Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat eine Penny-Filiale in der Nähe von Hannover die Folgen des Bienensterbens simuliert. Der Discounter nahm für kurze Zeit grosse Teile seines Produktsortiments aus den Regalen, die es ohne das Zutun von Insekten nicht gäbe.

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Wer zum Einkaufen in einen Supermarkt geht, hat normalerweise die Auswahl aus Hunderten von Produkten. Umso grösser dürfte für die Kunden der Penny-Filiale am Marktplatz in Langenhagen am vergangenen Dienstag die Überraschung gewesen sein, als sie plötzlich vor gähnend leeren Regalen standen.

Schuld an diesem Umstand waren nicht etwa Lieferschwierigkeiten, sondern eine ungewöhnliche PR-Aktion des Discounters. Unter dem Titel "Stummer Frühling: Erst sterben Bienen & Co, dann die Auswahl" wurden kurzerhand alle Produkte aus den Regalen genommen, die direkt oder indirekt von der Insektenbestäubung abhängig sind.

Laut Angaben von Penny trifft das auf rund 60 Prozent der 2.500 Produkte in seinem Sortiment zu. So mussten am Dienstag nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Produkte wie Kaffee, Süssigkeiten, Tiefkühlgerichte und sogar Pflegeprodukte wie Deos oder Cremes ihren angestammten Platz zeitweise verlassen.

Penny macht Kunden auf Bienensterben aufmerksam

Gemeinsam mit dem niedersächsischen Umweltministerium und dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu), will der Discounter mit der Aktion auf das Massensterben von Bienen und anderer Insekten aufmerksam machen.

"Bienen sind nach Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier des Menschen", heisst es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. "Umso dramatischer ist es, dass die Anzahl und Vielfalt der Insekten in den vergangenen Jahren drastisch sinkt."

Laut der Professorin für Evolutionäre Ökologie an der Berliner Humboldt Universität Dr. Gerlind Lehmann hat sich die Zahl der Insektenarten in den vergangenen 20 Jahren stark reduziert. Besonders dramatisch sei zudem der Rückgang der Individuenzahlen von bis zu 70 Prozent.

Wie der Penny-Bereichsvorstand Stefan Magel angibt, wolle man den Kunden nicht nur das Problem vor Augen führen, sondern ihnen auch aufzeigen, wie sie sich für den Erhalt von Bienen engagieren können. "Unsere Natur verstummt ansonsten unwiederbringlich."

Laut Olaf Lies, dem Umweltminister von Niedersachsen, zeigen die leergeräumten Regale "auf erschreckend deutliche Weise" die Folgen des massiven Insektensterbens. "Diese düstere Zukunftsvision zeigt, was uns blüht, wenn wir nicht unverzüglich gegensteuern".

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