen, selbst wenn man nachts kaum Schlaf bekommen hat. So kann es sein, dass seltsamerweise beim Feierabendbierchen mit Freunden die Müdigkeit vom Nachmittag wie verflogen zu sein scheint. Offenbar sind die alltäglichen Durchhänger also weniger ein körperliches Problem.

So ist etwa Routine zwar schön bequem, unser Gehirn mag das tagtägliche Einerlei jedoch überhaupt nicht. Es will ständig gefordert werden. Ist das nicht der Fall, schaltet es irgendwann einfach ab. Deshalb lohnt es sich, die eingefahrene Routine bewusst zu durchbrechen und etwas Neues zu wagen.

Wer aber denkt, etwa zum Extremsportler mutieren zu müssen, den Partner oder den Job infrage stellen zu müssen, geht deutlich zu weit. Wenn Sie sich bei Ihrer Arbeit andauernd unterfordert fühlen oder glauben, die abverlangten Aufgaben unter keinen Umständen bewältigen zu können, ist ein klärendes Gespräch mit dem Chef notwendig. Nur Eigeninitiative kann die Situation entspannen und verändern.

Durchbrechen der Alltagsroutine beginnt aber schon im Kleinen: Weiten Sie Ihren Blick und Ihren Radius, indem Sie ganz einfach mal einen anderen Weg zu Arbeit wählen, sich neuen Bekanntschaften, neuen Büchern, neuer Musik, oder einer neuen Sportart öffnen. Jeder Aufbruch ins Neuland steigert die Motivation und macht glücklich - nicht zuletzt, weil vom Körper das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wird. Das bringt neue Energie für alle Lebensbereiche. Schon ein kleines Erlebnis abseits des Gewohnten kann belebend wirken.

Suchen Sie neue Herausforderungen

Vielleicht lässt sich auf diesem Weg auch eine alte Leidenschaft wieder entdecken oder auch eine neue Passion finden? Wenn der Job Ihnen keinen Spass mehr bereitet, versuchen Sie, neue Herausforderungen im Berufsalltag zu finden. Denken Sie beispielsweise über ein spannendes Projekt nach, das Sie gerne angehen würden. Danach gilt es selbstverständlich, Ihren Vorgesetzten von dem Vorhaben zu überzeugen. Vielleicht könnten Sie jüngere Angestellte trainieren oder ein Charity-Projekt für Ihre Firma auf die Beine stellen? Wer es schafft, der täglichen Arbeitsroutine wieder einen Sinn zu geben, ist auch wieder motiviert.

Wenn sich im Job nichts ändern lässt, schaffen Sie sich in der Freizeit einen Ausgleich, der Ihnen Spass bereitet. Wer etwas hat, auf das er sich nach dem Job freuen kann, erledigt seine Arbeiten schneller und effektiver.

Ebenso viel Kraft und neue Energie lassen sich aus Begegnungen mit Freunden und Bekannten gewinnen. Im grösseren Kreis wird die eigene Sicht auf mögliche Probleme erweitert, der Elan der anderen wirkt motivierend und ansteckend.

Vorsicht vor "emotionalen Blutsaugern"

Nehmen Sie sich jedoch in acht vor sogenannten Gefühlsvampiren. Das heisst, meiden Sie so gut es geht den Kontakt mit negativen und unangenehmen Menschen, die Ihnen Ihre seelische Kraft rauben können. Geben Sie Spielverderbern, Miesmachern und notorischen Nörglern also keine Chance. Deren Pessimismus könnte sich mitunter auch auf Sie übertragen und Sie mit runterziehen.

Zum Selbstschutz und für die Wahrung der eigenen Kraft ist es ebenso wichtig, auch mal wegzuhören oder deutliche Grenzen zu setzen - sprich, auch mal "Nein" zu sagen. Ihre Zeit und Energie sind zu kostbar, um sie zu vergeuden. Wer ab und zu die kalte Schulter zeigt und deutlich zu verstehen gibt, dass er nicht zur Verfügung steht, kann seine Kraft gezielter einsetzen.

Pausen einhalten

Und nicht zu vergessen: Gönnen Sie sich gelegentlich eine Pause. Erwiesenermassen kann eine kleine Unterbrechung der Arbeit die Konzentrationsfähigkeit und Aufnahmebereitschaft messbar steigern. Nicht umsonst wird das kurze Mittagsschläfchen auch Power-Nap (zu deutsch: Energie spendendes Schläfchen) genannt. Wer in der Mittagszeit etwa 20 Minuten schläft, aber vor der Tiefschlafphase wieder erwacht, ist erfrischt und wesentlich produktiver.

Auch ein kleines sportliches Workout wie etwa Walken oder Joggen weckt die Lebensgeister und setzt neue Energien frei. Wem danach in der Mittagspause nicht der Sinn steht, dem seien frische Luft und Sonne als Müdigkeitskiller empfohlen. Licht und Sauerstoff machen gute Laune und motivieren. Ebenso kann eine kurze Meditation an einem ungestörten, ruhigen Ort die Kraft zurückbringen.