Im Reisebüro helfen Fachkräfte bei der Urlaubsplanung. Viele Menschen buchen ihren Urlaub heute aber online. Um dabei Überraschungen wie hohe Gepäckgebühren oder kostenpflichtige Sitzplatzreservierungen zu vermeiden, sollten die im Internet angebotenen Leistungen aber genau geprüft werden. Ein Experte verrät, auf was Sie dabei achten müssen.

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Endpreisanzeige ist Pflicht

Noch vor einigen Jahren warben Airlines mit extrem günstigen Flugtickets - auf die allerdings im letzten Buchungsschritt hohe Kosten für Flughafensteuern, Kerosin oder besondere Zahlungsmittel aufgeschlagen wurden. Ein Preisvergleich war daher nur mit grossem Aufwand möglich.

"Heute müssen laut Endpreisangabenverordnung alle unvermeidbaren Kosten der gewünschten Reiseleistung bereits in der ersten Preisübersicht dargestellt werden", erklärt Michael Buller, Vorstand des Verband Internet Reisevertrieb e.V.

So müssen Anbieter von Ferienwohnungen den Gesamtpreis inklusive Nebenkosten ausweisen und Flugportale den Ticketpreis samt Steuern und Gebühren anzeigen.

"Seit letztem Jahr gelten zudem neue Regelungen, so dass alle angebotenen Zahlungsarten kostenlos sein müssen", betont Michael Buller. "Wird trotzdem eine Gebühr verlangt, sollten Urlauber prüfen, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt."

Leistungen checken

Trotz des festen Endpreises lauern weiterhin versteckte Kosten bei der Urlaubsbuchung. "Immer mehr Fluglinien streichen gewohnte Leistungen, wie kostenlose Sitzplatzwahl, Verpflegung an Bord oder Freigepäck", warnt der Experte.

Wer heute eine Reise bucht, sollte daher die enthaltenen Services genau überprüfen, denn diese können je nach Anbieter stark variieren.

  • Will beispielsweise eine vierköpfige Familie im Flieger zusammensitzen, kommen selbst bei etablierten Airlines pro Strecke schnell 100 Euro für die Platzreservierung zusammen.
  • Während leichtes Handgepäck oftmals im Flugpreis enthalten ist, können für aufgegebene Koffer hohe Gebühren anfallen, ebenso für das Essen an Bord.
  • Bei vielen Low-Cost-Airlines zahlen Kunden kräftig drauf, wenn sie nicht online, sondern am Flughafen einchecken.

Reisende sollten sich im Vorfeld ihrer Urlaubsbuchung daher genau überlegen, welche Leistungen sie in Anspruch nehmen wollen und diese dann in den Preisvergleich mit einbeziehen. Vielfach gibt es bereits entsprechende Filtermöglichkeiten bei den Reiseportalen.

Experten raten bei der Urlaubsbuchung zum Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung. Diese wird oftmals automatisch angeboten, ist aber bei seriösen Portalen nicht voreingestellt. Tipp: Laufzeit und Leistungen der Versicherung genau prüfen.

Kostenfallen im Pauschalurlaub vermeiden

Generell gilt: Wer einzelne Reisebausteine selbst bucht, haftet bei Problemen selbst. Verschiebt sich beispielsweise der Hinflug um einen Tag, ist das Hotelzimmer trotzdem bereits ab der ersten Nacht zu zahlen.

Bei einer Pauschalreise hingegen ist der Veranstalter in der Pflicht. Auch hier sollten Reisende aber das Gesamtpaket genau unter die Lupe nehmen, denn nicht selten lauern vor Ort weitere Kostenfallen.

So ist vor der Urlaubsbuchung zu prüfen, welche Verpflegung im Reisepreis enthalten ist, ob der Hoteltransfer Teil des Pakets ist und ob die Anzahl der Übernachtungen zur An- und Rückreise passt.

"Bei Spätanreise ist zu checken, ob auch bereits in der ersten Nacht ein Zimmer im Reisepreis enthalten ist", rät Michael Buller.

Bei Billigangeboten sollten sich Reisende darüber im Klaren sein, dass niemand etwas zu verschenken hat. Nicht selten werden ein Mindestverzehr im Hotel oder zusätzliche Serviceentgelte vor Ort berechnet. Auch hier sorgt ein Blick ins Kleingedruckte für Klarheit vor der Urlaubsbuchung.

Seriösen Anbieter wählen

Viele Urlauber buchen ihre Reise über einen Vermittler. "Handelt es sich hierbei nicht um ein etabliertes Portal, sollte man das Impressum auf einen deutschen Unternehmenssitz hin prüfen", rät Michael Buller. Denn Recht im Ausland durchzusetzen ist teuer und lohnt sich wegen mangelhafter Reiseleistungen oftmals nicht.

Im Zweifel sollte man sich über das Unternehmen im Internet informieren. Wenig seriöse Portale sind oftmals bereits auffällig geworden, so dass Reisende lieber auf grosse Reisevermittler zurückgreifen sollten.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit Michael Buller, Vorstand des Verband Internet Reisevertrieb e.V.
  • Webseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz
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