Sie machen blöde Bemerkungen, klauen Ideen und lügen: Arschlöcher. Obendrein laufen sie einem täglich über den Weg – vor allem im Job. Manchmal merkt man zu spät, dass ein solches Exemplar vor einem steht. So erkennen Sie ein Arschloch.

Menschen können richtige Arschlöcher sein: Idioten, Dummschwätzer, Neider und Meister der Manipulation. Sie machen anderen das Leben schwer oder sogar zur Hölle. Manchmal sind sie schnell entlarvt, manchmal merkt man erst zu spät, dass einem ein waschechtes Arschloch gegenübersteht.

Alle Arschlöcher haben etwas gemein

Die Psychologinnen Monika Wittblum und Sandra Lüpkes haben zwölf Arschlochtypen ausgemacht. Das fängt beim Choleriker an und hört beim Dauernörgler auf. Und sie haben alle etwas gemein: Sie lösen bei ihrem Gegenüber ein "deutliches Unbehagen aus", schreiben die Expertinnen in ihrem Buch "Woran erkennt man ein Arschloch?".

Menschen, die es mit einem Arschloch zu tun haben, fühlen sich "klein, mies, dumm, genervt oder betrogen, schlimmstenfalls sogar alles zusammen". Sie würden am liebsten auf deren Gesellschaft verzichten. Leider gelingt das nicht immer – vor allem nicht im Job. Das sind fünf typische Unsympathen im Arbeitsalltag:

Der Abgreifer ist einer der miesesten Charaktere, denn er hat es faustdick hinter den Ohren. Gemäss dem Motto 'Gelegenheit macht Diebe' schmückt sich gern mit fremden Federn. Er klaut Ideen von Kollegen und verkauft sie als seine eigenen. Allerdings ist er nicht so einfach zu erkennen. Er verhält sich auf den ersten Blick zurückhaltend, still und schlägt später hinter dem Rücken des Kollegen zu. Dass er sich mit seinem Ausbeutertum womöglich ins soziale Abseits bringt, macht ihm nichts aus. Menschen, die einen besonders ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben, verkraften das skrupellose Verhalten des Abgreifers schwer. Denn der hält sich an keine Regeln – schon gar nicht an moralische.

Der Choleriker ist wie Hulk. Er kann vernünftig, grosszügig und fürsorglich sein – solange, bis sich ihm jemand in den Weg stellt oder nicht nach seiner Pfeife tanzt. Dann explodiert er und kann seiner inneren Rage nicht mehr Stand halten. Buchstäblich walzt er alles nieder mit tosendem Gebrüll, persönlichen Beleidigungen und Hasstiraden. Experten machen dieses Verhalten an einem Kindheitstrauma fest. Der Umgang mit einem solchen Hitzkopf ist wie ein Tanz auf dem Vulkan. Bricht er aus, ist die Grenze des Ertragbaren schnell überschritten.

Der Missgönner lauert überall. Er ist ein typischer Neidhammel und setzt alles daran, jemandem seine Verdienste madig zu machen. Erfolgserlebnisse anderer sind ihm ein Dorn im Auge. Zunächst wirkt der Missgönner urteilssicher, sachkundig und kritisch. Doch er wird schnell zynisch und unhöflich – und das ist noch der harmlose Anfang. Sabotage und Intervention folgen, um möglichst einen grossen Schaden anzurichten – etwa indem er ein bestimmtes Opfer lautstark vor versammelter Mannschaft diffamiert. Diese destruktive Missgunst des Neidhammels wird vor allem da deutlich, wo Konkurrenzkämpfe offen ausgetragen wird. Ein Vertreter dieser Spezies ist leicht an der Zurschaustellung seiner Statussymbole zu erkennen: Auto, Haus, Markenklamotten, exklusive Hobbys.

Arschloch: "Woran erkennt man ein Arschloch?" von Monika Wittblum und Sandra Lüpkes, Heyne-Verlag, 224 Seiten, 24,99 Euro.

Der Besserwisser hat zu allem eine Meinung. Er macht zunächst einen selbstbewussten, patenten und tüchtigen Eindruck. Er ist dabei wortgewandt und versprüht manchmal einen gewissen Charme. Doch schnell übertreibt er es mit neunmalklugen Ratschlägen und Zurechtweisungen. Zu jedem Thema gibt der Schlaumeier seinen Senf dazu, lässt sein Gegenüber nicht zu Wort kommen. Jede noch so kleine Belanglosigkeit wird thematisiert und kommentiert. Anderen Meinungen begegnet der Besserwisser mit Intoleranz oder beharrt stur auf seiner Meinung. Im Grunde aber ist der Maulheld unsicher. Mit seinem Verhalten kaschiert er Nichtwissen und Unfähigkeit, giert zugleich nach Anerkennung und Lob. Er will klüger sein als andere, kompetenter, besser. Doch das neumalkluge Verhalten ist für andere nervtötend und wird von vielen als Angriff auf die eigene Person verstanden. Das Sich-ständig-vergleichen-müssen macht den Umgang mit einem solchen Exemplar nahezu unerträglich.

Der Lügner ist ein Wolf im Schafspelz: Auf den ersten Blick erscheint er kompetent, interessant und mutig. Schnell entpuppt er sich als Scharlatan. Er tischt anderen handfeste Lügengeschichten auf, um deren Vertrauen auszunutzen. Insolvenzverschlepper, Hochstapler, Menschen, die Gelder veruntreuen – sie alle gehören zu diesem Typus. Ein Betrüger muss sich enorm konzentrieren, um den Anschein von Realität zu wahren. Deshalb wirkt er oft gestresst. Gestik und Mimik entlarven ihn schliesslich: Er vermeidet Blickkontakt, blinzelt häufiger oder hält die Augen verschlossen, rollt vermehrt mit den Augen oder hat einen starren Blick. Auch verschränkte Arme und Beine und eine unangemessene Mimik verraten ihn.