• Eine gut sortierte Hausapotheke enthält eine Mischung aus Medikamenten, Verbandmaterial und Hilfsmitteln.
  • Die Arzneimittel sollten an einem kühlen und dunklen Ort gelagert werden.
  • Abgelaufene Präparate müssen entsorgt werden.

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Ob Durchfall, Kopfschmerzen oder Hautreizungen - in die Hausapotheke gehören verschiedene Präparate gegen akute Erkrankungen. Wichtig sind neben den Arzneimitteln eine Auswahl an Verbandmaterial, ein Fieberthermometer sowie eine Liste mit Notfalladressen. Dazu kommen individuell benötigte Medikamente.

Checkliste für die heimische Apotheke

Die Bundesapothekerkammer hat eine Übersicht für die Hausapotheke erstellt. Die Experten empfehlen unter anderem:

  • Medikamente gegen Erkältung, Halsschmerzen, Husten und Schnupfen
  • Arznei gegen Verdauungsbeschwerden, Verstopfung und Durchfall
  • Salben gegen Insektenstiche, Sonnenbrand oder Juckreiz
  • Medikamente gegen Sportverletzungen
  • Wund- und Heilsalbe
  • Desinfektionsmittel
  • Augentropfen

Die vollständige Liste gibt es hier.

Hilfreiche Medikamente zu Hause vorhalten

Was genau in die Hausapotheke gehört, hängt von den individuellen Lebensumständen ab. Familien mit kleinen Kindern brauchen andere Inhalte als sportliche Singles. Ein Mittel gegen Fieber und Schmerzen sollte jedoch jeder im Haus haben. "In vielen Fällen sind Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen ein Mittel der ersten Wahl", weiss Apothekerin Dr. Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.. "Für Kinder oder Menschen, die auf diese beiden Schmerzmittel empfindlich reagieren, ist Paracetamol besser geeignet. Hier sollte man sich in der Apotheke individuell beraten lassen." Bei einer laufenden Nase empfiehlt die Apothekerin Nasensprays mit den Wirkstoffen Xylometazolin oder Oxymetazolin, um die Schwellung abzubauen. Alternativ helfe auch Meersalz, um die Nase zu befeuchten.

Wichtig ist es, Arzneimittel in ihrer Packung samt Beipackzettel aufzubewahren. So lässt sich nachsehen, was bei der Einnahme zu beachten und wie lange die Medizin haltbar ist.

Familien müssen aufrüsten

Gibt es Säuglinge in der Familie, gehören Cremes gegen Entzündungen im Windelbereich ebenso in die Hausapotheke wie Medikamente gegen Zahnungsbeschwerden. Bei Fieber helfen Zäpfchen oder Saft in altersgerechter Dosierung. Sinnvoll sind auch ein Kochsalz-Nasenspray und etwas gegen Blähungen.

Für kleinere und grössere Kinder können Elektrolyt-Lösungen gegen Durchfall sowie Kleinkinder- beziehungsweise Kinder-Nasensprays die Hausapotheke ergänzen. Experten empfehlen auch das Vorhalten von Notfallmedikamenten bei Vergiftungen, die allerdings nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder dem Giftnotruf gegeben werden dürfen.

Verbandmaterial und Adresslisten

Neben den wichtigsten Arzneimitteln gehört auch Verbandsmaterial in die Hausapotheke. Dazu zählen steriler Verbandmull oder Verbandpäckchen, elastische Binden, Wundschnellverbände, ein Dreiecktuch sowie Heft- und Blasenpflaster. Hilfreich sind auch eine Schere, Einmalhandschuhe und eine Zeckenpinzette.

Damit man im Notfall nicht lange nach Hilfemöglichkeiten recherchieren muss, sollte eine Adressliste in der Hausapotheke liegen. Diese enthält die Telefonnummern des Hausarztes, des ärztlichen Notdienstes, eventuell des Kinderarztes und der Vergiftungszentrale. Eine Erste-Hilfe-Anleitung ist ebenfalls hilfreich.

Medikamente richtig lagern

Idealerweise sollten Arzneimittel geschützt vor Licht und Feuchtigkeit bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Wegen der schwankenden Luftfeuchtigkeit ist eine Lagerung im Badezimmer oder in der Küche nicht zu empfehlen, besser ist ein dunkler Platz im Schlafzimmer oder im Flur.

Familien müssen darauf achten, dass Kinder keinen Zugang zur Hausapotheke haben. Ein abschliessbarer Schrank ist deswegen sinnvoll.

Regelmässige Checks

Die Hausapotheke sollte einmal pro Jahr überprüft werden. Dabei geht es in erster Linie darum, abgelaufene, unbrauchbare oder nicht mehr benötigte Arzneimittel auszusortieren und gleichzeitig zu überprüfen, ob für Notfälle die richtigen Arzneimittel griffbereit sind.

Die Haltbarkeit ergibt sich aus dem Verfallsdatum, das auf jeder Medikamentenpackung aufgebracht sein muss - mit dem Hinweis "verwendbar bis". In der Regel sind industriell hergestellte Medikamente bis zu fünf Jahre verwendbar. Wenn eine Packung einmal angebrochen ist, kann sich die Aufbrauchfrist je nach Präparat auf wenige Wochen verkürzen. Das ist beispielsweise bei Augentropfen oder Nasenspray zu beachten. Informationen dazu finden sich auf dem Beipackzettel.

Alte Arzneimittel entsorgen

Abgelaufene Medikamente sollten nicht mehr verwendet werden. "Das Verfalldatum ist nicht verhandelbar", betont Dr. Ursula Sellerberg. "Bei zu lange gelagerten Arzneimitteln ist in aller Regel äusserlich nicht erkennbar, ob sie noch wirksam, sicher und unbedenklich sind."

Nicht mehr benötigte Arzneimittel können in der Regel mit dem Hausmüll entsorgt werden. In den meisten Kommunen wird der Restmüll verbrannt und alte Arzneimittel damit sicher vernichtet. Die Expertin rät davon ab, Arzneimittelreste über die Toilette zu entsorgen, da dies das Abwasser unnötig belastet. Auch flüssige Arzneimittel, wie zum Beispiel Hustensäfte, gehören in den Restmüll.

Verwendete Quellen:

  • Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.: "Hausapotheke einmal pro Jahr überprüfen".
  • Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.: "Checkliste Hausapotheke".
  • Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.: "Hausapotheke in der Omikron-Welle ".
  • Anfrage an Fr. Dr. Dr. Ursula Sellerberg, M.Sc. , Stellv. Pressesprecherin und Apothekerin des ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.
Teaserbild: © JOKER/IMAGO/Paul Eckenroth