Rosen sehen wunderschön aus. Jedoch duften die meisten Sorten heute gar nicht mehr oder ganz anders als erwartet, verglichen mit dem Rosenduft von Parfums oder Duschgels. Woran liegt das eigentlich?

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Rosenduft findet sich in vielen Kosmetikprodukten wie Duschgel, Düften oder Cremes. Am vermeintlichen Ursprungsort findet man diesen Duft seltsamerweise aber kaum noch: an der Rose selbst.

Laut der Zeitschrift Geo gibt es derzeit etwa 30.000 Arten von Rosen. Darunter werden Rosen, die wirklich duften, immer weniger. In etwa 90 Prozent der Fälle haben die Nachkommen duftender Rosen keinerlei Duft mehr. Die verbleibenden zehn Prozent duften in der Regel ganz anders als die Elterngeneration. Wir erklären dir, woran das liegt.

Warum verlieren Rosen ihren Duft?

Diese Frage ist laut Geo wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt. Es liegt jedoch nahe, dass die Dufteigenschaften der Rosen nicht weitervererbt werden, weil die Veredelung es verhindert. Rosen werden in der Regel veredelt und gezüchtet, um besonders lange und intensiv zu blühen. Diese Eigenschaften sind aber genetisch nur schwer mit den Eigenschaften vereinbar, die für den typischen Rosenduft verantwortlich sind, so ein Forscher in einem Onlinebeitrag von Geo.

Rosen mit den genetischen Eigenschaften für Rosenduft haben ausserdem oft weniger widerstandsfähige Blüten. Das ist vor allem bei längeren Transportwegen ein Problem. Rosen mit dem Gen für intensiven Duft öffnen ihre Blüten schneller und verwelken somit auch eher. Weil die meisten Rosen in Übersee gezüchtet werden, würden sie die Transportwege bis zu uns nicht überstehen, so eine Expertin der Deutschen Rosengesellschaft gegenüber MyHomebook. Deshalb werden Rosen heute kaum noch mit dem Ziel gezüchtet, intensiv zu duften.

Schnittblumen frisch halten: So bleiben Rosen & Co. länger haltbar

Duftrosen im Garten anpflanzen: Geht das?

Das Problem, dass die Blumen gar nicht duften, bezieht sich meist vor allem auf Schnittblumen. Bei Sorten, die du im Garten selbst anpflanzt, gibt es das Problem eher weniger, zumindest bei speziellen Duftrosen. Einige besonders gut duftende Sorten sind zum Beispiel:

  • Camelot (duftet nach Zitrone)
  • Herkules (duftet nach Birne)
  • Soul
  • Gräfin Diana
  • Lady Capri
  • Mauritia
  • Rosengräfin Marie Henriette
  • Fräulein Maria

Wenn deine Gartenrosen nicht duften, liegt das überwiegend daran, dass auch auf natürliche Weise nicht immer alle Dufteigenschaften der Elterngeneration vererbt werden. Mit anderen Worten: Es kann ein genetischer Zufall sein, dass deine Gartenrosen nicht duften.

Übrigens: Duftende Rosen aus dem Garten eignen sich nicht für einen Strauss. Denn sie bleiben als Schnittblumen nicht lange frisch – anders als die speziell dafür gezüchteten Varianten.

Alte Rosensorten für besonders intensiven Duft

Laut dem NDR duften besonders alte Sorten von Rosen sehr intensiv. Diese Arten existieren seit vielen Jahrhunderten und bilden den Ursprung aller modernen Rosenarten.

Die Duftnoten reichen dabei von fruchtig ("Ambiente", "Augusta Luise", "Sachsenperle", "Nostalgie" oder "Laguna") bis schwer ("Charles de Mills", "Rose de Resht", "Gräfin Astrid von Hardenberg", "Gräfin Diana" oder "Elbflorenz"). Sie können an Zitrone, Jasmin oder Maiglöckchen erinnern. Am besten solltest du Duftrosen kaufen, wenn sie blühen und du selbst testen kannst, ob dir der jeweilige Geruch zusagt.

Die Pflege der Duftrosen ist identisch zu der von normalen Rosen. Alles rund um die Rosenpflege findest du in diesen Ratgebern:

Nachhaltige Rosensorten wählen

Gezüchtete Rosenarten sehen zwar wunderschön aus, haben aber oft noch einen grösseren Mangel als ihren fehlenden Duft: Sie sind für Insekten wie Bienen und Hummeln nutzlos. Der Grund dafür liegt in ihren gefüllten Blüten, in denen die Insekten keine Nahrung mehr finden.

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Eine gute Alternative sind heimische Sorten der Wildrose. Sie bereichern deinen insektenfreundlichen Garten und duften oft auch intensiver als Zuchtrosen. Alles dazu findest du in diesem Artikel: Wildrosen: wichtige Sorten, Pflege und Anbau.

Aufgrund der langen Transportwege haben Zuchtrosen zudem eine sehr schlechte Klimabilanz. Ausserdem finden sich in Schnittrosen zahlreiche chemisch-synthetische Pestizide, wie dieser Bericht zeigt: Pestizid-Cocktail zum Muttertag? Was wirklich in deinen Rosen steckt. Das gilt laut einem anderen Bericht des NDR auch für Fairtrade-Rosen. Ein Grund mehr also, auf regionale Arten der Wildrose zu setzen.

Rosen zum Muttertag? So findest du bessere Blumen  © UTOPIA