In unterschiedlichen Geschäften unter verschiedenen Markennamen verkauft, weist häufig nichts darauf hin, dass viele Modelabels heute zu dem gleichen Konzern gehören. Die internationalen Unternehmen versuchen so, effektiv zu wachsen und unterschiedliche Kundengruppen anzusprechen.

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Die letzte grosse Nachricht der Modewelt kam aus Italien: Ende September verkündete Donatella Versace, eine der schillerndsten Figuren der internationalen Modeszene, ihr Familienunternehmen in die USA zu verkaufen.

Damit verliess eine der letzten grossen Modedynastien die Hand ihrer italienischen Gründerfamilie und ging in einem internationalen Luxuskonzern auf.

Der Käufer von Versace war die US-Marke Michael Kors, die mit dem Verkauf von Handtaschen weltberühmt geworden ist und sich seitdem zu einem Luxusgüterkonzern weiterentwickelt hat: Ende 2011 brachte der gleichnamige Eigentümer das Unternehmen an die Börse, 2017 kaufte er das Luxus-Schuhlabel Jimmy Choo auf und nun also noch Versace dazu, das gemeinsam mit Gucci wie kein anderes Unternehmen für italienische Mode steht.

Gleichzeitig gab Michael Kors eine Namensänderung bekannt: der Modekonzern firmiert nun unter dem Namen Capri Holdings. Der Kauf der italienischen Traditionsmarke ist Teil einer Strategie, die verschiedene Luxuskonzerne anwenden und bei der das Konzernwachstum darüber gesichert werden soll, Synergien zwischen mehreren Marken in ähnlichen Segmenten zu erzeugen.

LVMH – Champagner, Cognac und Mode

Diese Strategie wird erfolgreich vom Branchenführer der Luxusgüterindustrie vorgemacht: das französische Unternehmen LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton notierte für das vergangene Geschäftsjahr 2017 einen Gewinnzuwachs von 29 Prozent, der auf die Ansammlung von Luxusmarken unter dem Dach der börsennotierten Gesellschaft zurückging.

LVMH versammelt neben einigen weltbekannten Getränkemarken wie den namensgebendem Champagnerhersteller Moët & Chandon und der Cognac-Brennerei Hennessy auch ein breites Portfolio exklusiver Modemarken: Louis Vuitton gehört ebenso dem Konzern wie die Marken Fendi, Celine, Christian Dior, Givenchy, Kenzo und Marc Jacobs.

Das italienische Label Gucci, das bereits seit 2004 kein Familienunternehmen mehr ist, gehört zu Kering, ebenfalls ein französischer Luxusgüterkonzern. Zu dem Unternehmen mit Sitz in Paris gehören ausserdem die Modelabels Yves Saint Laurent, Balenciaga, Bottega Veneta und Alexander McQueen.

Kering erreichte 2017 mit 15,48 Milliarden Euro allerdings deutlich weniger als Konkurrent LVMH, der mit seinem grossen Portfolio in verschiedenen Branchen im gleichen Jahr 42,6 Milliarden Euro umsetzte.

H&M gehören sieben Modemarken

Aber nicht nur im Luxusbereich gehören oft verschiedene Modemarken zum gleichen Konzern. Unbemerkt von einigen Verbrauchern hat auch der schwedische Kleidungsgigant H&M eine ähnliche Strategie: Dabei kaufen die Schweden aber nicht ausschliesslich Unternehmen auf, sondern gründen neue Modemarken mitunter auch selbst, um verschiedene Konsumenten anzusprechen und der schwächelnden Hauptmarke unter die Arme zu greifen.

So gehören heute ganze sieben weitere Labels zu H&M: COS, Weekday, Cheap Monday, Monki, & Other Stories, Arket und Afound. Die ersten fünf Labels sind in deutschen Fussgängerzonen allgegenwärtig, die neuste Marke Afound hingegen gibt es bisher nur in drei Geschäfte in Schweden.

Arket, die zweitkleinste Marke, hat immerhin drei Geschäfte in Deutschland: Sie befinden sich in Berlin, München und Hamburg.

Der spanische Konzern Inditex, der mit 25,3 Milliarden Euro Umsatz 2017 nach LVHM der zweitgrösste Modekonzern der Welt ist, hat die gleiche Strategien angewandt: Zu dem Unternehmen, dessen Namen nur wenige seiner Kunden kennen, zählen sieben Modelabels, deren Namen dafür umso bekannter sind: Zara, Bershka, Stradivarius, Pull & Bear, Massimo Dutti, Oysho und Unterqüe.

Während alle Marken in Deutschland über Online-Shops erhältlich sind, haben die Stradivarius, Oysho und Unterqüe keine Geschäfte hierzulande.

Auch Deutschland kann Mode

Äusserst bekannt in Deutschland sind auch die Marken des dänischen Modekonzerns Bestseller, zu dem unter anderem Vero Moda, Pieces, Jack & Jones, Selected, Only, Object, Nameit und Vila gehören.

Aber auch die Deutschen können Mode, sportliche zumindest: Adidas aus Herzogenaurach ist mit 21,2 Milliarden Euro Umsatz nach Nike der zweigrösste Sportartikelhersteller weltweit.

Zu dem Unternehmen gehören ausserdem die Marken Reebok und TaylorMade. Weitere grosse Modemarken, die aus Deutschland kommen, sind etwa die S. Oliver Group, die S. Oliver, Comma und Liebeskind vereint und die Hugo Boss AG mit Sitz in Metzingen.

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