Frankfurt/Main - Jetzt startet die nächste Pflanzrunde im Garten - und dafür muss man nicht einmal neue Pflanzen kaufen. Stauden etwa lassen sich ganz einfach in Eigenregie vermehren. Je nach Staudenart eignen sich unterschiedliche Methoden. Der Industrieverband Agrar (IVA) erklärt, wie es geht.

1. Neue Pflanzen aus Samen

Besonders für Wildstauden wie Leberblümchen, Schafgarbe oder Frauenmantel bietet sich die Vermehrung über Samen an. Dafür die reifen Blütenstände ernten, kurz bevor die Samen herausfallen. An einem trockenen, kühlen Ort kann man sie dann ausreifen lassen.

Viele dieser Pflanzen benötigen zum Keimen einen natürlichen Kältereiz. Laut IVA sollte man die Aussaat daher am besten im Herbst vornehmen. Die Samen kommen dann entweder direkt ins Beet oder in Anzuchtschalen im Kaltgewächshaus.

2. Ausläufer abstechen

Das Abstechen von Ausläufern ist eine einfache Methode, um Stauden wie Walderdbeeren, Golderdbeeren oder auch einige Ziest-Arten zu vermehren. Dabei trennt man mit einem scharfen Spaten Ausläufer ab, die sich von der Pflanze ausbreiten und bereits Wurzeln zeigen. Die Ausläufer werden dann in humusreiche Erde gesetzt.

3. Stauden teilen

Ältere Stauden mit vielen Trieben wie etwa Rittersporn, Astern, Schafgarbe oder Glockenblume können vermehrt und verjüngt werden, indem man sie teilt. Die Pflanze dazu ausgraben und mit einem Spaten oder scharfen Messer in mehrere Stücke teilen. Wichtig: Bei allen Stücken sollte ein Trieb und ausreichend Wurzelmasse vorhanden sein. Anschliessend werden die Teile wieder eingepflanzt, angedrückt und ausgiebig gegossen.

Blüte einer Taglilie (Hemerocallis)
Leuchtende Taglilie: Wer Blütenfarben von Stauden erhalten will, kann neue Pflanzen aus Teilen der Mutterpflanze entstehen lassen. © dpa / Franziska Gabbert/dpa-tmn

4. Wurzelschnittlinge

Arten mit kräftigen Wurzeln wie Königskerze, Türkischer Mohn oder Fackellilie kann man durch Wurzelschnittlinge vermehren. Dabei werden etwa fünf Zentimeter lange Wurzelstücke abgeschnitten. Anschliessend kommen sie senkrecht in die Anzuchterde - dabei ragt das obere Ende knapp aus der Erde. An einem kühlen und hellen Standort können die Schnittlinge anwachsen. Als Jungpflanzen werden sie dann pikiert und später ins Beet gesetzt.

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5. Rhizom teilen

Robuste Stauden wie Iris, Storchschnabel oder Riesenlilie kann man über Rhizome vermehren. Das sind verdickte, unterirdische Sprossachsen, die neue Triebe bilden können. Die Rhizome mit einem scharfen Messer in Stücke teilen - bei jedem Stück sollte mindestens eine Knospe vorhanden sein. Die Stücke werden flach in den Boden direkt ins Beet gelegt und mit etwas Erde bedeckt. Das Anwachsen dauert meist nicht allzu lange.  © Deutsche Presse-Agentur