An der Kryptowährung Bitcoins kommt man derzeit kaum vorbei. Das digitale Geld sorgt überall für Aufsehen - auch aufgrund der Gefahr, die davon ausgeht.

Was sind Bitcoins?

Die Idee hinter den Bitcoins ist 2007 entwickelt und während des Höhepunkts der Finanzkrise 2008 populär geworden. Es ist ein System, das ganz ohne Banken auskommt, denn es handelt sich um eine rein digitale Währung.

Allein die Nutzer können über ein komplexes Verfahren eine von vornherein gedeckelte Menge an Bitcoins schürfen.

Auch für Überweisungen benötigt man lediglich die Nutzer und keine Banken. All das passiert auf den Rechnern der User, auf der die entsprechende Open-Source-Software installiert sein muss.

Wer steckt hinter Bitcoins?

Es ist bis heute nicht geklärt, wer als Erfinder hinter der Kryptowährung steckt. Das ursprüngliche Bitcoin-Pamphlet soll ein gewisser Satoshi Nakamoto erstellt haben, der sich aber nie öffentlich zu Wort gemeldet hat. Es soll sich dabei um ein Pseudonym handeln, hinter dem schon unterschiedlichste Menschen vermutet wurden, darunter die Unternehmer Elon Musk und Craig Steven Wright.

Die Technik hinter Bitcoin ist so komplex, dass man aber zumindest davon ausgehen kann, dass es sich um einen Mathematik- oder IT-Wissenschaftler handeln könnte.

Warum sind sie so begehrt?

Keine Frage, der Hype um die Kryptowährung ist derzeit enorm - was mehrere Gründe hat. "Die Kurse steigen und an dem Hype wollen viele teilhaben und auch Gewinne verbuchen. So entsteht ein 'Kaufen wollen‘, das weitere Käufer nach sich zieht", erklärt Finanzexpertin Ruth Steiner gegenüber unserer Redaktion.

"Der andere Grund ist die interessante Technologie, die dahinter steht, nämlich die Blockchain-Technologie", führt die Expertin fort. Dahinter verbirgt sich eine besonders fälschungssichere und dezentrale Technik, für die man keine Bankinstitute oder andere Vermittler benötigt. Was dazu führt, dass manche Staaten die Währung verteufeln, andere hingegen sogar eine eigene Kryptowährung schaffen wollen.

Welche Möglichkeiten bieten Bitcoins?

Gerade in Ländern, die von Krisen geplagt sind und die unter hoher Inflation leiden, sind Bitcoins eine geschätzte Parallelwährung geworden. Zwar ist der Wert der digitalen Währung extrem volatil, die Inflationsrate der offiziellen Währung aber - wie beispielsweise in Venezuela - auch nicht deutlich besser. Die Beliebtheit in Krisenländern treibt den Kurs der Währung weiter an und ist schuld am grossen Hype.

Bitcoins haben aber noch einen weiteren grossen Vorteil: Man kann dadurch anonym Geld hin- und herschieben. Daher ist die digitale Währung ein beliebtes Zahlungsmittel auf Plattformen im Darknet, auf denen Drogen oder illegale Waffen angeboten werden. Sogar der Islamische Staat soll seine Terroraktionen mit der Kryptowährung finanzieren.

Gibt es einen Sicherheitsmechanismus gegen eine mögliche Pleite?

Die Technik hinter Bitcoin ist prinzipiell sicher. Eine Überweisung kommt nur zustande, wenn andere Rechner im Bitcoin-Netzwerk zustimmen und die Transaktion verifizieren.

Doch einen Haken hat die Technik: Wer über Bitcoins verfügt, hat den zugehörigen Schlüssel lokal auf seinem Rechner gespeichert. Kommt beispielsweise die Festplatte abhanden, sind auch die Bitcoins und daher das Guthaben weg.

Das Problem der Bitcoins ist vielmehr wirtschaftlicher Natur: Bitcoins gelten als hochspekulativ, selbst Finanzprofis lassen in der Regel die Finger von der Digitalwährung, da die Regulierung fehlt.

Die fehlende Kontrolle führt zu hohen Kursschwankungen, denen Bitcoin seit Beginn unterliegt. 1.000 Prozent Unterschied in relativ kurzer Zeit sind nicht ungewöhnlich. Daher plädiert der renommierte Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz für ein Verbot der Währung. Sollten wirklich in grossem Masse Staaten die Währung verbieten, könnte das zu einer enormen Entwertung führen, eine Absicherung gibt es nicht.

Wie muss man Gewinne versteuern?

Ist man Besitzer der Währung und zieht man Gewinne heraus, wird das Finanzamt hellhörig. Denn der Handel mit Bitcoins stellt ein privates Veräusserungsgeschäft dar. Hier gilt eine so genannte Spekulationsfrist von einem Jahr.

Wer die Währung kürzer als ein Jahr besessen hat, muss die Gewinne gemäss § 23 des Einkommensteuergesetzes versteuern. Liegt mehr als ein Jahr zwischen dem Kauf und dem Verkauf, wird der Handel nicht besteuert.