Böser Rückschlag für Windows 10: Derzeit hält ein Update-Bug die Nutzer in Atem. Nach der Installation des ersten "Service Release" für das neue Betriebssystem, bleibt der Rechner in einer Art Installations-Dauerschleife hängen. Das Problem: Ein Abschalten der Updates ist von Microsoft nicht mehr vorgesehen - der PC bootet immer wieder neu.

Mit dem "Service Release 1", auch bekannt unter dem Namen KB3081424, will Microsoft Windows 10 eigentlich sicherer machen. Doch in den Updateprozess hat sich laut mehreren Medienberichten ein Fehler eingeschlichen - mit bösen Folgen für den Nutzer.

Rechner hängt in Installations-Dauerschleife

Fragen und Antworten zum neuen Microsoft-Betriebssystem.

Während Windows den Sicherheits-Patch ausführt, kommt es zu einem Fehler, der im Abbruch der Installation mündet und eine Systemwiederherstellung zur Folge hat. Doch damit beginnt das Problem von vorne, denn Windows versucht das Update erneut auszuführen, es kommt wieder zu einem Fehler und so weiter. Der Rechner ist einer Installations-Dauerschleife gefangen. Problematisch ist, dass Nutzer die automatischen Updates nicht deaktivieren können - das hatte Microsoft mit der Einführung von Windows 10 abgeschafft. Der Rechner wird durch das Update völlig lahmgelegt.

Wie viele Nutzer von dem Problem betroffen sind, ist derzeit nicht bekannt. Microsoft hat sich auch noch nicht offiziell zu dem Problem geäussert. Es kursieren derzeit zwei Methoden, wie der Update-Kreislauf durchbrochen werden kann: Variante 1 besagt, dass eine manuelle Installation des Updates dem Problem Abhilfe schafft. Variante 2 erfordert Änderungen in der Windows-Registry und sollte nur von erfahrenen Nutzern angewendet werden.

Verbraucherschützer warnen vor Datensammlung in Windows 10

Es ist bereits der zweite Rückschlag für Windows 10 binnen weniger Tage: Bereits gestern warnte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vor der Nutzung bestimmter Funktionen in Windows 10. Sie äusserten datenschutzrechtliche Bedenken.

Mit Windows 10 führt Microsoft den neuen Browser "Edge" ein - wozu?

"Nutzer digitaler Geräte werden immer mehr selbst zu einer Ware, die vermarktet wird", sagte Christian Gollner, Rechtsreferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Wer die Sammlung, Auswertung und die mögliche Weitergabe seiner Daten nicht wünscht, sollte die Datenschutzeinstellungen von Windows 10 überprüfen und entsprechend anpassen, raten die Verbraucherschützer. Übertragen und ausgewertet werden zum Beispiel Name, Alter, Geschlecht, Standort, gekaufte Digitalgüter und teilweise auch aufgerufene Webseiten oder Suchbegriffe. Gerade wer die "Expressinstallation" wählt oder die Voreinstellungen übernimmt, räumt Windows recht weitgreifende Rechte ein. Wer nicht so viel von sich preisgeben möchte, kann Windows auch ohne ein Microsoft-Konto nutzen, über das Einstellungen und Dokumente im Internet abgespeichert werden. Dann muss allerdings auf einige neue Funktionen verzichtet werden.

Microsoft hatte vor dem Start betont, dass Datenschutz ein wichtiger Bestandteil von Windows 10 sei - der Nutzer habe nach den Angaben des Unternehmens auch nach der Installation die Kontrolle über seine Daten.

Mit Material der dpa