• Ein Mann namens Adolf Hitler ist in Namibia zum Landrat gewählt worden.
  • Mit der Nazi-Ideologie hat der 54-Jährige allerdings gar nichts zu tun - im Gegenteil.

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Eine Landratswahl in Afrika schafft es hierzulande eher nicht in die Berichterstattung - es sei denn, der Wahlsieger heisst Adolf Hitler.

Adolf Hitler Uunona, wie der Mann mit vollen Namen heisst, wurde am Mittwoch als Landrat von Ompundja vereidigt, einem Distrikt nahe der namibisch-angolanischen Grenze.

Nur weil er in die Politik gehe, heisse das aber nicht, dass er ebenfalls "nach der Weltherrschaft strebe", sagte der 54 Jahre alte Namensvetter Adolf Hitlers gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Tatsächlich begann Uunona seine politische Karriere bei der Swapo, einer Partei, die sich für die Unabhängigkeit Namibias einsetzt und in den 1960er-Jahren gegen die Apartheid kämpfte.

Adolf Hitler - Namen ändern? Dafür ist es zu spät

Mit der Boulevardzeitung sprach er auch über seinen Namen und erklärte: "Mein Vater benannte mich nach diesem Mann. Er hat wahrscheinlich gar nicht verstanden, wofür Adolf Hitler stand."

Als Uunona noch ein Kind war, sagte er, sei es für ihn ein ganz normaler Name gewesen. "Erst als Heranwachsender begriff ich: Dieser Mann wollte die ganze Welt unterwerfen."

Mit all diesen Dingen, beteuert Uunona, habe er nichts zu tun. Seinen Namen könne er nicht ändern: "Dafür ist es zu spät. Er steht in allen offiziellen Dokumenten."

In der Öffentlichkeit trete er meist als Adolf Uunona auf und lasse Hitler weg. Auch seine Frau nenne ihn lediglich Adolf.

Deutschland und Namibia haben gemeinsame Geschichte

Doch wie kommt es, dass ein 54-jähriger Afrikaner einen Vornamen trägt, der mit dem Ende des zweiten Weltkrieges in Deutschland weitgehend verschwunden ist?

Tatsächlich ist Adolf in Namibia kein unüblicher Name, was auf die Kolonialzeit zurückzuführen ist: Das deutsche Kolonialreich umfasste von 1884 bis 1915 unter anderem Teile des Landes im Südwesten Afrikas.

Noch heute gibt es dort eine deutschsprachige Minderheit, deutsche Strassennamen und Radiosender. Der bilaterale Handelsaustausch zwischen Deutschland und Namibia beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes auf knapp 200 Millionen Euro (2018).

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