Computer-Spielsucht wird von der Weltgesundheitsorganisation als offizielle Krankheit anerkannt. Der ICD-11-Katalog wird damit um einen Eintrag erweitert, der für Betroffene extrem wichtig ist. Auch Sexsucht wird weltweit als Krankheit eingestuft.

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Weltweit ist Computer-Video und Online-Spielsucht ein grosses Problem. Viele Menschen spielen so exzessiv, dass alles andere in den Hintergrund rückt und der Alltag extrem unter der Sucht leidet. Die Betroffenen sollen nun Hilfe bekommen.

Seit 2018 wird Online-Spielsucht als offizielle Krankheit angesehen. Die Erkrankung stand zwar im Katalog des ICD-11 (International Classification of Diseases), wurde bisher jedoch nicht offiziell anerkannt.

Unter Ärzten und Wissenschaftlern wird über die Definition der Erkrankung diskutiert. Besonders die Grenzen zwischen Spielen und Spielsucht seien nur schwer zu definieren. Es bestehe eine Wahrscheinlichkeit, dass die Diagnose missbraucht wird.

Auf einer Tagung in Genf hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun beschlossen, der Online-Spielsucht einen eigenständigen Eintrag zu geben. Seit 30 Jahren wird der ICD-Katalog zum ersten Mal überholt und nun erweitert.

Für Betroffene ändert der Eintrag einiges

Im ICD -1-Katalog ist die Passage unter "Gaming Disorder" zu finden. Die Bezeichnung unterscheidet im Deutschen nicht zwischen Computer- Video oder Online-Spielsucht. Mit welchem Medium oder ob online oder offline gespielt wird, hat also keinen Einfluss auf die Diagnose.

In der Praxis bedeutet die offizielle Anerkennung die Möglichkeit zur Bekämpfung der Krankheit.

"Wenn die Online-Spielsucht in einem amtlichen, internationalen Verzeichnis der Erkrankungen ist, dann heisst das automatisch, dass eine entsprechende Behandlung in Deutschland möglich ist und auch finanziert wird", so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Eine Therapie der Krankheit muss von Betroffenen also nicht mehr selbst finanziert werden, sondern wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Neben der Computer-Spielsucht hat auch die Sexsucht einen eigenständigen Eintrag in den ICD-11-Katalog erhalten.


Quellen:

  • World Health Organization
  • Gamestar.de
  • aerzteblatt.de
  • Game World Observer
  • heise online
  • ICD-11 WHO
  • Tagesschau.de
  • aerztezeitung.de
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