• Vegane Alternativen sind mittlerweile in nahezu jedem noch so kleinen Supermarkt und Café zu finden.
  • Dennoch greifen viele lieber zur Kuhmilch, weil die pflanzlichen Nahrungsmittel ein gutes Stück teurer sind.
  • Wir erklären, wieso die pflanzlichen Alternativen oft teurer sind.

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Die Zeiten, in denen Veganer Tofu selbst pressen und ihren Haferdrink selbst filtern mussten, sind lange vorbei – zumindest für alle, die lieber einkaufen gehen als stundenlang in der Küche zu stehen. Es ist aber auch deutlich einfacher geworden, an vegane Lebensmittel zu kommen. Egal ob Räuchertofu, Haferdrink oder Seitansteak: Sogar im kleinsten Supermarkt werden Veganerträume mittlerweile wahr.

Wer die Wahl zwischen tierischen Lebensmitteln oder ihren pflanzlichen Alternativen hat, entscheidet sich oft jedoch gegen die vegane Variante. Grund dafür ist der hohe Preis. Warum sind Pflanzendrinks und vegane Produkte so teuer?

Je weniger produziert wird, desto teurer wird es

An den Kosten der einzelnen Zutaten liegt es meist zumindest nicht. Nehmen wir das Beispiel Haferdrink. Zum Grossteil bestehen diese aus Wasser – das ist nicht sehr teuer. Auch die restlichen Zutaten (Hafer, Pflanzenöl und Salz) fallen nicht wirklich ins Gewicht. Allerdings spielt es eine grosse Rolle, dass die Nachfrage im Vergleich zu Kuhmilch noch relativ gering ist. Darum sind auch die Verarbeitungskosten – relativ gesehen – dementsprechend höher. Besonders für kleine Unternehmen ist es teuer und aufwendig, produzieren zu lassen. Kuhmilch hingegen kann zu einem günstigeren Preis verarbeitet und ausgeliefert werden.

Der Weg zum Haferdrink ist lang

Dass Kuhmilch im Vergleich günstiger ist, liegt zum anderen auch daran, dass an ihrer Rezeptur nicht mehr viel verändert werden muss – sie ist immer schon gleich. Die Entwicklung von Haferdrink und anderen pflanzlichen Milchalternativen gestaltete sich da schon etwas aufwendiger: Der Entwicklungsprozess ist meist langwierig, da die Zutatenkombination und der Geschmack erst erarbeitet werden müssen. Bei Kuhmilch ist, ausser dem Fettgehalt, nicht viel zu optimieren.

Politik bevorzugt Milch, Butter und Fleisch

Auch Subventionen tragen zum Preisunterschied bei. Der Bund fördert die Milchbauern und Milchbäuerinnen in Deutschland mit Direktzahlungen und Zuschüssen, um die Herstellungskosten im Vergleich zum Preis, der im Laden erzielt werden soll, gering zu halten. Laut einem Bericht der "Zeit" und dem Bundesratsbericht im März 2019 nahmen die staatlichen Beiträge für einen durchschnittlichen Milchproduzenten zwischen dem Jahr 2000 und 2015 um 60 Prozent zu. Stärker subventioniert werden auch andere tierische Produkte im Vergleich zu pflanzlichen Nahrungsmitteln. Hinzu kommt, dass der Grossteil der veganen Produkte als verarbeitet gilt und daher mit 19 Prozent Mehrwertsteuer besteuert wird. Für Fleisch, Butter und Milch hingegen werden nur sieben Prozent fällig.

Wir bezahlen es

Kein Supermarkt mehr ohne ein komplettes Regal voll mit Fleischersatzprodukten und kein hippes Café ohne Milchalternative: Pflanzliche Lebensmittel liegen nach wie vor im Trend – und sind gefragter denn je. Die Akzeptanz und auch die Nachfrage nach Alternativprodukten wächst. In Deutschland gibt es laut einer Umfrage 41 Prozent Flexitarier, die ihren Konsum von tierischen Lebensmitteln reduzieren wollen. Sie sind nicht nur offen gegenüber einem vegetarischen oder veganen Lifestyle, sondern auch bereit, dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Kein Wunder, dass die Gewinnmargen bei veganen Produkten darum auch sehr hoch liegen – bis zu 40 Prozent des Preises lassen sich darauf zurückführen. Das liegt auch daran, dass es im Vergleich nicht viele Wettbewerber gibt. Zwar ist das Sortiment an Milchalternativen gross – Cashew, Mandel, Hafer, Soja, Reis, you name it – allerdings stammen sie meist nur von einem oder zwei grossen Produzenten.

Was wir tun können, damit sich etwas ändert

Noch können sich die Produzenten diese hohen Gewinnmargen erlauben. Aber Nachfrage bestimmt das Angebot. Je mehr Menschen vegane und vegetarische Ersatzprodukte kaufen, desto mehr Angebot wird es geben und umso tiefer können Produktionskosten gedrückt werden.

Verwendete Quellen:

  • Zeit.de: Ein teurer Schluck
  • Vegan.ch: 4 Gründe, weshalb Hafermilch noch immer teurer ist als Kuhmilch
Dies ist ein journalistisches Angebot des Online-Magazins ZEITjUNG.
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