Es ist die Zeit, in der beispielsweise Gastronomen wegen des Coronavirus unter Existenzängsten leiden, die sie vor kurzem noch nicht kannten. Es ist die Zeit, in der Senioren nicht mehr einkaufen gehen sollten. Es ist die Zeit, in der zusätzliche Hände etwa in Krankenhäusern gebraucht werden. Es ist Zeit, einander zu helfen!

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Die Coronakrise trifft nicht alle Menschen gleich. Während die einen fast normal weiterleben und manche sich zu Hause langweilen, brauchen die anderen gerade jetzt Unterstützung. Wer helfen möchte: hier eine Übersicht von tagesfüllenden Aufgaben bis zur Hilfe, die in wenigen Minuten geleistet ist.

Krankenhäuser

Gerade jetzt wird in Krankenhäusern und Arztpraxen jede Hand gebraucht. Medizinstudenten oder Mediziner in Rente können in zahlreichen Einrichtungen helfen - ob am Telefon oder in der Notaufnahme.

  • Die Website "Medis vs Covid19" listet mehr als 300 Einrichtungen in Deutschland und Österreich auf, die Unterstützung suchen

Wer medizinisch nicht bewandert ist, kann mit einer Spende helfen: Blut und Blutplasma werden weiterhin dringend gebraucht.

Risikogruppe

Die eigenen vier Wände zu verlassen, kann für Menschen mit Vorerkrankungen oder Ältere gefährlich sein. In vielen Gegenden gibt es deshalb bereits Nachbarschaftshilfen.

Gesucht wird oft jemand, der den Einkauf übernimmt. Manch einer bittet aber auch, mit dem Hund Gassi zu gehen.

Obdachlose und Bedürftige

Weil viele Helfer derzeit wegfallen und Einrichtungen geschlossen bleiben, sucht die Tafel Menschen, die Essen verpacken und ausliefern. Auch Lebensmittelspenden sind willkommen.

In vielen Städten gibt es ausserdem sogenannte Gabenzäune, an denen Menschen in Tüten verpacktes Essen, Kleidung und Hygieneprodukte für Bedürftige zur Verfügung stellen. Standorte kann man im Internet finden.

Wer in der Nachbarschaft einen Gabenzaun einrichten möchte, sollte daran denken, ein Schild zu basteln und in Aushängen auf den Zaun aufmerksam zu machen.

Schüler

Geschlossene Schulen bedeuten für Millionen Schüler, dass sie alleine lernen. Studierende können deshalb per Videochat helfen, die Lerninhalte zu verstehen und die Hausaufgaben zu erledigen - zum Beispiel über die Plattform "Corona-School".

Geschäfte

Gerade für kleine Unternehmen kann die Ladenschliessung existenzbedrohend sein. Viele rufen deshalb dazu auf, online von kleinen Betrieben zu kaufen oder in Cafés und Restaurants Essen zum Mitnehmen zu bestellen.

Auch geschlossene Geschäfte, Clubs und Theater können finanziell unterstützt werden:

  • Das Portal "Lokalsupport" bietet Gutscheine, die später eingelöst werden können

Menschen mit geringen Deutschkenntnissen

Wer nur wenig oder kein Deutsch spricht, braucht gerade jetzt akkurate Informationen zu medizinischen Themen.

  • Die Organisation "Triaphon" sucht deshalb Freiwillige, die für Kliniken am Telefon dolmetschen

Mitmachen kann zurzeit, wer fliessend Deutsch und Farsi/Dari, Vietnamesisch, Kurdisch oder Rumänisch spricht.

Landwirte

Durch die Coronakrise fehlen derzeit Hunderttausende Erntehelfer. Damit reifes Obst und Gemüse geerntet, verkauft und gegessen werden kann, können Menschen Landwirten in ihrer Region bei der Ernte helfen.

Bezahlte Angebote gibt es online bei "Bauer sucht Hilfe", "Land-arbeit" und "Das Land hilft".

Alleinlebende

Soziale beziehungsweise physische Distanz kann auch Einsamkeit bedeuten. Ein netter Brief oder Anruf bei der Oma oder einem alleinlebenden Freund kann helfen.

Darin kann gemalt, gebastelt und geschrieben werden.

Systemrelevante Berufsgruppen

Um Menschen, die etwa im Einzelhandel oder in einer Klinik arbeiten, zu unterstützen, können Erzieherinnen, Pädagogen und Studierende der Sozialen Arbeit bei der Kinderbetreuung helfen. Registrieren kann man sich auf der Plattform "Yoopies".

Sicher spenden: So kommt Hilfe in Corona-Zeiten an

Da Helfer und Benefizveranstaltungen ausfallen, seien gemeinnützige Organisationen am Kämpfen, erklärt das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Geldspenden seien daher derzeit wichtig, damit die Arbeit der Hilfsorganisationen weitergehen kann.

Misstrauisch sollten Spender werden, wenn Aufrufe stark darauf aus sind, Emotionen zu wecken. Man sollte darauf achten, dass dem Aufruf genau zu entnehmen ist, wie und für wen die gesammelten Spenden eingesetzt werden sollen.

Bis zur Höhe von 20 Prozent vom Gesamtbetrag der Einkünfte können Steuerzahler Spenden als Sonderausgabe in der Steuererklärung angeben, erklärt die Stiftung Warentest. Bei Spenden bis 200 Euro an gemeinnützige Organisationen reicht als Nachweis der Kontoauszug. Für höhere Beträge müssen Spender sich eine Zuwendungsbescheinigung besorgen. (mar/af/dpa)

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